Einbeck soll smart digital werden

Das erhoffte Ziel ist ein Digitalisierungsschub. Die Stadt Einbeck nimmt am Wettbewerb „Smart City made in Germany“ teil. „Wir wollen digitale Räume und Strukturen schaffen, die allen das Leben erleichtern und Einbeck zu einem Zukunftsort machen, in dem Analoges mit Digitalem verknüpft ist“, sagt Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Die Stadt bereitet zurzeit gemeinsam mit der Einbeck Marketing GmbH einen umfangreichen Förderantrag vor, der in wenigen Tagen eingereicht werden soll. Eine Entscheidung wird Mitte des Jahres erwartet. Wenn Einbeck den Zuschlag bekommt, soll in einer ersten Projektphase eine Digitalstrategie gemeinsam mit den Einbecker Bürgern entwickelt werden.

Der Kostenrahmen für die Smart-City-Projekte in Einbeck beläuft sich in fünf Jahren auf gut 4,5 Millionen Euro. 65 Prozent der Projektkosten werden gefördert. Dies sind neben konkreten Projekten auch Stellenanteile für einen City-Manager und einen Koordinator. Für den städtischen Anteil in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro haben der Stadtentwicklungsausschuss und der Verwaltungsausschuss bereits grünes Licht gegeben. Der Stadtrat wird am 24. März darüber entscheiden. Möglich ist, sich durch Sponsoren unterstützen zu lassen. Einbeck hat sich für die inhaltliche Unterstützung bereits zustimmende Erklärungen eingeholt.

Ein Schwerpunkt der Projekte liegt auf der Entwicklung der Innenstadt, die in Einbeck wie überall im Wandel ist, aktuell noch verstärkt durch die Corona-Krise. Aber auch die 46 Ortschaften sollen berücksichtigt werden. Einbeck tritt im Kooperationsverbund gemeinsam mit Hannover, Göttingen und Oldenburg bei dem Wettbewerb an. Das Prinzip ist, voneinander zu lernen und einander gegenseitig voran zu bringen.

Unter dem Wettbewerbstitel „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“ stehen alle Projekte, die die Innenstadt stärken und zu einem lebendigen Zentrum weiterentwickeln, das Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Gastronomie, Tourismus und Kultur verbindet, betont Anja Barlen-Herbig, Geschäftsführerin der Einbeck Marketing GmbH. Sie möchte die City widerstandsfähiger machen, den stationären Handel mit digitalen Komponenten ergänzen und mit Workshops die digitalen Kompetenzen der Einzelhändler steigern. Kooperationspartner Oldenburg wird einen „digitalen Zwilling“ der Innenstadt erstellen lassen. Abgestuft könnte es diese virtuelle City dann auch in Einbeck geben, in der Kunden zwar bequem online von zuhause aus einkaufen, aber eben bei konkreten Händlern aus der eigenen Innenstadt.

Vorbild möchte Einbeck mit einem smarten, denkmalgeschützten Musterhaus sein. Das Fachwerkhaus in der Knochenhauerstraße neben dem Eicke’schen Haus wird bereits zum Fahrrad-Parkhaus umgebaut. Bei der Sanierung möchte Einbeck nach den Worten von Dr. Sabine Michalek digitale Technologien einsetzen und eine innovative Energieversorgung realisieren, beispielsweise Solar-Dachziegel für Baudenkmale.

Weitere Ideen sind so genannte Akzeptanz-Werkstätten, beispielsweise für das Handy-Parken. In einer solchen sollen Menschen, die noch Vorbehalte gegenüber dieser Zahlungsmethode für Parkplätze haben, diese Technik erklärt bekommen und ausprobieren können.

Nachtrag 26.03.2021: Der Einbecker Stadtrat hat den Projektantrag in seiner Sitzung am 24. März einstimmig beschlossen und befürwortet. „Das ist ein gelungener Antrag“, signalisierte Dr. Reinhard Binder (FDP) Unterstützung. „Das ist genaus das, was wir brauchen“, sagte Klaus-Reiner Schütte (SPD). Der Antrag enthalte greifbare Punkte, freute sich Armin Hinkelmann (GfE). „Smart city“ sei ein wichtiges strategisches Projekt, das weit vorausblickend sei, sagte Dirk Ebrecht (CDU), und es sei die Aufgabe eines Stadtrates, so etwas zu unterstützen. Mit einer Fördermittelentscheidung rechnet die Bürgermeisterin im Juli.

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