Einbecker Woche 17/2020

Was war?

Mann erschießt seine Ehefrau: Am Dienstag nach Ostern hat ein 48-jähriger Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft seine 27 Jahre alte Ehefrau in Einbeck erschossen. Zum Motiv und den Hintergründen der Tat teilten die Ermittler bislang nichts mit. Mehr dazu hier.

Lockerungsübungen in der Corona-Pandemie: Wohl selten zuvor hat ein ganzes Land auf eine Video-Konferenz der Bundeskanzlerin mit allen Ministerpräsidenten der Bundesländer geschaut. Aber in der Corona-Krise ist sowieso alles anders – und die am Mittwoch Abend beschlossenen Lockerungen haben Auswirkungen auf unser aller Alltag, ebenso wie die Bekräftigung der Beschränkungen zunächst bis Anfang Mai. Die Berliner Beschlüsse hat jedes Bundesland und jeder Landkreis nun nachfolgend konkret auszuformen und umzusetzen. Viele Innenstadt-Einzelhändler in Einbeck dürften ab Montag wieder öffnen, wenn auch mit Hygieneschutz- und Vorsichtsmaßnahmen. Die Vizepräsidentin der IHK Hannover, Birgitt Witter-Wirsam (Göttingen), kritisierte die 800-Quadratmeter-Regelung, Hygiene- und Abstandsregeln könnten vollkommen unabhängig von der Ladengröße verantwortungsvoll umgesetzt werden. „Deswegen wäre eine breitere Lockerung im Einzelhandel – auch für Betriebe mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche – konsequenter gewesen“, erklärte sie.

Alles Lotto, oder was? Schon vor den Nachrichten aus der Hauptstadt hat eine Nachricht aus der Kreisstadt am Dienstag Abend alle Lottospieler hoch erfreut: Sie dürfen jetzt wieder persönlich in Annahmestellen ihre Kreuze machen und Lose kaufen und nichts gewinnen – statistisch gesehen jedenfalls trifft das für die meisten zu. Reine Lotto-Annahmestellen bleiben weiterhin geschlossen. Nur dort, wo Lottospieler nebenbei auch noch Zeitung oder Zigarren kaufen können, dürfen die Lotto-Dienste angeboten werden. „Ich freue mich, dass das Land unsere Rückfrage hinsichtlich der Lottoannahmestellen endlich beantwortet hat und nun Klarheit herrscht“, lässt sich Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zitieren und schiebt den schwarzen Peter für die Irritation von sich. Hintergrund waren juristische Auslegungsdetails, die in Northeim anders gesehen wurden als in Hannover.

Corona-Informationen: Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie ist weiterhin hier und hier auf verschiedenen Übersichtsseiten von Landkreis und Stadt nachzulesen, die regelmäßig aktualisiert werden. Im Landkreis Northeim sind (Stand: 17.04.2020, 13.30 Uhr) insgesamt 98 Menschen infiziert positiv getestet. 40 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Jugendpflege ist online: Seit Ostern gibt es vom Team des Hauses der Jugend und der Stadtjugendpflege ein Online-Programm. Dieses soll Jugendlichen helfen, die aufkommende Langeweile in der Corona-Krise sinnvoll zu gestalten. Vielfältige Angebote im Kreativ-, Koch- und Sportbereich sind bereits gelaufen und über die sozialen Medien publiziert worden. Dabei sind Insektenhotels und Schmunzelsteine entstanden sowie tägliche Kreativaktionen rund ums Osterfest angeboten worden. Auch eine interessante Kochshow im Live-Stream gab es schon (Pasta mit Gemüse in einem einzigen Topf kochen). In der nächsten Zeit soll es unter anderem ein Live-Fitnesstraining direkt aus der neuen Multifunktionshalle geben. Alle Angebote werden auf den Facebookseiten des Hauses der Jugend und der Jugendpflege sowie auf Instagram und auf dem Jugendportal www.jup-einbeck.de veröffentlicht. Außerdem hat das Team den Mitmach-Wettbewerb „Herzenswunsch“ ins Leben gerufen. Dieser Herzenswunsch kann Gefühle und Sehnsüchte, aber auch Vorfreude auf das Ende der Beschränkungen ausdrücken. Es kann von den Jugendlichen gemalt, gebastelt oder gedichtet werden, der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, schreibt Stadtjugendpfleger Henrik Probst. Bis Montag, 20. April, besteht die Möglichkeit, die Herzenswünsche mit Namen und Telefonnummer auf der Rückseite in die Briefkästen des Hauses der Jugend oder des Rathauses in Kreiensen einzuwerfen. Die kreativsten Einsendungen werden mit „Einbecker 10-ern“ belohnt, die in vielen lokalen Geschäften in Einbeck eingelöst werden können.

Die Live-Kochshow im Stream.

Was wird?

Einbecker Rathaus öffnet wieder eingeschränkt: Teile der Stadtverwaltung Einbeck werden voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche wieder für persönlichen Besucherverkehr geöffnet. Näheres dazu will die Verwaltung Anfang nächster Woche bekanntgegeben. Notwendig werde es aber in jedem Fall sein, vorab telefonisch oder per E-Mail einen Termin zu vereinbaren, hieß es. Hierzu solle man sich unmittelbar an die bzw. den für das Anliegen zuständige/n Mitarbeiter/in der Stadtverwaltung wenden. Durchwahlen und E-Mail-Adressen finden sich auf www.einbeck.de in der Rubrik „Stadt und Bürger => Rathaus“. Daneben kann die Stadtverwaltung auch über die zentrale Rufnummer 05561 9160 oder die E-Mail-Adresse stadtverwaltung@einbeck.de kontaktiert werden.

Kreishaus bleibt geschlossen: Zur Vermeidung des Infektionsrisikos mit dem Coronavirus bleiben sämtliche Dienststellen des Landkreises Northeim weiterhin bis auf weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Dienststellen sind aber besetzt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zu erreichen. In dringenden, unaufschiebbaren Fällen steht die Kreisverwaltung nach vorheriger Terminvereinbarung zur Verfügung. Welche Verhaltensregeln einzuhalten sind bei einem unabweisbaren persönlichen Gespräch (u.a. Termin darf maximal zehn Minuten dauern, Händewaschen vorher und hinterher, Besucher müssen eigene Stifte mitbringen und wieder mitnehmen), steht hier.

Alltagsmasken werden jetzt auch für andere genäht: Kirchenkreis, Hospizdienst und die Landfrauen produzieren mit zurzeit rund 100 Näherinnen und Nähern die Mund-Nasen-Masken, auch Alltagsmasken oder Community-Maske genannt (nicht zu verwechseln mit den medizinischen Masken). Bis jetzt (Stand: 16. April) konnten mehr als 2875 Masken verteilt werden an Einrichtungen wie Pflegedienste, Pflegeheime, Palliativ-Netz, Arztpraxen, Physiotherapie-Praxen, Tafel, Jugendhilfeträger, Wohnstätten für Menschen mit Behinderung. Gern wollen die Organisatoren weiter Mund-Nasen-Masken verteilen an Menschen und Einrichtungen, die Kontakt zu abwehrgeschwächten, chronisch-kranken und pflegebedürftigen Menschen haben oder selbst betroffen sind, zumal das Tragen der Masken jetzt offiziell dringend empfohlen wird. Aus diesem Grund soll die Aktion ausgebaut werden. Ab jetzt werden auch Menschen unterstützt, die in system-relevanten Bereichen tätig sind. Diese Menschen sollen mit Mund-Nasen-Masken versorgt werden sowohl für ihren dienstlichen wie ihren privaten Bereich, teilte Annette Hartmann vom Ambulanten Hospizdienst mit. Dazu zählen die Organisatoren alle in Arztpraxen, im Krankenhaus, in der ambulanten und stationären Pflege und Betreuung, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in Hebammen-Praxen, in Physiotherapie- oder Ergotherapie-Praxen, im Rettungsdienst, in der Feuerwehr, beim DRK, bei den Johannitern, beim ASB, beim THW, bei den Tafeln oder den verschiedenen Einkaufshilfen, in Geschäften, die den Bedarf des täglichen Lebens sicherstellen, bei kommunalen Einrichtungen, die helfen das tägliche Leben aufrechtzuerhalten, im Fahrdienst und Erkrankte transportieren, bei sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen, in der Jugendhilfe, in Schulen, Kindergärten, Jugentreffs u.ä., alle pflegenden Angehörigen bzw. selbst Erkrankten. Näherinnen und Näher, die die Aktion unterstützen möchten, sind willkommen. Bettwäsche ist im Moment ausreichend vorhanden. Bunte Baumwollstoffe und schmale Gummilitze bzw. Gummikordel werden weiter benötigt. Bedarf an genähten Mund-Nasen-Masken kann gemeldet werden, per E-Mail an annette.hartmann@Leine-Solling.de oder telefonisch unter 05551-915833. Weitere Informationen sowie ein Kontakt-Formular gibt es auch auf der Homepage unter www.zwanzig-minuten.de. Dort können sich auch Näherinnen und Näher melden.

Einbeck im Rundumblick: In Zeiten der Kontaktbeschränkungen wachsen viele digitale Angebote. 360-Grad-Aufnahmen aus Einbeck gibt es schon länger, jetzt sind auch erste virtuelle Stadtrundgänge durch Einbeck zu den Sehenswürdigkeiten der Bier- und Fachwerkstadt möglich (hier), weitere sollen in Kürze folgen. Die Tourist-Information der Stadt Einbeck hat diese Seite in Zusammenarbeit mit den (Luftbild- und 360-Grad-Fotografen Michael Mehle und Michaela Hundertmark) veröffentlicht.

Regional zusammenstehen: Mit ihrer neuen Website regionalzusammenstehen.de möchte die Volksbank in Zeiten der Corona-Krise schnelle Hilfe für die Menschen bieten. Unter dieser Adresse ist eine Übersicht des Angebots von rund 350 Händlern aus der Region zu finden, die weiter wächst und regelmäßig aktualisiert wird. Außerdem gibt es dort eine Hotline für Gewerbetreibende, an der diese die drängendsten Fragen loswerden können. Andreas Wobst, Vorstandsmitglied der Volksbank in Einbeck, ist davon überzeugt, dass dies der richtige Schritt ist, um die Menschen zu erreichen und sie gezielt zu unterstützen. „Die Region liegt uns am Herzen“, sagt Wobst. Auch in schwierigen Zeiten sei die Volksbank ein verlässlicher Partner. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele. Gemeinsam schaffen wir das“, sagt Andreas Wobst. Mit einem Malwettbewerb und einer Geburtstagsaktion werden auch Kinder und Jugendliche einbezogen, laut Volksbank wurden mit beiden Aktionen bislang rund 19.000 Menschen erreicht. Auch redaktionelle Beiträge gibt es auf der Seite, die in Kooperation u.a. mit Einbeck Marketing publiziert wird. So erfahren Besucher zum Beispiel Freizeitaktivitäten der Geschäftsführerin:

Anja Barlen-Herbig beantwortet auf dem neuen Volksbank-Portal Fragen zu Freizeitaktivitäten.

Kommunalpolitik in der Corona-Pandemie: Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Kommunalpolitik in Einbeck hat, habe ich im Einbecker Politikblog hier aufgeschrieben. Nächste Woche trifft sich erstmals wieder der Verwaltungsausschuss – wegen der besonderen Lage und den Abstandgeboten in der großen Rathaushalle. Technisch möglich wäre seit kurzem auch eine Video-Lösung. Die aber wollen nicht alle. Und so treffen sich die neun VA-Mitglieder mit großem Abstand.

Wer wird was?

Einbeck Marketing sucht Eventmanager: Wer es wird, lässt sich noch nicht sagen, aber in dieser Woche ist über die Social-Media-Kanäle und die Website eine Stellenanzeige der Einbeck Marketing GmbH veröffentlicht worden. Gesucht wird ein Projektmanager Eventmanagement/Citymarketing. Bewerbungsschluss ist bereits am 30. April.