Winter-Wunderland entsteht – aber wann es öffnen darf, ist ungewiss

„Wir wollen nicht aufgeben.“ Mirjan Mavriqi, der Technikleiter des Zirkus Charles Knie, steht mit Organisationschef Holger Fischer und Zirkusdirektor Sascha Melnjak in der ehemaligen Fahrzeughalle, die mit ihrem Holz-Fußboden auf zwei Ebenen zur Varieté-Manege geworden ist. Seit Oktober bauen sie mit gut 14 Leuten jeden Tag am „Winter-Wunderland“, das der Zirkus auf dem Gelände des Winterquartiers im Einbecker Ortsteil Volksen nach dem großen Erfolg des sommerlichen „Circus-Land“ eröffnen möchte. Doch wann das in der Corona-Pandemie möglich ist, das wissen sie nicht. Einmal bereits haben sie den Start auf den 4. Dezember verschieben müssen.

Auf der großen hydraulischen Bühne der Wassermanege, die später mit 80.000 Litern Wasser gefüllt wird (v.l.): Organisationschef Holger Fischer, Zirkusdirektor Sascha Melnjak und Technikleiter Mirjan Mavriqi. Foto: Frank Bertram

„Wir hatten uns am Montag Klarheit erhofft“, sind die Zirkusleute enttäuscht und blicken nun auf die nächste Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am kommenden Mittwoch. „Wir sind nicht verrückt, natürlich wissen wir um Corona“, sagen sie. „Aber man muss vorbereitet sein, sonst ist es zu spät.“ Das „Winter-Wunderland“ mit seinen Tausenden Lichterketten, mit der Eislaufbahn, der 40 Meter langen Eisrutsche und den Weihnachtsmarkt-Hütten um die Feuerstelle lasse sich nicht erst in wenigen Tagen aufbauen, nachdem ein Okay aus Berlin komme. Viel Platz ist zwischen den Buden, für die zum Theatersaal umgebaute Halle ist ein eigenes Lüftungssystem neben den üblichen Hygienebestimmungen eingebaut worden. 300 Besucher finden jetzt einen Platz in dem samtrot an Decke und Wänden abgehängten Saal. In diesem steht die transportable, mit 80.000 Litern gefüllte Wassermanege, mit der zahlreiche Licht- und Wassereffekte möglich und auf der drei Ebenen hydraulisch ausfahrbar sind. Internationale Artisten sind verpflichtet für 14 Varieté-Abende, die wie im Sommer von der Einbeckerin Rebecca Siemoneit-Barum moderiert werden sollen.

Die Eisbahn auf dem Hof des Zirkus-Winterquartiers wird aufgebaut. Foto: Frank Bertram

„Wir befinden uns in einer unwirklichen Situation“, sagt Holger Fischer. „Unser Park wächst und gedeiht, der neue Theater-Saal ist spielfertig – und wir machen weiter, ein Zurück kann es nicht geben, wenn die Tannenbäume bestellt und gefällt sind.“ Notfalls öffne man das Winter-Wunderland erst im Januar oder Februar. Der Start des Vorverkaufs sei noch sehr gut gelaufen, aber seit Novemberbeginn mit den Beschränkungen spüre man bei den Menschen eine Verunsicherung, berichtet Fischer.

Die Macher des Zirkus Charles Knie wissen sich mit anderen in der Veranstaltungs- und Gastronomie-Branche einig. Die Ungewissheit und fehlende Planungssicherheit sei zunehmend ein Problem. „Wir arbeiten und arbeiten und sehen kein Licht am Ende des Tunnels“, beschreibt es Mirjan Mavriqi. Drei Mal so viel wie im Sommer habe der Zirkus in das Winterland und Varieté investiert, eine gut sechsstellige Summe. Ob sie ihren Park zur Winterzeit noch vor Weihnachten eröffnen dürfen, wissen sie nicht. Aber sie hoffen es.

Hunderte Tannenbäume stehen auf dem Gelände und werden mit Lichtern geschmückt. Foto: Frank Bertram
Der Eingang zum „Winter-Wunderland“ in Volksen ist hell erleuchtet. Foto: Frank Bertram

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