Große Nachfrage nach Wertholz: Spitzenpreise bei Submission

Eine große Nachfrage nach Holz und Spitzenpreise für die Holzstämme prägten die diesjährige vom Landwirtschaftskammer-Forstamt Südniedersachsen mit den Landesforsten durchgeführte traditionelle Wertholzsubmission. „Das war ein gigantischer Erfolg“, ist der zuständige Forstamtsleiter Michael Degenhardt sehr zufrieden. Alles angebotene Holz konnte verkauft werden. Der Bedarf der Sägewerke und der Industrie sei sehr groß, sagte Degenhardt. Mittlerweile bieten sogar Privatleute auf das Holz, beispielsweise weil ein Tischler individuelle Möbel aus ihnen herstellen soll. Allein auf dem Vogelbecker Holzlagerplatz der Privatwaldbesitzer liegen 804 Festmeter Wertholz, auf die im Januar geboten werden konnte. Das sind circa 450 Holzstämme. Auf allen drei Plätzen der Submission (Vogelbeck, Suterode, Liebenburg) haben 48 Holzkäufer (Vorjahr 31) insgesamt 12.280 Gebote abgegeben, durchschnittlich 13 Gebote pro Los (ein Los ist eine Verkaufseinheit und kann aus einem oder mehreren Stämmen bestehen). Zum Vergleich: Im Vorjahr gab es lediglich 6377 Gebote, das waren durchschnittlich sechs Gebote pro Los.

Dieser teuerste Eichenstamm brachte insgesamt etwa 9000 Euro, sagen Michael Degenhardt (l.) und Dieter Scholz. Foto: Frank Bertram

Viele Arbeitskräfte in der Forst sind nach wie vor damit beschäftigt, die Waldschäden der vergangenen Jahre zu bewältigen und konnten nicht gleichzeitig Laubwertholz bereitstellen, berichtete Degenhardt. Naturschutzauflagen verstärken zudem den Mangel an Rohstoff für die heimischen Laubholzsäge- und Furnierbetriebe.

Das Eichenwertholz hat auf dem Holzlagerplatz Vogelbeck mit einem Durchschnittspreis von 843 Euro pro Festmeter (Vorjahr 545 Euro/Fm) kräftig zugelegt und den höchsten Durchschnittspreis der vergangenen 20 Jahre erbracht. Die mit 2290 Euro/Fm am höchsten bebotene Eiche stammt aus einem Klosterkammerforstbetrieb in Wülfinghausen. Der 5,60 Meter lange Eichenholzstamm mit 97 Zentimetern Durchmesser ging an einen Furnierhersteller aus Süddeutschland.

Eschen von guter Qualität waren erneut sehr gefragt. Im Durchschnitt wurden auf die Eschen in Vogelbeck 7,2 Gebote je Los abgegeben. Der Durchschnittspreis ist hier auf 256 Euro/Fm gestiegen (Vorjahr 225 Euro/Fm). In der Spitze erzielte eine Esche einer von der Landwirtschaftskammer betreuten Forstgenossenschaft 449 Euro/Fm. Die in Vogelbeck angebotenen Douglasienstämme erlösten im Durchschnitt 229 Euro/Fm und die Lärchen sogar 261 Euro/Fm. Auch alle anderen angebotenen Baumarten (Erlen, Birken, Rüster, Buchen, Roteichen, Esskastanien, Nussbaum) konnten gut vermarktet werden, berichtete Degenhardt.

Auch die mittlerweile 31. Northeimer Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission wurde wieder gemeinsam vom Forstamt Südniedersachsen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Holzlagerplatz Vogelbeck GbR und den Niedersächsischen Landesforsten ausgerichtet.

Bezirksförster Dieter Scholz, Forstamtsleiter Michael Degenhardt, Forstbetriebsgemeinschaft-Vorsitzender Hilmar von Petersdorff-Campen und Holzlagerplatz-Geschäftsführerin Ulrike Säger (v.l.) an einem aus mehreren Stämmen bestehenden Los Roterle. Foto: Frank Bertram

Der Holzlagerplatz Vogelbeck gehört mit einer Fläche von rund sechs Hektar und einer Lagerkapazität von etwa 3000 Festmetern Holz zu den größten Wertholzplätzen Deutschlands. Eigentümer ist die Holzlagerplatz Vogelbeck GbR mit den Gesellschaftern Forstbetriebsgemeinschaft Northeim und Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover. Eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Waldbesitzern. Vorsitzende der FBG sind Hilmar von Petersdorff-Campen (FBG Northeim etwa 8000 Hektar Mitgliedsfläche) und Jobst Lampe (FBG Südhannover etwa 19.000 Hektar Mitgliedsfläche). Der für den Lagerplatz zuständige Bezirksförster ist Dieter Scholz. Geschäftsführerin der Holzlagerplatz GbR ist Ulrike Säger.

Besondere Holzarten waren auch dabei, hier links u.a. ein Walnuss-Stamm. Foto: Frank Bertram

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