Modular, seriell und schnell: THW baut in elf Monaten neue Unterkunft in Einbeck

(c) Foto: Frank Bertram

Der symbolische Spatenstich ist getan, und jetzt soll es schnell gehen: In elf Monaten, in jedem Fall zu Weihnachten kommenden Jahres, will das Technische Hilfswerk (THW) Einbeck in seine neue Unterkunft einziehen. Einbeck ist Teil des Bauprogramms der Hilfsorganisation des Bundes, mit dem zunächst 30 THW-Liegenschaften in einer seriellen, systematisierten und kostensparenden Bauweise errichtet werden. Das Bauprogramm gilt als bedeutender Baustein zur Stärkung des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes. Auf einem etwa 13.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Sülbecksweg / Schwammelwitzer Straße im Gewerbegebiet am Butterberg entsteht für rund elf Millionen Euro ein Gebäude mit 720 Quadratmetern Nutzfläche auf zwei Etagen sowie eine Halle mit neun Stellplätzen.

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Symbolischer Spatenstich für die neue THW-Unterkunft in Einbeck (v.l.): Thorsten Schwedhelm (Generalunternehmer Goldbeck Nord GmbH), Anett Janiszewski (Staatliches Baumanagement Niedersachsen Region Süd), Ulrike Schöppl (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), THW-Landesbeauftragter Jörg Eger, THW-Ortsbeauftragte Nina Zettel, THW-Referatsleiter Johannes Fox, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Erster Kreisrat Jörg Richert. Foto: Frank Bertram

Der Neubau wird der Treffpunkt von 53 Ehrenamtlichen und rund 16 Jugendlichen und bietet ausreichend Platz für den Technischen Zug und die Fachgruppe Schwere Bergung Typ A. „Wir legen den Grundstein für die Zukunft des THW in Einbeck“, freute sich Ortsbeauftragte Nina Zettel. „Der Neubau wird die Möglichkeit bieten, unsere Arbeit noch besser zu machen.“ Seit 1991 ist das THW am Tiedexer Tor in Einbeck zuhause, die Räume hier sind zu klein geworden, es mangelt an rund 80 Quadratmetern Platz für die wachsende sowie vielfältiger gewordene Technik, konkret fehlen zwei Hallenstellplätze für Einsatzfahrzeuge. Die Gebäude entsprechen nicht mehr aktuellen Energie- und Umweltstandards, es fehlen ausreichend dimensionierte Sanitärbereiche besonders für Frauen und Mädchen.

Das alles wird im Neubau besser sein. Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, des Staatlichen Baumanagements für Südniedersachsen und das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck als Generalunternehmer lobten die bisher schnelle Realisierung im Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Hälfte der Aufträge werde an regionale Unternehmen gehen, sagte Thorsten Schwedhelm von Goldbeck zu. „Wir sind überzeugt, dass es der richtige Weg ist, den integralen Ansatz umzusetzen.“ Bei Kommunen sei für diese Bauart noch etwas Überzeugungsarbeit zu leisten.“ Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek lobte, die Bundeshilfsorganisation „macht uns vor, in welcher Geschwindigkeit gebaut werden kann“, davon könne man für Kitas oder Feuerwehrhäuser lernen. „Das modulare, serielle Bauen macht es schnell und effizient“, sagte THW-Referatsleiter Johannes Fox. In Einbeck hätten die Vorzeichen aber auch „richtig gut“ gestanden, räumte Ulrike Schöppl von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein, eine solche „erschlossene Wiese“ habe man nicht überall.  

Die neue barrierefreie Unterkunft des 1952 gegründeten THW-Ortsverbandes Einbeck wird auf zwei Etagen Raum für die Aufgaben der THW-Ehrenamtlichen bieten, die im Hochwasserschutz, bei der Stromversorgung, für Logistikarbeiten, beim Abstützen von Gebäuden und bei der Rettung und Bergung von Menschen zum Einsatz kommen. Neben einem Werk- und Übungsraum, einem Geräte- und Materiallager und einem Trocknungsraum für Einsatzkleidung wird es Umkleide- und Sanitärräume im Erdgeschoss geben. Im Obergeschoss sind Unterrichtsräume, ein Zimmer für die THW-Jugend, für den Funkbereich, für die Führung des Technischen Zuges und den Stab des Ortsverbandes vorgesehen. Außerdem wird Gebäude mit einer Küche ausgestattet. In der Fahrzeughalle bieten rund 550 Quadratmeter Stellplätze für insgesamt neun THW-Einsatzfahrzeuge und einen Lagerraum mit 56 Quadratmetern für die THW-Geräte sowie Ausstattung. Das große Außengelände soll als Ausbildungs- und Übungsfläche unter anderem für die Bergungsgruppe, als Rangierfläche vor den Fahrzeughallen sowie als Versickerungsflächen dienen.

Aktuell sind im Ortsverband Einbeck 53 ehrenamtliche Einsatzkräfte und 16 Kinder und Jugendliche organisiert. Hier wurden 2024 pro Person im Durchschnitt rund 260 Dienststunden geleistet. Einbeck liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (210 Dienststunden/Jahr/Person). Der größte Einsatz des Ortsverbandes Einbeck war die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Weitere herausragende Einsätze waren das Hochwasser 1998 im Stadtgebiet Einbeck, der Innenstadtbrand 2005 in Einbeck sowie das Weihnachtshochwasser 2023/2024.

Feuerwehr-Kreisbrandmeister Bernard Krzepina würdigte das THW als unterstützenden Partner für die gesamte Blaulichtfamilie, auf dessen Arbeit könne man im gemeinsamen Einsatz nicht mehr verzichten. Auch Erster Kreisrat Jörg Richert unterstrich die besondere Bedeutung des THW als „unverzichtbarer Partner in Großschadenslagen“, der rund um die Uhr mit Mensch und Maschine im Landkreis Northeim bereitstehe.

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Gemeinsam feierten THW-Ehrenamtliche und Gäste unter anderem aus der Blaulichtfamilie den Spatenstich. Foto: Frank Bertram
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An der Ecke Schwammelwitzer Straße / Sülbecksweg entsteht der THW-Neubau. Foto: Frank Bertram