Stadtbibliothek: Kontaktloser Büchertausch durch die „Schleuse“ möglich

Die Stadtbibliothek Einbeck bietet in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren Hygiene- und Abstandsregeln ihren Nutzerinnen und Nutzern verschiedene Möglichkeiten, sich mit frischem Lesefutter versorgen zu können. Eine ist der kontaktlose Büchertausch zum vereinbarten Termin in einer „Bücher-Schleuse“.

Bücher in Quarantäne: Zurück gegebene Bücher werden auf Rollwagen drei Tage „in Ruhe gelassen“, bevor sie wieder sauber einsortiert werden. Foto: Frank Bertram

Als „Bücher-Schleuse“ wird der ehemalige Eingangsbereich der Bibliothek direkt an der Dr.-Friedrich-Uhde-Straße genutzt. Hier gibt es die als Windfang gebauten zwei Glastüren, durch die Bibliothekmitarbeiter und Nutzer in jedem Fall getrennt sind. Zum vorher vereinbarten Zeitpunkt klingelt der Nutzer an der Tür. Die Mitarbeiter der Bibliothek legen an den vorgesehenen Platz im Windfang die bestellten Bücher, öffnen die Tür und warten dann hinter der inneren Glastür darauf, dass die Lesekunden ihre Bücher vom Tisch nehmen oder ausgelesene Bücher dort ablegen. So ist ein kontaktloser Büchertausch möglich. Die Beschäftigten der Bücherei tragen dabei selbstverständlich Mund-Nase-Schutz und auch Handschuhe. Eine einfache Rückgabe von Medien außerhalb der Öffnungszeiten kann auch über den Briefkasten erfolgen.

Wieder abgegebene Bücher müssen zunächst für drei Tage in Quarantäne, bevor sie wieder einsortiert und zur neuen Entleihe bereitgestellt werden können. In dieser Zeit liegen die Bücher auf unterschiedlich beschrifteten Rollwagen, die nicht berührt werden sollen. Die Quarantäne habe man sich einfallen lassen, weil eine Komplettdesinfektion der folierten Büchereinbände nicht möglich ist, ohne die Folierung und damit auch das Buch zu zerstören, berichtete Bibliotheksleiterin Antje Bach. Nach drei Tagen hafte das Coronavirus nach Expertenmeinung nicht mehr an den Folien, am Papier hafte es ohnehin nicht. In Maßen desinfiziert werden die Bücher trotzdem vor der Rücksortierung.

Die Bibliothek als beliebter Ort des Verweilens und des kommunikativen Aufenthaltes könne es in Corona-Zeiten leider nicht geben, bedauert Bibliotheksleiterin Antje Bach. Gemütliche Lese-Ecken zum Schmökern habe man auflösen müssen, damit die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Nach einem eigens aufgestellt Konzept bietet die Einbecker Stadtbibliothek jedoch genügend Möglichkeiten, sich mit spannenden, interessanten und informativen Büchern, Ratgebern, Hörbüchern, Zeitschriften, Filmen und Spielen einzudecken: persönlich nach Terminvereinbarung oder per „Take-away“ nach telefonischer Bestellung und wie beschrieben kontaktfrei über die „Bücher-Schleuse“ zur Straße hin.

Es gibt diese zwei Möglichkeiten der Medien-Ausleihe: Neben dem beschriebenen „Take-away“-Termin dann noch den „Stöber-Termin“, bei dem bis zu sechs Personen zeitgleich in der Bibliothek ganz in Ruhe, mit Abstand und entspannt nach neuen Büchern, Spielen und Filmen schauen und diese für vier Wochen mit nach Hause nehmen dürfen. Bislang nach gut zehn Wochen Erfahrung nutzen etwa zwei Drittel der Nutzer das selbst stöbern nach Terminvereinbarung, ein Drittel zieht die „Bücher-Schleuse“ vor, berichtete Bibliothekleiterin Antje Bach.

Im Internet kann der gesamte Bibliotheks-Bestand gefunden werden unter: https://stadtbibliothek-einbeck-de.jimdo.com/katalog/ Die Einbecker Stadtbibliothek öffnet zu folgenden Zeiten für die Leserschaft mit persönlichem Termin: Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 13 Uhr und am Dienstag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr. Auch die Terminvereinbarungen und der „Take-away“-Service sind zu diesen Zeiten möglich. Da der zeitgleiche Aufenthalt mehrerer Personen in der Bibliothek begrenzt ist, ist die vorherige Anmeldung per Telefon notwendig: 05561 916 777.

Bibliotheksmitarbeiterin Melanie Schade in der „Bücher-Schleuse“. Foto: Frank Bertram

(Geändert: 03.07.2020, 15:17 Uhr)

Anmerkung: In einer ersten Version hieß es hier durch ein Missverständnis, dass zwei Drittel der Nutzer die „Schleuse“ nutzen würden. Es ist aber nur ein Drittel, zwei Drittel wollen selbst stöbern.

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