Franz Cestnik – eine Stadt feiert ihren Maler

„Cestnik kennt jeder“, steht selbstbewusst auf der Backsteinmauer. Dazu das Bild einer Frau. Feierlich soll es beginnen mit dem Cestnik-Jahr am kommenden Montag, 3. August, um 18 Uhr am zur Open-Air-Cestnikgalerie avancierten Parkplatz an der Judenstraße. Eingeladen sind an diesem Abend alle, die Lust haben, dem Künstler Franz Cestnik in gänzlich neuer Form zu begegnen und die den Auftakt zum Cestnik-Jahr feierlich mit Kunst, Musik und einem Glas Sekt in der Hand miterleben mögen.

„Ihr Blick in sich gekehrt, ruhend und verträumt… – die wilden Vögel um sie herum kaum wahrnehmend“. Beschrieben wird hier eine Radierung von Franz Cestnik aus dem Jahr 1990, die am vergangenen Wochenende in überdimensionaler Form von der Aktionskünstlerin Patricia M. Keil (alias pARTicia) auf die große Backsteinwand des Alten Backhauses am Parkplatz Judenstraße gemalt worden ist. Lediglich Pinsel, schwarze Farbe und kräftige Flügel in Form einer von der Firma Schnitger bereitgestellten Lkw-Arbeitsbühne kamen zum Einsatz, um das Bild mit beeindruckender Wirkung zu schaffen.

Das Werk ist eine Hommage an Franz Cestnik, dessen 99. Geburtstag am 3. August 2020 gefeiert wird; 2011 ist der Einbecker wenige Tage nach seinem Geburtstag gestorben. Der 3. August gilt als Auftakt für das von Patricia und Martin Keil initiierte Cestnik-Jahr – ein Jahr, in dem mit vielfältigen Kunstaktionen und Kunst-Projekten sowie aufwändigen Kulturevents das Werk eines der bekanntesten Einbecker Maler mit Passion, Leidenschaft und Freude in den Alltag der Gegenwart geführt werden soll, heißt es in einer Pressemitteilung.

Motto und Ziel im Cestnik-Jahr sind identisch: „Cestnik kennt jeder!“ Über diese drei Worte soll auf Anhieb die künstlerische Bedeutung Cestniks und dessen weit über die Stadt Einbeck hinaus reichende Strahlkraft verdeutlicht werden. Wer war eigentlich dieser Franz Cestnik? „Die Antwort auf diese hoffentlich noch oft gestellte Frage kann die Kunst Cestniks selbst liefern, so sie nur im Stadtbild oft genug und in spannender Form auftaucht. Genau das möchten wir gemeinsam mit vielen Einbeckern im Cestnik-Jahr realisieren“, erklärt der Kulturschaffende Martin Keil.

„Cestniks Bilder sollen sich vom 3. August ausgehend von seinem Geburtshaus in der Wolperstraße in viele Richtungen der Stadt ausbreiten. Sie gehen auf Wanderschaft, Bildcharaktere verlassen ihre Bilderrahmen, bevölkern Einbeck und stellen sich jeder und jedem auch ganz plötzlich einfach mal in den Weg. Im Cestnik-Jahr kann man selbst zum Künstler werden, und der öffentliche Raum gerät zur Leinwand. Alle Aktionen eröffnen die Möglichkeit, die Stadt temporär mitzugestalten, zu beleben und Akzente zu setzen“, erläutert das Projekt leitende Ehepaar Patricia und Martin Keil. Dass die beiden Kulturschaffenden dem Zusammenspiel von Motiv, Raum und Umfeld einen großen Wert beimessen, zeigen sie seit Jahren mit der Organisation der jährlich in Einbeck stattfindende Street-Art-Meile unter dem Dach von „Young Art“ in Einbeck.

Träger des Cestnik-Jahres sind die Konzert- & Kulturfreunde Einbeck. Ausführliche Informationen zum Cestnik-Jahr unter www.franz-cestnik.de

(Mit Pressemitteilung Veranstalter)

„Cestnik kennt jeder!“: Bild auf dem ehemaligen Backhaus. Foto: Frank Bertram

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