Finale des Cestnik-Jahres zum 100. Geburtstag des Einbecker Malers Franz Cestnik am 3. August

Foto: Frank Bertram

Am 100. Geburtstag des Einbecker Malers Franz Cestnik (1921-2011) endet das vor einem Jahr gestartete Cestnik-Jahr, mit dem der Künstler im Bewusstsein der Menschen in Einbeck und Umgebung stärker verankert werden sollte. Höhepunkt der Feier am 3. August ab 18 Uhr wird die Benennung des Parkplatzes an der Judenstraße als „Franz-Cestnik-Platz“ sein, die der Stadtrat im Juni beschlossen hatte. Offiziell gewidmet wird der Platz freilich am Dienstag noch nicht – das Schild ist nicht rechtzeitig fertig geworden.

Dieser Parkplatz wird nach dem Maler Franz Cestnik benannt. Foto: Frank Bertram

Wie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute auf meine Anfrage bestätigte, wird der Platz am Dienstag noch nicht offiziell gewidmet, weil das Platz-Schild nicht rechtzeitig zum 100. Geburtstag fertig geworden ist. Der Rat hatte die Benennung bereits im Juni beschlossen, im Fachausschuss und im Verwaltungsausschuss waren die Beschlüsse seit Ende März einstimmig und eindeutig. Wann der Platz nun offiziell benannt werden und sein offizielles Schild bekommen kann, könne sie derzeit noch nicht sagen, erklärte die Bürgermeisterin. Die Benennung werde die Stadt vornehmen, bei einer Veranstaltung gemeinsam mit dem Stadtrat. Der Parkautomat soll schon früher umprogrammiert sein, dass die Autofahrer Parktickets mit „Franz-Cestnik-Platz“ erhalten. Heute Mittag war das noch nicht geschehen.

Am 3. August 2021 wäre Franz Cestnik 100 Jahre alt geworden. An diesem runden Geburtstag endet offiziell das Cestnik-Jahr, das als Langzeit-Kunstprojekt an seinem 99. Geburtstag begonnen hatte. Die Initiatoren haben das Motto „Cestnik kennt jeder“ als Motivation und als selbstgesteckten Auftrag verstehen wollen, wie sie selbst erläutern. Mit großen Werbebannern, vielen und meist interaktiven Kunstaktionen, aber vor allem auch mit so auffälligen Kunstwerken wie dem gut zwölf Meter hohen riesigen Cestnik-Mural „Harlekin“ an der BBS Einbeck ist es gelungen, viele auch junge Einbecker mit dem Einbecker Künstler und seinem Werk vertraut zu machen. Den Konzert- & Kulturfreunden Einbeck und allen voran Patricia und Martin Keil sowie Rainer Cestnik, dem Sohn des Künstlers, ist es mehr als zwölf Monate gelungen, Unterstützer und Sympathisanten für das Gesamtkunstwerk Franz Cestniks zu begeistern. Dieses ambitionierte Unterfangen, das einem Marathonlauf ähnelte, ist trotz der Widrigkeiten der Pandemie, die alle Aktionen von Anfang an begleitete und erschwerte, ein voller Erfolg geworden, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter.

Die renommierte Bodypainting Künstlerin Anja Monika Walther alias brush_peak_bodypainting hat einen Frauenkörper in ein Cestnik-Werk verwandelt. Foto: Patricia Keil

Auf der Zielgeraden zum 100. Geburtstag gab es eine Bodypainting-Performance, bei der die renommierte Künstlerin Anja Monika Walther alias brush_peak_bodypainting einen Frauenkörper in ein Cestnikwerk verwandelte. Ein Cestnik-Kunstflashmob in der Langen Brücke machte spontan Passanten zu Künstlern im Stile des Meisters. Das alles fand während der Einbecker Oldtimertage statt.

Neue Orte in Einbeck wurden mit der Kunst Franz Cestniks bespielt, etwa das Geburtshaus des Malers in der Wolperstraße 25, in dem eine Dauerausstellung seiner Werke gezeigt wird. Ungewöhnlich und zugleich faszinierend ist vor allem auch, dass für die Präsentation seiner Kunst die traditionellen (Innen-)Räume verlassen wurden, sodass jetzt Motive mit Cestniks Bildern den öffentlichen Stadtraum verschönern, etwa ein Stromkasten unweit des Geburtshauses an der Ecke Wolperstraße/Judenstraße, der eines seiner Werke auf die Augenhöhe von Kindern bringt, oder das Wandbild (Mural) einer Frau, das an der Ziegelwand des Alten Backhauses direkt am neuen Franz-Cestnik-Platz seit einem Jahr zu sehen ist. Es ist gelungen, den Maler Franz Cestnik, der ein Leben lang seiner Heimatstadt treu geblieben ist, im Gedächtnis der Stadt so zu verankern, dass ein Platz nach ihm benannt wird. „In seiner sprichwörtlichen Bescheidenheit hätte er selbst so etwas weit von sich gewiesen. Verdient aber hat er es allemal“, erklären die Initiatoren in ihrer Mitteilung.

Auch in der Cestnik-Galerie in der Tiedexer Straße hat sich im Kunstjahr Einiges verändert. Neben den wechselnden Kabinettausstellungen gab es Malaktionen, bei denen man live miterleben konnte, wie kreative Malerinnen Werke des Künstlers neu interpretierten und um neue Facetten ergänzten. Zum Abschluss des Einbecker Kunstjahres zeigt die Galerie vier Ölbilder, die als Motive für Kaffeedosen verwendet wurden, die Alexander Pohl, der Betreiber der Einbecker Kaffeerösterei am Marktplatz im Laufe des Jahres verkauft hat, um seinerseits dafür zu sorgen, dass Cestnik verstärkt im Stadtgespräch präsent war. Neben den Ölbildern werden also auch die Kaffeedosen gezeigt.

Höhepunkt zum Abschluss des Cestnik-Jahres ist am Dienstag, 3. August, ab 18 Uhr die Geburtstagsfeier, zu der die Initiatoren auf den neuen Franz-Cestnik-Platz an der Judenstraße einladen. Es soll ein buntes Programm geben, unter anderem mit beschwingter Musik. Feierliche Stimmung soll aufkommen, wenn die Bürgermeisterin der Stadt Einbeck, Dr. Sabine Michalek, den Platz gegen 19.30 Uhr auf den Namen Franz Cestniks taufen wird.

Patricia und Martin Keil lassen wissen, dass es auch in Zukunft immer wieder kleinere und auch aufwändige Kunstperformances rund um das Lebenswerk Franz Cestniks zu erleben geben werde.

Ein Cestnik-Kunstflashmob in der Langen Brücke machte spontan Passanten zu Künstlern im Stile des Meisters. Foto: Patricia Keil

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