Kultureller Energiekick: Fünfte Kulturkrafttage ziehen Publikum mit großen Namen

(c) Foto: Christian Hartmann

„Wir wollten von Beginn an einen jährlich wiederkehrenden kulturellen Energiekick bieten, einen Erlebnisimpuls jenseits klassischer Genre-Grenzen“, sagt Initiatorin und Künstlerische Leiterin Julia Hansen. „Dass wir nun unser fünfjähriges Jubiläum mit großartigen Künstlerinnen und Künstlern feiern dürfen, ist eine wunderbare Bestätigung und Ansporn für die kommenden Jahre.“ Die fünften Kulturkrafttage finden vom 19. bis 22. März im PS-Speicher statt. Große Namen ziehen das Publikum an, der Kartenverkauf läuft gut. „Es gibt noch Tickets“, sagt Julia Hansen, „aber ich würde mich beeilen.“

(c) Foto: Kaupo Kikkas
Mit „Anima“ hauchen Ksenija Sidorova und die vier Saxophonisten von Signum der Musik im wahrsten Sinne des Wortes neuen Atem ein. Foto: Kaupo Kikkas

Auf dem Programm vom 19. bis 22. März stehen das Leipziger Klavierduo mit fulminanten Tanzrhythmen zu vier Händen, die weltweit gefeierte Ausnahmeakkordeonistin Ksenija Sidorova mit dem preisgekrönten Signum Saxophone Quartet, Kino- und TV-Star Christoph Maria Herbst im satirischen Wechselspiel mit dem Sélean-Trio, den Charakterinterpreten und Chansonnier Dominique Horwitz mit einer Hommage an den legendären Jacques Brel sowie die traditionelle Matinee mit Julia Hansen, Heikko Deutschmann, Rhani Krija, Jörg Siebenhaar und Thomas Zander, bei der zum Abschluss nochmals alle Register gezogen werden: Lesung und musikalische Performance fließen dabei nahtlos ineinander. Dazu: Bühnengespräche, ein Kulturkraft-Talk in der Sparkassen-Passage zur Marktzeit hautnah mit Heikko Deutschmann – und unverbaute kulturelle Inspiration in und zwischen allen Formaten.

In Einbeck trifft wieder Musik auf Sprache, Jazz auf Klassik, fein austarierte Performance auf emotionale Improvisation. Zum fünften Mal wird der PS-Speicher zum Kraftzentrum für ein langes Frühlingswochenende voll künstlerischer Energie, das Brücken schlägt zwischen Gattungen, Bühne und Publikum, inspirierendem Ambiente und künstlerischer Dynamik.

Das gesamte Programm ist hier zu finden. Tickets gibt es hier. Erstmals gibt es einen Kulturkraftpass plus, bei dem neben allen anderen Veranstaltungen auch die Kulturkraftstunde enthalten ist.

(c) Foto: Lukas Diller
Das Duo Julia Bartha und Julia Rinderle eröffnet mit der Kulturkraftstunde. Foto: Lukas Diller
(c) Foto: Ralf Brinkhoff
Dominique Horwitz kommt zur Late Night mit Werken von Jacques Brel. Foto: Ralf Brinkhoff
(c) Foto: Christian Hartmann
Die Veranstaltung mit Christoph Maria Herbst ist bereits fast ausverkauft. Foto: Christian Hartmann

Fragen an die Künstlerische Leiterin Julia Hansen

Was als ambitioniertes Wagnis begann, hat in fünf Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen: von 500 Besuchern im ersten Jahr auf 2100, von vorsichtiger Skepsis zu 87,5 Prozent Auslastung. Doch die Initiatorin, Künstlerische Leiterin und Schauspielerin Julia Hansen spricht nicht von Erfolg. Sie spricht von Entwicklung, von Verantwortung – und von einem Feuer, das nicht ausgehen darf.

Worauf zielen Sie ab?

Kultur ist Kommunikation. Das Erste, was wir lernen, ist singen, dann tanzen, dann sprechen. Das ist universell, das funktioniert über Sprach- und Ländergrenzen hinweg. Und aus diesem kreativen Raum heraus erwachsen auch alle Erfindungen, alle Ideen – in der Wissenschaft genauso wie in der Kunst oder im Alltag. Deshalb muss Kultur auch ein freier Raum bleiben: Frei von Ideologien, frei von Dekreten. Und zugleich vertraut genug, damit menschliche Produktivität und kreative Entwicklung möglich sind. Das ist gerade in so unruhigen Zeiten wie heute sehr wichtig.

Welche Rolle spielen die Kulturkrafttage in diesem Zusammenhang?

Sie sollen nicht passiv konsumiert werden, sondern sie wollen aktivieren: Sensibilität, Freude, Neugier … Wenn man sich in die Bequemlichkeit zurückzieht, verliert man leicht die Verbindung zu dem, was einen innerlich berührt. Richtig gefährlich wird es dann, wenn Kultur aus dem Bewusstsein verschwindet und die Empfänglichkeit dafür, bewegt zu werden, erlischt. Wenn man Kultur nicht einmal mehr vermisst. Genau das ist unser Punkt: Wir wollen Impulse geben, überraschende Akzente setzen, bevor Kultur keinen Platz mehr hat. Nicht höher, schneller, weiter – sondern ehrlich, tief, mit spürbarem Nachklang.

Diese Genre-Vielfalt – Klassik, Jazz, Rhythmen aus aller Welt und Literatur nebeneinander – ist das nicht riskant?

Menschen lieben Schubladen, das stimmt. Da weiß man, was man kriegt. Aber genau das möchte ich aufbrechen. Und das Publikum dankt es uns: Ich höre immer wieder von Besuchern, die für einen bestimmten Abend gekommen und dann länger als gedacht geblieben sind: ‚Dieses andere Konzert, da wären wir nie reingegangen, wenn wir nicht schon da gewesen wären, aber es war unglaublich.‘ Diese Überraschung, diese Bereicherung – das ist genau das, was die Kulturkrafttage ausmacht.

(mit Presseinformationen Kulturkrafttage)

(c) Foto: Frank Bertram
Auch einen Kulturkrafttalk wird es wieder geben, hier mit Charles Brauer 2025. Archiv-Foto: Frank Bertram