In Hullersen gibt es einen neuen Treffpunkt für Sport und Freizeit. Er liegt am Radfernweg direkt neben dem Sportplatz und dem Sporthaus. Aus zwei ehemals privaten Tennisplätzen ist in den vergangenen Monaten in einer großen Gemeinschaftsleistung der Einbecker Ortschaft eine Anlage geworden, auf der Tennis, Volleyball, Badminton, Boccia, Outdoor-Schach und -Dame gespielt werden können. „Toll, was ihr hier auf die Beine gestellt habt“, lobte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bei der Eröffnung. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel sagte, Hullersen könne stolz darauf sein, was gemeinsam geschaffen worden sei. „Ich bin geflasht, wie das hier funktioniert hat“, sagte die Landrätin. „Es ist schön zu sehen, was aus einer Idee Tolles werden kann.“ Wichtig sei bei einem solchen Projekt immer jemand, der alle Fäden in den Händen gehalten habe, dankte sie Ortsbürgermeisterin Eunice Schenitzki.

Dem Dank schloss sich die Bürgermeisterin an, immerhin seien acht Jahre Durchhaltevermögen gefragt gewesen von der Idee bis zur Eröffnung. Solche Projekte könnten nur generationenübergreifend gedacht werden, und besonders schön sei auch, dass ein alter Platz „aus dem Dornröschenschlaf“ erweckt worden sei und nachhaltig genutzt werde, sagte Michalek. Der Einbecker Landtagsabgeordnete René Kopka erinnerte sich an einen Ortstermin vor zwei Jahren, damals habe die Anlage noch trostlos ausgesehen, umso schöner, dass hier jetzt unter anderem Kinder und Jugendliche von Handy und Computer weg und zu Sport und Bewegung gebracht werden könnten. „Vielleicht gibt’s ja dann auch mal wieder eine Tennis-Olympiamedaille“, sagte Kopka lächelnd, der selbst Tennis spielt.

Zu der Sportanlage in Hullersen gehört neben dem Fußballplatz auch das kleine Sporthaus mit Duschkabinen und Sanitäranlagen, beides in Verantwortung von Stadt und Ortsrat. Die Reaktivierung der zwei alten Tennisplätze zum neuen Treffpunkt für Sport und Freizeit ist überwiegend über Spenden finanziert worden. Viele Arbeiten wurden auch in Eigenleistung erledigt, beispielsweise habe die Pfadfinder-Gruppe „Stamm Johannes Ebbrecht aus Hullersen“ unter der Leitung von Lukas Leese das alte Schachspielfeld mit Farbe aufgefrischt, bedankte sich die Ortsbürgermeisterin. Anfang des Jahres ist von vier Ehepaaren ein Förderverein für die Anlage gegründet worden, der mittlerweile mehr als 40 Mitglieder hat und den Ortsrat tatkräftig unterstützt, Arbeitseinsätze zu organisieren und Treffs am Multifunktionsplatz. Vorsitzender ist Roland Beier. „Die Menschen kommen bei Boccia oder Brettspiel ins Gespräch und man hat ein Ziel im Dorf“, sagte Schenitzki. Seit 2014 gibt es keine Gastwirtschaft mehr im Ort – bislang der Treffpunkt in Hullersen. Tennis ist eine neue Sparte im SV Ilmetal. „Das konnte ich mir lange nicht vorstellen“, sagte Vereinsvorsitzender Heiko Haase. Schnappte sich den Schläger und lud die Bürgermeisterin zum Eröffnungsspiel auf dem Sandplatz ein.
Die Anlage besteht aus dem Tennis-Sandplatz und einem Multifunktionsplatz mit Rasen. Auf diesem können Volleyball oder Badminton gespielt werden, ein entsprechendes Netz ist vorhanden, für Boccia gibt es einen separaten Bereich. Auf dem Vorplatz stehen ein Outdoor-Schachbrett sowie ein Dame-Brett. Eine 40 Jahre alte Holzhütte wurde wieder in Schuss gebracht und dient jetzt als Kiosk.
Ortsbürgermeisterin Eunice Schenitzki erinnerte in ihren Eröffnungsworten an die lange Entstehungsgeschichte des neuen Treffpunkts. Die jetzt eröffnete Sport- und Freizeitanlage war ein ehemals privater Tennisplatz, der seit mehr als 30 Jahren nicht mehr in Betrieb war. Vor einigen Jahren sei bei ihr deshalb der Gedanke entstanden, das Areal für den Ort und für Jung und Alt zu nutzen. Mit Ulrich Filmer habe man im Dorf abgefragt, wer Interesse habe, Tennis zu spielen. Die Liste sei lang gewesen, aber den Vorstand des SV Ilmetal habe man zunächst noch nicht überzeugen können. „Dann wurde es etwas ruhiger um dieses Thema, aber ich habe noch nicht aufgegeben und habe meine Ortsratskollegen überzeugen können, dass wir es in eigene Regie übernehmen sollten“, schilderte Schenitzki.
Ende 2021 habe sie Axel Reichenbach kontaktiert und um Unterstützung durch seine Firma Reichenbach Wirkstoffe gebeten. Nach Treffen und Ortsterminen auch mit Geschäftsführer Sascha Sänger war Anfang 2022 klar: Der Ortsrat bildet eine neue Tennis-Sparte im SV Ilmetal und die Firma Reichenbach greift dem Projekt stark unter die Arme. Entsprechende Sachspendenangebote sind vom Rat beschlossen worden. Ohne die Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich gewesen, dankte Eunice Schenitzki ausdrücklich Axel Reichenbach und Sascha Sänger.
Der Angriffskrieg auf die Ukraine habe das Vorhaben erstmal auf Eis gelegt, weil die Kosten für die Reaktivierung so in der Höhe geschossen waren. Im Oktober 2023 hat die Firma Mattern den Auftrag von der Firma Reichenbach erhalten, den Platz 1 als Tennisplatz wieder herzurichten. Vor allem neuer Sand musste aufgebracht werden, die Netze und viele andere Teile waren noch gut brauchbar. Anfang 2024 wurde der zweite Platz als Multifunktionsplatz hergerichtet. Dabei ist der Ortsrat vom ursprünglichen Konzept abgewichen, den Platz mit Sand zu füllen, sondern hat Rasen genommen und von der Firma Mattern erstmal nur die halbe Fläche herrichten lassen. Firma Stapel hat einen Frischwasser-Anschluss in den Kiosk verlegt, die vorhandene alte Berieselungsanlage wurde durch Sven Rehwaldt wieder fit gemacht.
Die Volksbank eG in Einbeck hat die Figuren und die Aufbewahrungsbox für das XXL-Schach und Dame-Spiel gespendet, dankte die Ortsbürgermeisterin Vorstand Andreas Wobst. Auch eine neue Kaffeemaschine habe die Volksbank für das Projekt noch gesponsert. Die Sparkasse Einbeck hat das Geld zur Verfügung gestellt, damit bei der alten Holzhütte das Material für das neue Dach gekauft werden konnte, das Freddy Haddatz in Eigenleistung gedeckt habe, dankte Schenitzki den Sparkassen-Vorständen Frank Klenke und Stefan Beumer. „Vorher haben viele Dorfbewohner geholfen, das alte Dach herunter zu nehmen und provisorisch zu decken. Es lief alles Hand in Hand, das zeichnet die Gemeinschaft im Dorf aus“, freute sich die Ortsbürgermeisterin.

Pastorin Stefanie Deichmann erbat Gottes Segen für die mit vereinten Kräfte reaktivierte Anlage. Wie der Sänger Andreas Bourani in seiner Fußballer-Hymne singe, „denkt an die Tage, die hinter uns liegen“, könne man in Hullersen ein „Hoch auf alle, die dazu beigetragen haben“ anstimmen. Michaela und Mike Hubich von der Huldersun-Akademie stimmten ein Dankeslied für die Sponsoren an.


