Einbecker Woche 19/2020

Was war?

Woche 1 mit Maske: Nach einer Woche mit Mund-Nase-Schutz beim Einkaufen und Busfahren hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen mit diesem ungewohnten Stück Stoff im Gesicht machen können. Und vielleicht als Brillenträger auch schon Tipps ausprobiert, damit die Maske nicht mehr oder jedenfalls nicht mehr so stark dazu beiträgt, dass die Gläser der Brille beschlagen. Jeden Tag werden außerdem Potenziale der Region deutlich, in der Krise das Beste aus der Situation zu machen, in der wir uns alle ohne Ausnahme befinden. Auch die Hahnemühle hat inzwischen nicht nur – wie hier bereits berichtet – Komponenten für Covid-19-Tests hergestellt, sondern nun auch Einweg-Masken aus Papier im Angebot, hier kann man mehr darüber erfahren.

Marc Wallrabenstein (l.), Dr. Sabine Michalek, Meinolf Lehmkul. Foto: Stadt Einbeck / Kayser

250 Kayser-Masken für Stadtverwaltung: Von den in Einbeck produzierten neuen Community-Masken der Einbecker Firma Kayser Filtertech hat jetzt das Rathaus für seine Mitarbeiter ein Volumen von 250 Mund-Nasen-Schutze bekommen. Die Kayser-Gruppe hatte, wie in der vergangenen „Einbecker Woche“ bereits berichtet, Anfang des Monats in Einbeck mit der Herstellung begonnen. Der Kayser-Geschäftsführer für Vertrieb und Entwicklung, Meinolf Lehmkul, und Vertriebsleiter Marc Wallrabenstein haben die ersten Mund-Nase-Masken an Bürgermeistein Dr. Sabine Michalek übergeben. „Großartig, dass ein Einbecker Unternehmen uns hier so schnell mit einem Produkt ‚Made in Germany‘ beliefern konnte,“ lässt sich die Rathaus-Chefin in einer Pressemitteilung zitieren. Gemeinsam arbeiten das traditionsreiche Familienunternehmen Kayser und die Stadtverwaltung jetzt an einer weiteren Variante der Community-Maske, die dann auch an Bürger verkauft werden soll. Nähere Einzelheiten dazu nannten die Beteiligten zunächst noch nicht.

Spielplätze, Museen, Tennis, Gottesdienste & Co.: Die aktuellen Änderungen der jüngsten Beratungen zwischen den Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin am Donnerstag Nachmittag sind bei Erscheinen dieser „Einbecker Woche“ sozusagen noch druckfrisch (und für Niedersachsen hier nachzulesen). Was die Punkte konkret für Einbeck und Umgebung bedeuten, wird noch ausformuliert werden müssen, ab 6. Mai soll in Niedersachsen eine neue Verordnung gelten, bis dahin gilt übrigens das Bisherige unverändert – auch an diesem langen Feiertagswochenende. Und sowieso und unverändert: Kontaktbeschränkungen, Abstand halten und Hygieneregeln einhalten.

Corona-Informationen: Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie ist weiterhin hier und hier auf verschiedenen Übersichtsseiten von Landkreis und Stadt nachzulesen, die regelmäßig aktualisiert werden. Im Landkreis Northeim sind (Stand: 30.04.2020, 14.33 Uhr) insgesamt 119 Menschen infiziert positiv getestet. 72 Menschen gelten inzwischen als genesen.

(c) Agentur für Arbeit
(c) Agentur für Arbeit

Arbeitslosenzahl steigt an: Insgesamt 1377 Menschen und damit 213 mehr als im März waren im vergangenen Monat im Bereich der Agentur für Arbeit Einbeck arbeitslos. Das waren nach Mitteilung der Arbeitsagentur 250 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote in Einbeck ist von 5,5 Prozent auf 6,5 Prozent im April gestiegen. Dass die Corona-Krise sich bemerkbar machen würde, war allgemein erwartet worden. Rund 4000 Betriebe aus den Landkreisen Göttingen und Northeim haben seit Beginn der Corona-Krise angezeigt, dass sie voraussichtlich kurzarbeiten werden, berichtete Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen. Nach ersten Angaben könnten bisher rund 49.000 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen sein. In welchem Umfang Beschäftigte letztlich tatsächlich in Kurzarbeit geschickt werden, dafür gibt es laut Gläser erst in ein paar Monaten Zahlen, da die Betriebe drei Monate Zeit haben, ihre Abrechnungen bei der Agentur für Arbeit einzureichen. Unternehmen sind außerdem bei ihrer Personalplanung momentan zurückhaltend. Die Nachfrage ist laut Arbeitsagentur um rund 50 Prozent zurückgegangen, so dass weniger als 700 neue Stellenangebote im April im Arbeitsagentur-Bezirk gemeldet wurden. Seit Januar gingen im Bereich Einbeck 320 Arbeitsstellen neu ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 110. Arbeitgeber meldeten allerdings im April 87 neue Arbeitsstellen, 23 mehr als vor einem Jahr.

Geschäftsführer Christian Gabriel (l.) und Prokurist Dr. Hartmut Heuer. Foto: Ilmebahn GmbH

Spuckschutz in Ilmebahn-Bussen: Nach und nach werden zurzeit alle Busse im Linienverkehr der Ilmebahn GmbH mit einer Scheibe zum Schutz des Fahrers ausgestattet. Die Eigenkonstruktion der Ilmebahn-Betriebswerkstatt ist mobil und kann wieder entfernt werden. „Wir hoffen, nach der Ausrüstung aller Fahrzeuge den Vorneeinstieg wieder möglich machen zu können und natürlich auch wieder Fahrgeldeinnahmen zu generieren“, sagte Christian Gabriel laut einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Leider ist davon auszugehen, dass trotz Wiederaufnahme des Fahrscheinverkaufes die Nutzerzahl im ÖPNV nicht sofort wieder den Stand vor der Krise erreichen wird. Fahrgeldverluste sind in 2020 also ein Dauerthema, dazu kommen zusätzliche Kosten der Verkehrsunternehmen für die Hygienemaßnahmen. Diese doch gravierenden finanziellen Auswirkungen können nicht von den Unternehmen alleine geschultert werden.“ Seit 16. März waren wegen der Corona-Pandemie und der daraus resultierten Infektionsgefahr kein Fahrscheine mehr im Bus verkauft worden. Der Einstieg erfolgt nur noch über die hinteren Türen, was der Gesunderhaltung der Fahrer und Fahrgäste dient.

Was wird?

1. Mai digital: Keine Mai-Kundgebung der Gewerkschaften – erstmals seit 1945, stattdessen gibt es digitale Angebote. Trotz Distanzgebot soll der Tag der Arbeit gemeinsam gefeiert werden – digital, bunt, politisch, musikalisch und interaktiv und das Mai-Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ auf neue Art mit Leben füllen. Mehr über die virtuelle Kundgebung hier. Dort soll auch die traditionelle Mai-Rede zu finden sein. Auch der CDA-Kreisverband Northeim ruft dazu auf, sich an digitalen Kundgebungen zum Tag der Arbeit zu beteiligen. „Am 1. Mai demonstrieren wir in diesem Jahr wegen Corona nicht auf den Straßen, sondern digital im Netz. Trotzdem stehen wir auch am Tag der Arbeit 2020 zusammen – digital, in den sozialen Netzwerken“, erklärte der Kreisvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmer, Helmar Breuker (Edemissen). „Wer im Einzelhandel, der Gastronomie oder der Logistik arbeitet, hatte schon vor Corona kaum genug zum Leben. Für die CDU-Arbeitnehmer ist deshalb klar: Harte Arbeit und niedrige Löhne müssen ein Ende haben. Wir fordern in unserem Maiaufruf einen besseren Mindestlohn und mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge. Beides sind die besten Instrumente, um die Löhne in Deutschland anzuheben.“ Die drei SPD-Bewerber für die Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl haben ein Video zum 1. Mai bei Facebook online gestellt:

Live und exklusiv aus der neuen Multifunktionshalle: Das Team des Hauses der Jugend und der Multifunktionshalle kooperieren mit der Eventmangement-Firma Krümmel-Event und gehen am 1. Mai erstmals mit einem „EIN-Stream“ live. Dieser Livestream wird aus der sich im Bau befindenden Multifunktionshalle am Freitag ab 20 Uhr übertragen. Zunächst ist eine Live-Führung durch die Multifunktionshalle vorgesehen. Anschließend gibt es eine Performance mit DJ M.E.N.J.U, heißt es in einer Pressemitteilung. Anregungen, Musikwünsche und Fragen werden über die Live-Chat-Funktion beantwortet. Zu sehen ist der Stream über die Seite „EIN-Stream“ auf Facebook. Vorgesehen sind in Zukunft mehrere Live-Veranstaltungen innerhalb Einbecks an besonderen Standorten. Mehr Infos auch auf dem Portal der Stadtjugendpflege www.jup-einbeck.de.

Sitzbänke im Stukenbrokpark. Archivfoto: Frank Bertram

Neue Möbel für den Bäckerwall: In Kürze will der Kommunale Bauhof im Bereich des Bäckerwalls neue Bänke aufstellen. Das teilte die Stadt Einbeck mit. Zuletzt seien dort neue Staudenbeete angelegt worden. Es werde beim Aufbau von Sitz- und Hockerbänken sowie den Abfallbehältern vorübergehend und in einigen Bereichen zu Absperrungen und auch baubedingtem Lärm kommen. Hierfür bittet die Stadt die Besucher der Parkanlage um Verständnis. Der Bäckerwall erhält dieselben Modelle für Bänke und Abfallbehälter wie sie bereits im Stukenbrokpark stehen. Die Abfallbehälter sind mit Ascher ausgestattet, die Bänke teilweise zusätzlich mit Armlehnen. In einer weiteren größeren Maßnahme soll im kommenden Winterhalbjahr der nördliche Bäckerwall-Bereich am Eingang von der Tiedexer Straße umgestaltet werden, kündigte die Stadt Einbeck an.

Christian Grascha (l.) mit Jörg Richert. Fotomontage: FDP

Live-Skype-Chat mit dem Ersten Kreisrat: Der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha hat bei seinem dritten Webtalk per Skype am Montag, 4. Mai, ab 19.30 Uhr den Ersten Kreisrat des Landkreises Northeim, Jörg Richert, zu Gast. „Herausforderungen an den Landkreis“ lautet der Titel der Unterhaltung, an der jeder online teilnehmen kann. Jörg Richert, der auch den Corona-Krisenstab im Kreishaus leitet, soll einen Überblick über das Erreichte, aber auch über Probleme bei der Umsetzung der Verordnungen schildern, wünscht sich Grascha. Die Videokonferenz via Skype ist für eine Stunde angesetzt. Die Einwahldaten für die Videokonferenz finden Interessierte hier auf der Homepage von Christian Grascha.

Neue Kulturring-Termine: Der Kulturring Einbeck hat in dieser Woche einige Termine für verlegte Veranstaltungen mitgeteilt, die wegen Corona nicht stattfinden konnten. Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit.