Gemeindehaus St. Josef: Ein neues Stück Einbeck feierlich und mit Gottes Segen eingeweiht

(c) Foto: Frank Bertram

Ein neues Stück Einbeck ist mit Gottes Segen eingeweiht worden: Der Generalvikar des Bistums Hildesheim, Martin Wilk, ging nach einer kurzen Andacht vor dem Gebäude mit Weihwasser durch alle Räume des neuen Gemeindehauses St. Josef. Feierlich haben Vertreter der Diözese Hildesheim, der Architekten, der Stadt Einbeck sowie der (kirchlichen) Nachbarn das neue Zuhause der katholischen Kirchengemeinde an der Ecke Stiftplatz/Hohe Münsterstraße nach gut 15 Monaten Bauzeit eingeweiht.

„Voll Dankbarkeit feiern wir die Einweihung dieses Gemeindehauses“, segnete Generalvikar Martin Wilk das neue Gebäude. „Ein Haus der Begegnung, der Gemeinschaft, ein Haus des Glaubens, das soll es werden“, wünschte er sich. Während das Bistum Hildesheim eigentlich eher zu viele Immobilien habe und darauf achte, mit „leichtem Gepäck“ in die Zukunft zu schauen, sei der heutige Anlass einer gegen eine „Depri-Stimmung“, wie der Verwaltungschef der Diözese sagte. Neues zu schaffen und zu segnen mache deutlich, die Kirche gehe in eine Zukunft, die eine andere als die Vergangenheit sei. „Kirche, Gemeinde, Menschen brauchen einen Ort, an dem sie sich treffen“, sagte Martin Wilk. Er dankte allen, die ihre Ideen eingebracht und in dem langen Entstehungsprozess „dran geblieben sind“. Für viele erfülle sich mit der Einweihung ein Wunsch, der nicht ohne Schwierigkeiten auf den Weg gekommen sei. „Bei solchen Vorhaben läuft nicht immer alles glatt“, sagte der Generalvikar.

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Fünf Pkw-Stellplätze und eine barrierefreie Zuwegung gibt es zum neuen Gemeindehaus, im Hintergrund die St. Josef-Kirche. Foto: Frank Bertram

Das neue Gemeindehaus besteht aus zwei mit dunklem Holz verschalten Baukörpern, die durch einen Flur verbunden sind. Dieser bekommt durch Fenster im Dach ausreichend natürliches Licht. Es gibt einen großen Saal (92 Quadratmeter), einen Gruppenraum (23 Quadratmeter), einen Jugendraum (23 Quadratmeter) sowie eine Küche und eine WC-Anlage. Hinzu kommt das Foyer, in dem in der nördlichen Sichtbetonwand eine aus den profanierten Markoldendorfer Kirche stammende Altarplatte auf den im September 2023 gelegten Grundstein hinweist. Das Kruzifix im großen Saal stammt ebenfalls ursprünglich aus Markoldendorf, wurde nur gekürzt, um an der Wand platziert werden zu können. Die Baukosten von insgesamt rund 1,5 Millionen werden zu zwei Dritteln vom Bistum Hildesheim getragen, ein Drittel muss die Kirchengemeinde St. Josef selbst aufbringen. Sie wird hier von vielen Spendern sowie durch die Sponsoren Bonifatiuswerk Paderborn und AKB-Stiftung Einbeck unterstützt. Die Kostensteigerungen im Baugewerbe durch Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation haben die Gemeinde dazu gezwungen, den ursprünglichen Gebäudeplan zu überarbeiten. Das neue Gemeindehaus fällt etwas kleiner aus als 2020 geplant, aber die Grundfläche ist immer noch deutlich größer als das alte Pfarrheim, das bislang an der Stelle stand.

Das Motto des Bonifatiuswerkes, das den Neubau mit 100.000 Euro unterstützt hat, lautet: „Keiner soll alleine glauben“. Jeder habe seinen Platz, eine Aufgabe, eine Bedeutung, niemand sei unwichtig. Ein Gemeindehaus wie das neue in Einbeck sei nicht nur ein Gebäude aus Stein, sagte Generalvikar Martin Wilk. „Es soll ein lebendiger Ort der Gemeinschaft werden.“ Hier würden die Gemeindemitglieder künftig miteinander sprechen, hoffentlich viel lachen, aber auch weinen. „Alles das gehört zum Leben dazu.“ Es gebe in der Gesellschaft zu viel Gegeneinander, es brauche mehr Miteinander. Die Jüngeren würden ihre Ideen einbringen, die Älteren ihre Erfahrungen austauschen. Das neue Gemeindehaus möge ein Ort sein, an dem die Menschen das Leben und den Glauben teilten, wünschte sich Wilk.

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Die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Bohnsack (l.) überbrachte im neuen Saal des Gemeindehauses die Grüße der Stadt Einbeck. Foto: Frank Bertram

„Ihr neues Gemeindehaus ist ein echtes Schmuckstück“, gratulierte die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Bohnsack im Namen der Stadt Einbeck. Modern, einladend und gleichzeitig mit dem historischen Kontext harmonisch verbunden sei das Gebäude. Dank der Archäologie habe ein großer Teil des historischen Mauerwerks erhalten bleiben können. „So trägt dieses neue Gemeindehaus buchstäblich die Geschichte Einbecks in seinem Fundament“, sagte Bohnsack. „Wir pflegen unsere Traditionen und blicken gleichzeitig mutig in die Zukunft“, beschrieb sie und dankte allen Beteiligten. „Vielen Dank, dass sie mit ihrem Engagement und ihrer Vision wieder ein neues Stück Einbeck geschaffen haben.“ Und das Gebäude werde mit all dem Leben gefüllt, was die katholische Kirchengemeinde so wertvoll mache, sagte Petra Bohnsack.

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Dechant Andreas Pape (l.) dankte den Mitgliedern des Neubauausschusses (v.l.) Gudrun Machens, Dr. Alois Kühn, Gerald Strohmeier, Bruno Morak, Frank Kappei und Dr. David Wurbs. Foto: Frank Bertram

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass sie unwahrscheinlich erscheint“ – mit diesem Zitat dankten die Sprecher des Neubauausschusses, Gudrun Machens und Dr. Alois Kühn allen Beteiligten. „Heute stehen wir staunend vor dem Gebäude“, sagte Machens. Das neue Gemeindehaus solle Zeugnis und Ort des Glaubens sein und die Zukunft der Gemeinde stärken, sagten Kühn und Machens. Gleichzeitig soll das Gebäude der Stadtgemeinde zur Verfügung stehen, weltoffen und mit ökumenischer Weite. Die Motoren des Neubauausschusses dankten allen Handwerkern, Sponsoren, Spendern, freiwilligen Helfern, allen voran dem unermüdlichen Bruno Morak, der wohl am Häufigsten auf der Baustelle gewesen sei, schmunzelte Kühn. Dank gehe auch an die Fundraiser und insgesamt 100.000 Euro einworbene Spenden, „ein gigantisches Ergebnis“. Und letztlich dankten sie auch den Verwirklichern in der Bistumsverwaltung, dass diese angesichts der Sorgen durch Pandemie, Lieferproblemen und Inflation „nicht die Reißleine gezogen“ hätten.

„Jetzt geht es erst richtig los“, appellierte die Architektin des bischöflichen Generalvikariats Hildesheim, Olga Kraus, an die Gemeindemitglieder, in dem Neubau besondere Erinnerungen zu schaffen. Für sie sei es ein besonderes Projekt gewesen, liege es doch seit ihrem ersten Arbeitstag vor vier Jahren auf ihrem Schreibtisch. Der Gemeindehaus-Neubau sei „bis ins Detail durchdacht“ und gelungen, Materialien, Sichtachsen, Kubatur, Größe – alles passe.

„Es ist fertig, und Sie dürfen entscheiden, ob es Ihnen gefällt“, sagte Jochem Vieren vom Kölner Architekturbüro Schilling, das vor Ort mit dem Einbecker Architekturbüro Hilger zusammengearbeitet hat. Er lobte das gute Verhältnis zu den Bauherren, bewunderte, wie das Duo Gudrun Machens und Dr. Alois Kühn über die Zeit beharrlich drangeblieben sei, auch als Veränderungen im Entwurf notwendig wurden, weil die Preise explodierten. „Es ist gelungen und gut ausgeführt worden“, bilanzierte Architekt Jochem Vieren.

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Motoren des Gemeindehaus-Neubaus: Gudrun Machens und Dr. Alois Kühn (stehend). Foto: Frank Bertram

Im Namen der evangelischen Nachbarn und aller christlichen Kirchen in Einbeck überbrachte Pastor Martin Giering die besten Wünsche für den Gemeindehaus-Neubau. Christus verbinde, da sei aber noch etwas, das alles zusammenhalte, „die liturgische Mitte, um die sich alles versammelt“, scherzte Giering: das Koffein des Kaffees. Der Pastor überreichte ein mit Kaffeepulvertüten nachgebautes Gemeindehaus, ein „Starterpaket“, wie er sagte, wisse er doch: Ohne Kaffee geht in Gemeinden gar nichts.

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Gottes Segen für den Gemeindehaus-Neubau: Generalvikar Martin Wilk und Dechant Andreas Pape (v.r.) bei der kurzen Andacht. Foto: Frank Bertram
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Blick aus der Hohen Münsterstraße auf das neue Gemeindehaus, das Pfarrhaus sowie im Hintergrund die Münsterkirche. Foto: Frank Bertram