„Vom Horizont bis zum Himmelsrand“ lautet der Titel einer Ausstellung des ukrainischen Fotografen und Künstlers Wolodymyr Ogloblin, die von Dienstag, 26. Mai (ab 15.30 Uhr), bis Sonnabend, 6. Juni, in der Einbecker Marktkirche St. Jacobi gezeigt wird. Der Eintritt ist frei. Die Kirche ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag bis Sonnabend von 10.30 bis 13 Uhr sowie Dienstag, Mittwoch und Freitag zusätzlich von 15.30 bis 18 Uhr. „Mein ganzes Leben lang, schon seit meiner frühen Kindheit, habe ich versucht, hinter den Horizont zu blicken“, sagt Wolodymyr Ogloblin. „Es schien mir immer, dass dort Wunder verborgen liegen, ein unbekanntes Leben — und dass es interessanter ist als alles, was mich umgibt.“
In der Ausstellung werden Fotografien aus Wolodymyr Ogloblins Heimat Charkiw in der Ukraine gezeigt. „Der Prozess des Fotografierens selbst, mit all seinen unglaublichen Ereignissen, wurde zu einer faszinierenden Erfahrung, ähnlich einer Jagd nach Schönheit, die nur für einen Augenblick erscheint und dann wieder hinter dem Horizont verschwindet“, sagt er.
2022 führte das Schicksal Wolodymyr Ogloblin nach Niedersachsen – an Orte, die nicht einmal in seinen Träumen existierten. „Eine völlig andere Welt, neue Menschen, Traditionen, Kultur und Weltanschauung. Und natürlich die Natur, die mich mit ihrer Schönheit tief berührte“, berichtet Wolodymyr Ogloblin.
Das können die Besucher der Ausstellung auf den Fotografien, die unweit der Städte Einbeck und Dassel entstanden sind. „Oft stand ich früh am Morgen auf, um zu erleben, wie die Sonne aufgeht, ein neuer Tag geboren wird oder wie Nebel die Erde bedeckt wie ein endloses Meer bis zum Horizont“, erzählt der Fotograf. Im Frühling und Sommer blühen ringsum gelbe Rapsfelder, rote Mohnblumen und zahlreiche andere Blumen und bilden einen bunten Teppich. „Diese heitere Stimmung möchte ich in meinen Fotografien festhalten“, sagt Wolodymyr Ogloblin. Eines Morgens, unweit des Dorfes Hilwartshausen, sah er einen erstaunlichen Himmel mit einer Wolke, die wie Lippen aussah — und es schien, als würden sie mit ihm sprechen. Später nannte er dieses Bild „Gespräch mit dem Himmel“.
Solche Gespräche seien seltene Offenbarungen für jeden schöpferischen Menschen – für Fotografen, Maler oder Dichter. „Deshalb verspüre ich immer den Wunsch, mit dem Himmel, mit dem Universum, mit Gott über die Vollkommenheit der Natur, der Menschen und der menschlichen Beziehungen zu sprechen — ohne Missverständnisse, Spannungen und Krieg“, sagt Wolodymyr Ogloblin. Sein besonderer Dank gilt der Hahnemühle FineArt in Dassel, die Fotografien für zahlreiche Ausstellungen in Niedersachsen und darüber hinaus gedruckt hat.
Wolodymyr Ogloblin, geboren 1954 in Charkiw/Ukraine, sammelte an der Universität erste fotografische Erfahrungen. Von 1990 bis 2026 arbeitete er in der Werbe- und Kunstfotografi, leitete seit 2014 die von ihm gegründete Wolodymyr-Ogloblin-Fotoschule in Charkiw. Ogloblin ist Mitglied des Verbandes der Fotokünstler der Ukraine (seit 1989), Mitglied der International Association of Professional Photographers (seit 2018), wurde u.a. mit dem FIAP-Blaues Band beim Internationalen Fotowettbewerb Tiflis 2020, dem Ehrenband der Internationalen Fotografischen Union (GPU) für den Sieg beim 1. Internationalen Wettbewerb „Moldova ART FEST 2021“ ausgezeichnet. Seine Fotos sind in mehr als 30 Büchern veröffentlicht, er hat über 40 Einzelausstellungen zu verschiedenen Themen zusammengestellt. Seit 2022 lebt Wolodymyr Ogloblin in Deutschland, wo er 14 Fotoausstellungen über die Ukraine organisiert hat, die sich Natur, Krieg und anderen Themen widmen. Seine Ausstellung „Vom Horizont bis zum Himmelsrand“ in der Marktkirche ist ein Dankeschön an die Stadt Einbeck und ihre Einwohner, sagt er.

