Ministerpräsident besucht erstmals PS-Depots und plaudert mit Oldtimer-Sammler Karl-Heinz Rehkopf

Foto: Frank Bertram

Der Termin mit dem Ministerpräsidenten war schon mehrfach verschoben worden, ebenso wie die Eröffnung der PS-Depots vor zwei Jahren pandemiebedingt damals nicht wie vorgesehen mit großem Aufschlag, sondern nacheinander stattfinden musste. Jetzt nahm sich der Regierungschef aus Hannover eine Stunde Zeit sozusagen für eine Druckbetankung in den Oldtimer-Schatzkammern von Einbecks PS-Stifter Karl-Heinz Rehkopf. Natürlich sah Weil dabei nur einen Bruchteil der in den Depots gezeigten Fahrzeuge, dafür konnte er plaudernd mit dem 85-jährigen Sammler und Stifter durch die Hallen schlendern und die eine oder andere Anekdote zu den kleinen und größeren Autos erfahren. Dass der Ministerpräsident mitten im Wahlkampf vor der Landtagswahl einen Besuch einpasste, können sich die Macher des PS-Speichers hoch anrechnen, denn „Regierungstermine“ im Lande sind in diesen Tagen neben „Parteiterminen“ rar und ohnehin sauber voneinander zu unterscheiden, worauf vom Regierungsapparat auch bei der Einbeck-Visite peinlich genau geachtet wurde, selbst wenn dann immer ein paar Sozialdemokraten in der Nähe des MP zu sehen waren, sobald sich die Objektive ausrichteten.

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Ministerpräsident Stephan Weil und Stifter Karl-Heinz Rehkopf (l.) an einem VW Käfer 1200, Baujahr 1985, mit dem sie dann eine kurze Runde in Richtung Bismarckstraße drehten. Foto: Frank Bertram

Ministerpräsident Stephan Weil startete seine Visite zunächst im Besucherzentrum in der ehemals Preußischen Webschule, schaute dann bei der Halle mit den Kleinwagen kurz vorbei, interessierte sich für die Reichweiten früher Elektroautos, steuerte schließlich auf der kurzen Distanz zum PS-Depot Automobil einen VW Käfer 1200 von 1985 selbst. Er fahre schon manchmal noch persönlich Auto, aber dann nicht mehr mit Schaltung, schmunzelte der Regierungschef, schaltete und steuerte aber mit Karl-Heinz Rehkopf auf dem Beifahrersitz die wenigen Meter von der Schusterstraße in die Bismarckstraße überzeugend und ohne Malaisen. Überall konnte er bei seiner Visite in Augenschein nehmen, wo die rund eine Million Euro Fördergeld geblieben war, die der PS-Speicher für die barrierefreie Ausgestaltung der Depots in Anspruch genommen hatte.

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Ministerpräsident Stephan Weil und Stifter Karl-Heinz Rehkopf (r.) im PS-Depot Automobil. Foto: Frank Bertram

„Ohne Petersilie“ stehen in den Depots die Autos, zollte Stephan Weil großen Respekt für die beeindruckende Fahrzeugfülle von insgesamt 2500 Exemplaren auf 25.000 Quadratmetern. Anders als im PS-Speicher mit seinen Inszenierungen der Modelle in den jeweiligen Zeitumständen, die der Ministerpräsident von Besuchen schon kannte, stehen in den Depots die Autos und Motorräder in Reihe nebeneinander. Einen „Jungstraum“ nach dem nächsten habe er bei dem Rundgang gesehen, sagte Weil am Ende zufrieden, „der schönste Termin des Tages“. Den Regierungschef interessierte, wie sich der PS-Speicher neue Zuschauergruppen erschließe. Von einst 100.000 Gästen pro Jahr machten sich nach der Corona-Delle mit immerhin noch 65.000 Besuchern mittlerweile wieder rund 80.000 Menschen jährlich auf den Weg nach Einbeck, sagte PS-Speicher-Geschäftsführer Lothar Meyer-Mertel. Rund 400.000 Euro gibt der PS-Speicher im Jahr für Werbung aus, vor allem im Social Media Bereich.

Für 2023 bereitet der PS-Speicher die nächste große Sonderausstellung vor. „Von 0 auf 100“ soll diese Schau zum Thema Geschwindigkeit vermutlich heißen, gemeinsam mit dem Landesmuseum in Hannover sowie dem Kunstmuseum Schloss Derneburg wird sie vorbereitet und am 8. Juni eröffnet. Den Termin könne er sich ja schonmal merken, meinten die PS-Macher flappsig zum Ministerpräsident. Der setzt alles daran, der Eröffnung dienstlich beiwohnen zu können, stieg nach dem Depot-Besuch nicht wieder in die Dienstlimousine, sondern in den SPD-Wahlkampfbus, der ihn zu einem Parteitermin brachte.

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Im PS-Depot Automobil, hier bei den BMW- und Mercedes-Oberklasselimousinen (v.l.) die SPD-Politiker Frauke Heiligenstadt und René Kopka, Karl-Heinz Rehkopf, Ministerpräsident Stephan Weil, Gabriele Rehkopf-Adt und Holger Eilers. Foto: Frank Bertram

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