Einbecker Woche 29/2020

Was war?

Saline Salzderhelden brennt nieder – Ersatzbau geplant: Die Saline Salzderhelden ist vor einer Woche niedergebrannt, der Turm aus Holz ging in Flammen auf und wurde komplett vernichtet (mehr hier). Die Brandursache wird von Experten der Polizei ermittelt, es gibt eine spezielle Ermittlungsgruppe. Denn nach der Saline brannten in den folgenden Tagen auch noch mehrere Gartenlauben und Altkleidercontainer in Salzderhelden und Einbeck. Ob dies eine Serie ist, ist bislang unklar. Nach einem Ortstermin der Fachleute aus der Verwaltung mit dem Kultur-Förderkreis an der Brandruine Salinenturm (mehr hier) sowie der Sitzung des Kulturausschusses mit einstimmigem Beschluss (mehr hier) ist auch klar, dass es einen Ersatzbau für den Holzturm geben soll. Die Brandversicherung wird den Zeitwert ersetzen. Spenden sind möglich auf das Konto IBAN DE91 2789 3760 0050 0763 01 bei der Volksbank Einbeck.

Sitzung des Kreistages am Freitag Nachmittag in der Stadthalle Northeim. Foto: Frank Bertram

Kreistagsmehrheit stimmt für 1-Euro-Verkauf: Die Immobilie des ehemaligen Jugendfreizeitheims Silberborn ist an den Allgemeinen Rettungsverband Niedersachsen-Süd (ARV) verkauft. Der Kreistag stimmte am Freitag Nachmittag mit großer Mehrheit bei vier Gegenstimmen und fünf Enthaltungen für eine Veräußerung für lediglich einen symbolischen Euro. Daran hatte sich zuletzt heftige Kritik entzündet. Der ARV hatte angekündigt, rund 300.000 Euro investieren zu wollen. In letzter Minute wurden noch weitere Bedingungen in den Verkauf verhandelt: Die Beteiligungsfrist für eine Weiterveräußerung gilt nun sieben statt wie vorher vorgesehen fünf Jahre, und Vereine aus dem Landkreis Northeim erhalten in dem dann vom ARV betriebenen Haus in den nächsten sieben Jahren zehn Prozent Rabatt bei Buchungen.

Die Belegschaft von Burgsmüller vor dem neuen Gebäude in Einbeck an der Schwammelwitzer Straße. Foto: Burgsmüller GmbH / Florian Spieker

Burgsmüller in Einbeck gestartet: Nach einer Bauzeit von neun Monaten hat der Immobilienentwickler VGP Industriebau Deutschland GmbH den neu errichteten Standort in Einbeck an die Burgsmüller GmbH übergeben. Innerhalb eines Monats erfolgte bei laufender Produktion planmäßig der Umzug vom alten Standort in Kreiensen an die Schwammelwitzer Straße in Einbeck. „Trotz der Corona-Beschränkungen haben wir unseren ambitionierten Zeitplan einhalten können“, freut sich Geschäftsführer Jens Biel. Mit dem Umzug nach Einbeck schafft sich Burgsmüller die Möglichkeit der Kapazitätserweiterung. Dank der größeren Werksfläche können alle Abläufe – von der Bestellung bis zum Versand der fertigen Teile – effektiver gestaltet werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Mitte April 2019 hatte Burgsmüller mit VGP, einem der führenden europäischen Anbieter von Logistik- und Gewerbeimmobilien, einen Mietvertrag unterzeichnet und damit den Startschuss für den Bau des rund 7200 Quadratmeter großen Hallen- und Bürokomplexes gegeben. Der neue Standort mit einer Grundstücksfläche von etwa zwei Hektar im Industriegebiet Butterberg bietet Platz für bis zu 125 Mitarbeiter. Die Burgsmüller GmbH in Einbeck beschäftigt heute nach eigenen Angaben 95 Mitarbeiter und agiert als eigenständiges Unternehmen in der KraussMaffei Extrusion. Burgsmüller ist innovativer Metallbearbeiter: Unter anderem geht das Innen- und Außenwirbelverfahren, das heute alle Hersteller von Spindeln einsetzen, auf das Unternehmen zurück. Jährlich werden mehr als 40.000 Schneckenelemente für die Extrusionsbranche sowie Schaftwellen und Zylinder in den hauseigenen Metallbearbeitungszentren gefertigt. Mehr zur Grundsteinlegung im September 2019 hier.

Viele Flaschen abgefüllt: Die Einbecker Brauhaus AG hat im Juni dieses Jahres insgesamt 12,4 Millionen Flaschen in 520.000 Bier-Kästen abgefüllt, das ist der höchste Wert seit vier Jahren und dem Start der neuen zweiten Abfüllanlage. Mehr hier im Einbecker Bierblog.

Lauter! Die Akustik in der Rathaushalle ist für Wortbeiträge schlecht. Dort tagt aber in Corona-Zeiten jeder Fachausschuss des Stadtrates. Teilweise waren die Redebeiträge der Kommunalpolitiker in den Zuschauerreihen nicht zu hören, geschweige zu verstehen. Mit Mikrofon lief’s im Kulturausschuss besser. Mehr hier in meinem Einbecker Politikblog.

Vardeilser suchen nach Lösung gegen Starkregen: Bereits im Bauausschuss (mehr hier) war die Problematik Thema, ohne Ortstermin wurde es jedoch nicht so richtig anschaulich, um was es geht. Vor Ort war dagegen der CDU-MdB Dr. Roy Kühne mit dem Ortsrat. Mehr dazu hier in meinem Einbecker Politikblog.

Corona-Informationen: Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie ist hier und hier auf Übersichtsseiten von Landkreis und Stadt nachzulesen, die regelmäßig aktualisiert werden. Im Landkreis Northeim sind (Stand: 10.07.2020) insgesamt 150 Menschen infiziert positiv getestet worden. 134 Menschen gelten inzwischen als genesen. Insgesamt gibt es weiterhin sechs Corona-Todesfälle von Menschen aus dem Landkreis Northeim. Pro 100.000 Einwohner liegt der Landkreis Northeim landesweit im Mittelfeld. Betrachtet man die Fallzahlen pro 100 Quadratkilometer, liegt der Landkreis Northeim nach Angaben der Kreisverwaltung vom 10. Juli im unteren Bereich. Bisher komme der Landkreis Northeim positiver durch die Krise, als zunächst befürchtet wurde. 52 Prozent der infizierten Personen im Kreisgebiet sind weiblich, 48 Prozent männlich. Auch bei der Verteilung in den Altersgruppen ergibt sich ein klares Bild: 26,7 Prozent der Infizierten sind 60 Jahre oder älter, 27,3 Prozent sind unter 30 Jahre und 46 Prozent sind zwischen 31 – 60 Jahre alt. Auf die Gemeinden verteilen sich die Infektionen wie folgt: Bad Gandersheim 24 Infektionen, 2 Todesfälle; Bodenfelde 1 Infektion; Dassel 5 Infektionen; Einbeck 19 Infektionen; Hardegsen 12 Infektionen; Kalefeld 17 Infektionen; Katlenburg-Lindau 3 Infektionen; Moringen 3 Infektionen; Nörten-Hardenberg 8 Infektionen, 1 Todesfall; Northeim 53 Infektionen, 3 Todesfälle; Uslar 5 Infektionen.

Was wird?

Bürgerbrunch im Garten: Der traditionell auf dem Marktplatz stattfindende Einbecker Bürgerbrunch soll wegen der Corona-Pandemie nicht ausfallen, sondern in den Gärten der Teilnehmer dezentral stattfinden. Mehr dazu hier.

Rotes Band zur Eröffnung durchschnitten (v.r.): Zirkusdirektor Sascha Melnjak, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Erster Kreisrat Jörg Richert und Einbecks stellvertretender Bürgermeister Marcus Seidel. Foto: Frank Bertram

Freizeitpark „Circus-Land“ eröffnet: Auf dem Gelände des Winterquartiers des Zirkus Charles Knie im Einbecker Ortsteil Volksen ist bis 30. August je von Mittwoch bis Sonntag das „Circus-Land“ geöffnet. Die Landrätin durchschnitt am Freitag Vormittag das rote Band, zuvor gab’s den Segen vom katholischen Zirkusseelsorger Pfarrer Sascha Ellinghaus für das Projekt. Mehr zum „Circus-Land“ hier.

Architektenwettbewerb „Wissensquartier“: Am Donnerstag (16. Juli) findet die Sitzung des Preisgerichts für den Architektenwettbewerb „Wissensquartier“ im zweiten Bauabschnitt (Museum+Archiv+Bibliothek) statt. Das Preisgericht tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 13 von 15 eingeladenen Büros haben sich mit Beiträgen beteiligt. Der Öffentlichkeit sollen die Ergebnisse zu einem späteren Termin vorgestellt werden, erklärte die Stadtverwaltung.

Geschwindigkeitsmessungen: In der kommenden Woche ist am 16. Juli (Donnerstag) in Einbeck mit Geschwindigkeitskontrollen durch den Landkreis Northeim zu rechnen. Im gesamten Kreisgebiet muss darüber hinaus mit weiteren Kontrollen (durch fest installierte Messanlagen und auch die Polizei) gerechnet werden, informiert der Landkreis Northeim.

Wer wird was?

Dr. med Andreas Press. Foto: EBS

Chefarzt geht: Der Chefarzt für Innere Medizin, Dr. Andreas Press, verlässt das Einbecker Bürgerspital (EBS). Nach zwei Jahren, in denen er das Haus in der schwierigen Phase der Insolvenz als Chefarzt begleitet hat, wird er sich neuen Herausforderungen widmen, heißt es in einer Mitteilung. „Wir danken Dr. Press für die andauernde Zusammenarbeit“, betonte darin EBS-Geschäftsführer Frederic Lazar. Gespräche für eine Nachfolge sind bereits gestartet. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir einen geeigneten Nachfolger finden, der mit uns gemeinsam das Einbecker Bürgerspital weiterentwickeln wird“, sagte Lazar.