#Warntag im Landkreis: Am 11. Februar um 11.02 Uhr heulen die Sirenen und lösen die Warn-Apps aus

Foto: Konstantin Mennecke/Kreisfeuerwehr Landkreis Northeim

Am Tag des Notrufs am 11. Februar (Freitag) initiiert der Landkreis Northeim den nächsten kreisweiten Warntag. Dann werden um 11.02 Uhr sämtliche Sirenen heulen und Warn-Apps auslösen, kündigt die Kreisverwaltung an. 20 Minuten später soll dann „Entwarnung“ auch über die Sirenen gesendet werden. Das Datum des Tags des Notrufs am 11.2. ist angelehnt an die Notrufnummer 112.

Vor zwei Jahren hatte der Landkreis die Alarmierung der Sirenen zum bundesweiten Warntag bereits getestet. Bei der zentralen Auslösung der Warn-Apps auf Bundesebene hatte es aber Probleme gegeben. „Wir haben seit dem letzten Warntag 2020 sehr erfolgreich mit unserer Warnapp BIWAPP gearbeitet und dieses Service-Angebot immer weiter ausgebaut. Mit dem Warntag am 11. Februar wollen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass wir auf vielen Ebenen Prozesse optimiert haben und als Landkreis Katastrophen gewachsen sind“, betont Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Ganz konkret sind seit dem bundesweiten Warntag am 10. September 2020 diverse Veränderungen eingetreten, berichtet der Landkreis. Die Kreisverwaltung ist aufgrund der Bürger-Rückmeldungen an die Städte und Gemeinden herangetreten, hat auf Sirenen-Förderprogramme des Bundes hingewiesen und hat die Einbindung der Sirenen aus kommunaler Zuständigkeit in das Funknetz des Landkreises unterstützt. Zudem wird BIWAPP zunehmend durch die Kreisfeuerwehr, eine Einheit des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises, mit Warnmeldungen zu größeren Bränden und einsatzbedingten Sperrungen sowie Unwettermeldungen verbunden mit Handlungsempfehlungen bestückt (siehe unten).

„Situationen wie die verheerende Flutkatastrophe im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nehmen wir ernst, analysieren unsere Ausrüstung im Katastrophenschutz und passen sie fortlaufend an“, betont Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Gleich mehrere so genannte mobile Sirenen hat die Kreisverwaltung angeschafft, die in diesen Tagen ausgeliefert werden. Zudem ist die Kreisfeuerwehr mit Satellitenanlagen ausgestattet worden, die auch bei einem Ausfall des Telekommunikationsnetzes das Telefonieren und die digitale Kommunikation via Satellit ermöglicht (siehe unten). „Genauso wie sich die Technik weiterentwickelt, überprüfen wir unsere Ausrüstung und Konzepte regelmäßig, stehen im engen Austausch mit anderen Landkreisen und entwickeln uns so ständig weiter“, erklärt Holger Schulz, Leiter des Fachbereichs 22 Brand- und Katastrophenschutz.

Zum Tag des Notrufs: #112Live aus der Einsatzleitstelle

Beim landkreisweiten Warntag am 11. Februar sollen die Abläufe der Bevölkerungswarnung im Katastrophenfall getestet werden. Zudem bietet die Kreisfeuerwehr an diesem Tag, der zugleich europaweiter Tag des Notrufs ist, einen Einblick in die Arbeit der Retter im Landkreis Northeim. „Bundesweit beteiligen sich Feuerwehren und Leitstellen am so genannten Twitter-Gewitter und machen so aufmerksam auf die viele Arbeit und das hohe Engagement, das in den Feuerwehren, im Rettungsdienst und anderen Organisationen an den Tag gelegt wird“, sagt Kai Reichelt, Leiter der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Northeim. Über die Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und DLRG wird deshalb in Echtzeit, gemäß der Richtlinien zum Datenschutz, berichtet. „Erstmals beteiligen wir uns an der Aktion und wollen so wertschätzend auf dieses Engagement aufmerksam machen.“

Was tun, wenn die Sirenen ertönen

Längerfristige Straßensperrungen, Gefahren durch lokale Überflutungen oder gravierende Ereignisse wie schwere Unwetter oder Unglücke mit Katastrophenalarm als Folge: Es gibt eine Vielzahl von Ereignissen, die es erforderlich machen, die Bürger zu warnen. Jeder sollte daher die Warnmöglichkeiten und ihre Bedeutungen kennen, schreibt die Kreisverwaltung.

Es gibt nahezu wöchentlich Einschränkungen im Alltag, die in Verbindung mit Feuerwehreinsätzen stehen und für Bürgerinnen und Bürger relevant sind. Längere Straßensperrungen nach Verkehrsunfällen gehören ebenso dazu wie Brände, bei denen in Folge einer starken Rauchentwicklung die Fenster und Türen geschlossen und Klimaanlagen abgeschaltet werden sollen. In all diesen Fällen informiert die Kreisfeuerwehr als Teil des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises über das Ereignis, die zu erwartenden Einschränkungen und kommuniziert, falls erforderlich, auch die entsprechenden Handlungsempfehlungen. Dabei heulen aber nicht etwa die Sirenen, sondern es werden Warnmeldungen über die App BIWAPP verschickt sowie im Bedarfsfall lokale Lautsprecherdurchsagen veranlasst.

Weitere Möglichkeiten, in denen BIWAPP warnen und informieren kann, sind beispielsweise Ausfälle von Infrastruktur wie der Wasserversorgung oder schwere Unwetter, die über den Landkreis ziehen. Diese Beispiele zeigen, weshalb es so wichtig ist, dass möglichst viele Menschen in der Region die App BIWAPP installiert haben. BIWAPP gibt es für Smartphones mit Android oder iOS als Betriebssystem kostenfrei zum Herunterladen. Um nur die jeweils relevanten Push-Benachrichtigungen zu erhalten, kann der so genannte „Wächter“, der als digitaler Schutzengel fungiert, auf einen individuellen Radius um den eigenen Standort eingestellt werden. Die vom Landkreis und der Kreisfeuerwehr verschickten Informationen werden je nach Dringlichkeit auf einen genau zugeschnittenen Benutzerkreis standortabhängig verschickt. Und: auch im Alltag kann BIWAPP helfen und informiert über baustellenbedingte Sperrungen, Schulausfälle und mehr. Weitere Informationen und den die Möglichkeit zum Herunterladen der App gibt es unter biwapp.de.

Foto: Konstantin Mennecke/Kreisfeuerwehr Landkreis Northeim
Sascha Böker, technischer Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentralen des Landkreises Northeim, beim Kontrollieren einer Sirene. Foto: Konstantin Mennecke/Kreisfeuerwehr Landkreis Northeim

Wer denkt, dass heulende Sirenen ein Relikt längst vergangener Tage sind, der irrt. Im Katastrophenschutz spielen sie auch im Landkreis Northeim eine Rolle. Sie sind in das Konzept zur Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall integriert und bieten zusammen mit Fernseh- und Rundfunkdurchsagen sowie Meldungen über Smartphone-Apps eine bestmögliche Information. Die Sirenen werden durch die Städte und Gemeinde beschafft und unterhalten. Sie legen auch die Standorte in den Ortschaften fest, an denen sie aufgestellt werden sollen. Der Landkreis Northeim tritt hingegen als Dienstleister auf. Die Programmierung der Sirenen und die Alarmierung werden durch den Landkreis übernommen. Er stellt die dafür erforderliche Technik, Software und auch das Personal.

Die Warnsignale der Sirenen

Sie gliedern sich in drei Töne:

Warnung der Bevölkerung

Wenn die Sirene eine Minute lang in einem Heulton zu hören ist, dann ist dies für die Bevölkerung die Information, um Fernseh- und Rundfunkdurchsagen zu beachten. Dort gibt es, ebenso wie über BIWAPP und die Social-Media-Kanäle der Kreisfeuerwehr, Informationen zur aktuellen Warnlage sowie zum richtigen Verhalten. Diesen Warnton gibt es am Warntag am 11. Februar um 11.02 Uhr zu hören.

Entwarnung

Ein einminütiger Dauerton hebt die zuvor ausgesprochenen Warnungen auf. Die Gefahr ist vorüber, Schutzmaßnahmen können aufgehoben werden. Dieser Warnton ist am Warntag um 11.20 Uhr zu hören.

Alarmierung der Feuerwehr

Bei großen Einsatzlagen der Feuerwehr sowie in Ortschaften ohne Funkmeldeempfänger, umgangssprachlich auch Pieper genannt, werden die Mitglieder per Sirene zum Einsatz gerufen. Dies geschieht mit einem dreimaligen, zwölf Sekunden dauernden Sirenensignal. Diesen klassischen „Feueralarm“ kennt man vom Probealarm am ersten Sonnabend im Monat immer gegen 12 Uhr mittags. Diese Warnung richtet sich allerdings nur an Angehörige der Feuerwehr und stellt keine Warnung der Bevölkerung dar.

Wie verhalte ich mich?

Sollten Sie über die Sirenen den einminütigen auf- und abschwellenden Warnton hören, so ist in Friedenszeiten eine besondere Gefährdungssituation für die Bevölkerung eingetreten. Informieren Sie sich umgehend über die aktuelle Lage, indem Sie:

  • das Radio einschalten und auf Rundfunkdurchsagen achten
  • die App BIWAPP öffnen und aktuelle Nachrichten, die Ihnen Kreisfeuerwehr und Kreisverwaltung bereitstellen, prüfen
  • die Social-Media-Kanäle von Landkreis Northeim und Kreisfeuerwehr Northeim prüfen
  • auf lokale Lautsprecher-Durchsagen durch Feuerwehr und Kreisfeuerwehr achten

Sie können im Katastrophenfall mithelfen, indem Sie die offiziellen Mitteilungen zur Lage und Verhaltenshinweisen teilen. Bitte nehmen Sie Abstand von Gerüchten oder Spekulationen, die sich ebenfalls schnell im Internet verbreiten. Bitte halten Sie zudem die Notrufleitungen für Notrufe frei und sehen sie von telefonischen Rückfragen ab. Alle relevanten Informationen stellen wir in diesen Fällen rund um die Uhr über alle Kanäle sowie über die regionalen Medien zur Verfügung.

Mobile Satellitenkommunikationsanlage

Der Landkreis Northeim hat eine mobile Satellitenkommunikationsanlage beschafft, welche auch im Krisenfall die Kommunikation und den reibungslosen Datenaustausch sicherstellen soll. Großschadenslagen, wie großflächige Überflutungen oder schwere Stürme, stellen die Feuerwehren vor eine besondere Herausforderung: Einsatzkräfte in hoher Anzahl müssen koordiniert werden, umfangreiche Absprachen mit Behörden sind zu treffen und natürlich muss im Krisenfall die Bevölkerung informiert werden. Da in solchen Situationen die klassischen Kommunikationswege, schnell überlastet sind oder Infrastruktur auch zerstört sein kann, braucht es eine Rückfallebene, eine so genannte Redundanz.

Kreisbrandmeister Marke de Klein (links), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Leiter des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz Holger Schulz (rechts), beim Testen der mobilen Satelittenkommunikationsanlage. Foto: Landkreis Northeim

Ab sofort steht der Kreisfeuerwehr oder dem Krisenstab der Kreisverwaltung dafür eine Satellitenkommunikationsanlage zur Verfügung. Beschafft wurde bewusst eine mobile Lösung, da diese individuell in verschiedenen Bereichen flexibel eingesetzt werden kann. „Wir haben uns bereits länger mit der Beschaffung von mobilen Satellitenanlagen befasst. Die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal inklusive der Analyse der Kommunikationssituation dort vor Ort haben bestätigt, dass die Investition richtig und wichtig war“, betont Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Der Landkreis verfügt mit drei so genannten Technischen Einsatzleitungen für den Ernstfall über Fahrzeuge, die mit umfangreicher Kommunikationstechnik ausgestattet sind. Berührungsempfindliche Bildschirme, Telefonanlagen, Computer- und Funkarbeitsplätze sowie Anlagen zur Wetterbeobachtung gehören ebenso dazu wie Stromerzeuger, die ein autarkes Arbeiten ermöglichen.

„Mit umfangreich im Ehrenamt ausgebildetem Personal können diese Fahrzeuge im Bedarfsfall von überall aus arbeiten, die Einsatzleitstelle in Northeim entlasten und jederzeit ein zuverlässiges und umfangreiches Lagebild über die aktuelle Situation im Landkreis liefern“, stellt Kreisbrandmeister Marko de Klein fest. Die Satellitenanlage ermöglicht jederzeit einen reibungslosen Datenaustausch, Kommunikation über Telefon, das Sammeln von Informationen und auch die zuverlässige Weitergabe von Warnungen und Hinweisen an die Bevölkerung.

Für die Satellitenkommunikationsanlage der Firma IPcopter hat der Landkreis insgesamt 10.000 Euro ausgegeben. Die Satellitenkommunikationsanlage geht nun in die praktische Testphase. Bei einem positiven Verlauf sollen weitere Investitionen in diese Technik erfolgen. 

BIWAPP-Warnapp

Die Bürgerinfo- und Warnapp, kurz BIWAPP, kann bereits seit 2016 im Landkreis Northeim genutzt werden. Seitdem wurde das Angebot immer weiter ausgebaut. Neben Informationen über Schulausfälle, Einschränkungen in der Schülerbeförderung, geplanten Baustellen und damit verbundenen Sperrungen und Geschwindigkeitskontrollen informiert BIWAPP ab sofort auch über längerfristige Sperrungen nach Verkehrsunfällen, über starke Rauchentwicklungen bei Bränden mit passenden Verhaltenshinweisen und Warnungen bei Unwettern. „Mit der kostenfreien App bekommen Bürgerinnen und Bürger somit rund um die Uhr, schnell und einfach relevante Informationen aufs Smartphone oder Tablet“, erklärt Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und wirbt zugleich dafür, das Programm kostenfrei auf den eigenen Endgeräten zu installieren.

Die technische Umsetzung und inhaltliche Betreuung des erweiterten Serviceangebots übernimmt Konstantin Mennecke, bei der Kreisfeuerwehr zuständig für die Kommunikation und Bevölkerungsinformation. „In der heutigen Zeit kommt es mehr denn je auf gute und zuverlässige Informationen an. Mit BIWAPP erreichen wir damit nicht nur die Menschen im Kreis Northeim, sondern auch Gäste oder Durchreisende, da zahlreiche Landkreise auf diese App setzen“, betont Mennecke. In der unmittelbaren Nachbarschaft sind das unter anderem die Kreise Hildesheim, Holzminden und Kassel. Aufgrund der Anbindung des Programms an das Modulare Warnsystem des Bundes (MOWAS) entgehen den BIWAPP-Nutzern auch keine Warnmeldungen von überregionaler Bedeutung. „Sie werden automatisch eingespeist. So gibt es die wichtigen Nachrichten jederzeit direkt in die Hosentasche.“

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Kreisbrandmeister Marko de Klein (rechts) und Sprecher der Kreisfeuerwehr Konstantin Mennecke (links), präsentieren die Bürgerinfo- und Warnapp, kurz BIWAPP. Foto: Landkreis Northeim

Die BIWAPP-Meldungen aus dem Landkreis Northeim können darüber hinaus auch jederzeit vom Computer aus abgerufen werden. Die Kreisfeuerwehr stellt die Meldungen unter biwapp.kfv-nom.de jederzeit aktuell zur Verfügung. Zusätzlich werden die Warnmeldungen auch über die Facebookseite, bei Twitter und Instagram jeweils unter ‚Kreisfeuerwehr Northeim‘ veröffentlicht.

(Mit Presseinformationen Landkreis Northeim)

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