Die Zimmerer haben die Dachdecker schon überholt: Es geht gut voran auf der Baustelle der Saline in Salzderhelden, jetzt konnte der Kultur-Förderkreis Salzderhelden als Bauherr zahlreiche Unterstützer zum offiziellen Richtfest begrüßen. „Verhallet sind des Beiles Schläge, verstummt auch die geschwätzige Säge, drum preiset laut der Zimmermann, so gut wie er es eben kann, den herrlich schönen, stolzen Bau, der sich erhebt zum Himmelsgrau“, erhob Zimmerermeister Philipp Neugebauer das Glas mit Nordhäuser Haselnuss-Korn zum Richtspruch und ließ es am Boden zerspringen.
Im Sommer soll das Salinen-Gebäude samt 18 Meter hohem Bohrturm aus Holz komplett stehen, etwa ein Jahr nach dem Start des Baus. Die Arbeiten liegen im Zeit- und im Kostenplan von rund 465.000 Euro. Etwa 40.000 Euro bringt der Förderverein über Eigenleistungen ein, vor allem durch Ingenieurleistungen des Vereinsvorsitzenden Erich Wilde und Carsten Schramm. Die Stadt Einbeck zahlt rund 293.000 Euro, darunter die Versicherungssumme. Von der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim kommen 48.000 Euro, von der AKB-Stiftung der Familie Büchting 56.000 Euro. Rund 30.000 Euro stammen aus dem Budget des Ortsrates Salzderhelden.
Die alte 1884 gebaute Saline war am 4. Juli 2020 nach Brandstiftung ein Raub der Flammen geworden. Lange Zeit war unklar, ob und wie die das Ortsbild prägende Gebäude wieder erstehen konnte. Die Zusage der beiden Stiftungen habe ihn ermutigt, auf die Stadt Einbeck zuzugehen. „Wenn Sie uns lassen, machen wir’s selber“, habe er damals im Rathaus gesagt, erinnerte sich Vorsitzender Erich Wilde. Der Kultur-Förderkreis Salzderhelden hat eine Vereinbarung mit der Stadt Einbeck unterzeichnet, sodass er die komplette Verantwortung für den Wiederaufbau sowohl inhaltlich als auch finanziell übernimmt. „Wir haben’s in die Hand genommen“, freut sich Wilde mit seinem Team. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek dankte Politik und Verwaltung für die „Vertrauenssache“, die Arbeiten dem Verein zu übertragen, der Turm ist bereits jetzt weithin sichtbar. „Die Verwaltung hat sich schwer getan, das Ehrenamt hat es gepackt“, machte Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller deutlich. „Davor ziehe ich meinen Hut: Salzderhelden hat wieder seine Silhouette.“ Pastorin Annegret Kröger erbat für Handwerker und Bauherrn Gottes Segen und wünschte sich, das neue Gebäude möge ein Ort der Geschichte und des Miteinanders sein. Der Förderkreis wirke wie das für den Ort so wichtige Salz als Lebenselexier in der Gesellschaft, sagte die Pastorin.
Innerhalb von sieben Wochen waren die Turmelemente zunächst in der Halle vorbereitet und dann in Zusammenarbeit der Firmen Stahlmann und Neugebauer Stück für Stück vor Ort aufgebaut worden. Zuvor war das Fundament gegossen worden. Die Fachwerk-Holzkonstruktion wird jetzt noch weiter mit einer Holzverschalung versehen, dann folgt der weitere Ausbau. Für Mauersegler und Fledermäuse sind Nistkästen am Salinenturm vorbereitet.



