Einbecker Woche 7/2020

Was war?

Der Einbecker Marktplatz war am Donnerstag stundenlang abgesperrt. Foto: Frank Bertram

Bombendrohung sorgt für Aufregung: Die Polizei riegelte gestern über mehr als vier Stunden den Einbecker Marktplatz ab, mehrere Häuser wurden komplett evakuiert, Geschäfte blieben geschlossen, Gastronomiebetriebe, eine Apotheke und Arztpraxen mussten ihren Betrieb einstellen. Die Sparkasse war nur noch über die Knochenhauerstraße zu betreten. Hintergrund für den massiven Polizeieinsatz war eine Drohung gegen ein Fotogeschäft. Ein anonymer Anrufer hat sich um 8.12 Uhr bei der Einbecker Polizei gemeldet und einen Überfall auf das Geschäft in der Innenstadt am Marktplatz gemeldet. Als erste Einsatzkräfte diesen als glaubhaft eingeschätzten Anruf vor Ort überprüfen wollten, fanden sie das Geschäft menschenleer, verschlossen und unversehrt vor. Einen Überfall habe es nicht gegeben, erklärte die Polizei. Gegen 9.30 Uhr habe sich vermutlich derselbe Anrufer nochmals gemeldet, diesmal jedoch in dem zuvor überprüften Fotogeschäft bei der Inhaberin. „Der Anrufer gab an, in dem Geschäft eine Bombe hinterlegt zu haben“, sagte ein Polizeisprecher.

Bombenspürhund Fargo mit Polizeibeamten auf dem Weg zum Einsatz. Foto: Frank Bertram

Der Bereich wurde umgehend von der Polizei abgesperrt und anliegende Gebäude evakuiert. Polizeibeamte durchsuchten das Fachwerkhaus nach verdächtigen Gegenständen. Hierbei kamen auch mehrere Sprengstoffspürhunde aus Nienburg und Göttingen zum Einsatz. „Eine Bombe wurde nicht gefunden“, sagte der Polzeisprecher anschließend erleichtert. Die Sperrmaßnahmen am Marktplatz konnten gegen 14 Uhr wieder aufgehoben werden. Zum Hintergrund der Anrufe konnte die Polizei noch keine Angaben machen, die Ermittlungen dauern an.

Symbolbild. Foto: Frank Bertram

Auf Bewährung: Wegen gewerbsmäßigen Betruges in 19 Fällen mit einer Schadenssumme von insgesamt 18.130 Euro sowie Beihilfe zu einer versuchten räuberischen Erpressung hat das Amtsgericht Einbeck eine 25-jährige Northeimerin zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Verurteilte muss 150 Stunden gemeinnnützige Arbeit ableisten und bekommt für vier Jahre einen Bewährungshelfer. Die 25-Jährige habe eine „unfassbare Gutmütigkeit gnadenlos ausgenutzt“, sagte Richterin Martina Sievert in ihrer Urteilsbegründung. Über ein Jahr lang habe die Angeklagte bei einer 58 Jahre alten Bekannten eine Einnahmequelle gefunden, der sie skrupellos immer wieder andere Begründungen vorspiegeln konnte, warum sie Geld von dieser brauchte. Mal waren es Forderungen von Gerichten, mal Kosten einer Krankenhausbehandlung. Mehrmals musste ein angeblicher, per WhatsApp-Nachrichten schreibender „Polizeipräsident“ dafür herhalten, dass die 25-Jährige von der Geschädigten weiteres Geld bekam. Es sei merkwürdig, dass das Opfer immer wieder sein Portmonee aufgemacht habe, wunderte sich die Richterin. Als sich die Angeklagte mit der Geschädigten Mitte September 2017 abends auf dem leeren BBS-Parkplatz in Einbeck verabredet hatte, um mit ihr angeblich ein Gespräch über die Rückzahlung ihrer Schulden zu führen, hätten sich auf ein Handzeichen der Angeklagten zwei unbekannt gebliebene maskierte Mittäter hinten ins Auto gesetzt, hielten den zwei vorne sitzenden Frauen jeweils Messer an den Hals und zwangen sie, am nächsten Geldautomaten 1500 Euro abzuheben, schilderte die 58-Jährige als Zeugin. Die 25-Jährige habe dabei sehr vertraut mit dem Paar gewirkt. Geld bekam das Räuber-Duo jedoch nicht, da das Konto nicht ausreichend gedeckt war. Ohne Beute machte sich das junge Paar unerkannt davon. Es war im Auto sitzen geblieben, als die Frauen zum Geldautomaten ins Gebäude hinein gingen. Warum sie nicht sofort, sondern erst Tage später die Polizei informiert habe, begründete das 58-jährige Opfer im Zeugenstand: „Ich war so geschockt vom Messer am Hals und wollte nur noch weg.“ Außerdem habe sie gedacht, dass ihre 25-jährige Bekannte ja vor dem Geldautomaten ihren Vermieter angerufen habe, welcher die Polizei alarmieren sollte. „Das war ein Fehler, sich darauf zu verlassen“, räumte sie im Gerichtssaal ein. Strafmildernd wirkte sich ein Geständnis aus, dass der Verteidiger der 25-Jährigen für seine Mandantin abgegeben hatte – allerdings erst, nachdem das 58-jährige Opfer als Zeugin bereits umfangreich ausgesagt hatte: Es tue ihr sehr leid, sie räume die Vorwürfe ein und möchte sich bei der Geschädigten entschuldigen, ließ die 25-Jährige erklären. Die 58-Jährige nahm die Entschuldigung zwar an, fügte aber hinzu: „Das hilft mir auch nicht weiter.“  .

Was wird?

Wo soll gebaut werden? Bis zum Herbst soll mit den Insider-Kenntnissen der Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher für die jeweiligen Ortschaften der Stadt Einbeck ein Überblick entstehen, wo im Bestand noch gebaut werden kann. Möglichst soll auf neue aufwändige Baugebiete verzichtet werden. Mehr dazu steht im Einbecker Politikblog hier.

Das ehemalige Gemeindehaus auf dem Neustädter Kirchplatz wird abgerissen. Foto: Frank Bertram

Abriss: Der Abriss vor der Neugestaltung des Neustädter Kirchplatz wird sichtbar. Die Waschbeton-Elemente und das einstige Gemeindehaus sowie die unterirdischen Toilettenanlagen werden abgebrochen. Hier ist ein Video im Einbecker Politikblog dazu zu finden.

Prävention: Der Einbecker Präventionsförderverein FIPS organisiert wieder zwei Aktionswochen mit dem Bamberger Sozial- und Theaterpädagogen Dirk Bayer zur Prävention. Geplant sind die Angebote vom 23. bis 27. März und vom 21. bis 25. September. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden auf der Prävention sexuellen Missbrauchs, der Prävention problematischen Mediennutzungsverhaltens und der Förderung von Sozialkompetenz und respektvollem Umgang in Schule, Alltag und Familie liegen. Die Schulen im Landkreis werden derzeit nach ihren Wünschen und Bedarfen gefragt. Bei Interesse ist eine Mitteilung an info@fips-einbeck.de möglich.

Lieblingsmensch am Valentinstag: Zum Valentinstag (14. Februar) hat sich die Einbecker Stadtbibliothek eine besondere Veranstaltung ausgedacht: Unter dem Stichwort „Lieblingsmensch“ gibt es einen Musik-Literaturabend mit der Lesebühne „Dioptrien Deluxe“. Diese stehen für Sprach-Kultur und Poetry mit Musik und Witz.
Es gibt zwei Stunden Humor-Literatur – eigene Texte musikalisch unterlegt von Paul Bokowski, Joachim Linn und Henrik tom Dieck. Beginn ist am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr im Lesesaal der Einbecker Stadtbibliothek, Dr. Friedrich-Uhde-Straße. Eintritt 18 Euro, Valentinsrabatt für zwei Lieblingsmenschen nur 30 Euro. Karten reservieren geht unter 05561 916 777.

Blitzer-Geschwindigkeitskontrollen: Nach Angaben des Landkreises Northeim finden in Einbeck in der kommenden Woche am Freitag (14. Februar) mobile Geschwindigkeitskontrollen statt.

Naturscouts starten in Saison: Eine erste öffentliche Führung zu den Gänsearten im Leinetal beginnt am Sonnabend, 15. Februar, um 15 Uhr (Treffpunkt: Beobachtungsturm Geschiebesperre bei Hollenstedt). Am Sonnabend, 28. März, findet ab 15 Uhr eine Frühblüher-Führung auf der Hube statt. Am 18. April (Treffpunkt: 7 Uhr Friedhof Einbeck, Weinbergsweg) und 3. Mai (Treffpunkt: 7 Uhr Altendorfer Berg, Ende Negenborner Weg) gibt es Vogelstimmenführungen am frühen Morgen. Weitere Termine des Jahres unter www.naturscouts-leinetal.de, dort können auch individuelle Gruppenführungen gebucht werden.

Händel-Oper in der PS-Halle: Bei den 100. Internationalen Händel-Festspielen Göttingen findet auch eine Veranstaltung in Einbeck statt. In Kooperation mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und den Händel-Festspielen Halle entstand für die Jubiläumsspielzeit die Produktion „Ottone“, die die PS-Halle in Einbeck am 22. Mai erstmals in ein Musiktheater verwandelt. Der Vorverkauf hat begonnen. Eintrittskarten gibt es unter www.haendel-festspiele.de

Wer wird was?

Dr. med. Martina Rehse. Foto: EBS / privat

Diabetes-Kooperation: Dr. Martina Rehse erweitert mit ihrer diabetologischen Kompetenz das medizinische Spektrum des Einbecker Bürgerspitals (EBS). Sie ist seit fast 25 Jahre als Fachärztin für Allgemeinmedizin niedergelassen, seit zwölf Jahren mit ihrer Diabetes-Schwerpunkt-Praxis in Einbeck etabliert. Die Praxistätigkeit von Dr. Martina Rehse besteht unverändert fort. „Wenn ein niedergelassener Arzt Diabetes bei einer Patientin oder einem Patienten diagnostiziert, oder eine Therapieumstellung notwendig ist, die ambulant nicht durchführbar ist, kann eine Einweisung in das EBS erfolgen. Dort wird unter der Leitung von Frau Dr. Rehse gemeinsam mit den Patienten ein individuelles Therapiekonzept entwickelt, das Schritt für Schritt – angeleitet durch das Fachpersonal im EBS – umgesetzt wird“, erläutert EBS-Geschäftsführer Frederic Lazar in einer Pressemitteilung die neue Kooperation.