Einbecker Woche 23/2020

Was war?

Wie groß wird das Corona-Loch im Haushalt? Diese Frage beantwortete die Finanzchefin im Einbecker Rathaus, Kämmerin Brigitte Hankel, in dieser Woche im Finanzausschuss des Stadtrates und bestätigte damit Befürchtungen vor allem der SPD, dass sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie durch Steuerausfälle im Etat der Stadt Einbeck deutlich niederschlagen. Mehr dazu in meinem Einbecker Politikblog hier.

Soforthilfe vor Ort: Nach Angaben der Northeimer Landtagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (SPD) sind von der Corona-Soforthilfe des Landes Niedersachsen bislang rund zehn Millionen Euro an 1569 Kleinunternehmen, Handwerksbetriebe und Selbstständige im Landkreis Northeim ausgezahlt worden (genau waren es 9.920.342,69 Euro mit Stand 15.05.2020).

Pfingstgruß in Partnerstadt Thiais: Da es über Pfingsten den geplanten Besuch aus der französischen Partnerstadt Thiais in Einbeck nicht geben kann, haben die am Austausch Beteiligten eine Grußbotschaft auf Französisch und auf Deutsch verfasst. Gruppen und Vereine waren gebeten worden, Fotos und kurze Texte zu schicken. “Seit der Begründung unserer Städtepartnerschaft im Jahr 1962 haben wir uns in jedem Jahr zu Pfingsten in Thiais oder Einbeck getroffen – 57 Jahre lang”, schreibt Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Corona habe alles verändert. “Wir sind sehr traurig darüber, hatten uns schon sehr auf das Wiedersehen mit euch gefreut”, sagt Michalek. Es soll nun 2021 stattfinden. Der komplette Pfingstgruß als PDF ist hier zu finden.

Kita-Notgruppen werden größer: Nachdem im April in der Stadt Einbeck insgesamt 95 Kinder in 30 Notgruppen betreut wurden, wird diese Notfall-Betreuung in den Kindertagsstätten inzwischen vergrößert. Vor einer Woche gab es 309 Kinder, die in 44 Notgruppen betreut wurden, in dieser Woche sind es 349 Kinder in 44 Notgruppen, informierte Sachgebietsleiter Jörg Mönnig auf Anfrage.

Corona-Informationen: Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie ist hier und hier auf Übersichtsseiten von Landkreis und Stadt nachzulesen, die regelmäßig aktualisiert werden. Im Landkreis Northeim sind (Stand: 28.05.2020) insgesamt 122 Menschen infiziert positiv getestet worden. Diese Zahl ist seit Tagen unverändert. 114 Menschen gelten inzwischen als genesen. Insgesamt gibt es vier Corona-Todesfälle von Menschen aus dem Landkreis Northeim. Damit gibt es im Kreisgebiet aktuell noch vier erkrankte Menschen mit nachgewiesenem Covid-19.

Was wird?

Wörter-Triathlon in Einbeck per Live-Stream: Die in Göttingen etablierte Kunstform des Wörter-Triathlons wird am Freitag, 29. Mai, ab 20.15 Uhr aus Einbeck in Kooperation mit dem Haus der Jugend auf dem Portal www.ein-stream.de übertragen. Ein Wörter-Triathlon ist eine gemischte Bühne, bei der Musiker verschiedener Genres auftreten, Poetry-Slammer ihre Texte vortragen und darüber hinaus jeder künstlerische Beitrag willkommen ist. Die Auftretenden haben wettbewerbsfrei jeweils 15 Minuten Zeit, ihre Kunst zu präsentieren. Wichtig ist die Mischung aus gesprochenen und musikalischen Beiträgen. Im April sollte der Wörter-Triathlon organisiert durch den Verein „Musik für Einbeck“ live in Einbeck stattfinden, was der Corona-Krise zum Opfer fiel. Der alternative Live-Stream wird nun von Joachim Linn aus Göttingen moderiert. Als Gäste begrüßt er verschiedene Künstler. Weitere Informationen auf der Website der Stadtjugendpflege www.jup-einbeck.de.

Facebook-Seite mit Ankündigung des Live-Streams.

Wieder regelmäßig Stadtführungen: Ab Pfingstsonnabend, 30. Mai, werden wieder öffentliche Führungen durch die Tourist-Information und ihre Gästeführer angeboten. Diese Führungen sind laut Pressemitteilung der Stadt Einbeck auf maximal neun Teilnehmer und einen Gästeführer beschränkt. Alle Teilnehmer müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen – mit Ausnahme der Gästeführer. Menschen, die nicht zu einem Haushalt gehören, müssen den Mindestabstand von 1,5 Metern wahren. Tickets für die Führungen können ausschließlich in der Tourist-Information im Eicke’schen Haus in der Marktstraße 13 erworben werden. Für Interessierte stehen folgende Termine zur Verfügung: Montag bis Freitag um 14.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen um 11 Uhr und um 14.30 Uhr. Die nächste öffentliche Führung “Helles Bier und dunkle Schatten“ findet am Freitag, 5. Juni, ab 21 Uhr statt. Premiere feiert außerdem „Waldbaden“: Mit einer zertifizierten Waldpädagogin lässt sich so ein geführter Abstecher in den Einbecker Stadtwald ermöglichen. Der Termin für diese Führung ist Freitag, 12. Juni, um 16 Uhr.

Mitarbeiter des Kommunalen Bauhofs der Stadt Einbeck arbeiten an der Radwege-Beschilderung. Foto: Stadt Einbeck
Mitarbeiter des Kommunalen Bauhofs der Stadt Einbeck arbeiten an der Radwege-Beschilderung. Foto: Stadt Einbeck

Neue Radwege-Beschilderung: Aktuell montiert der Kommunale Bauhof im gesamten Stadtgebiet neue Radwegeschilder. Künftig werden auch für das Rad fahren empfehlenswerte regionale Alltags- und Freizeitstrecken ausgewiesen sein. Zusammen mit den bereits ausgeschilderten Radrouten wie dem Leine-Heide-Radweg und dem Europaradweg R1 sowie den beiden städtischen Radrundwegen „Salz und Burgen“ und „Brücken und Grenzen“ ergibt sich ein Streckennetz von etwa 140 Kilometern. Entlang dieses Netzes werden etwa 280 Schilderstandorte mit Wegweisern stehen, von denen knapp die Hälfte bereits existieren. Diese müssen allerdings zum Teil ergänzt oder verändert werden. Die umfangreiche Schildermontage wird sich nach Angaben der Stadt Einbeck über mehrere Wochen hinziehen. Während dieser Zeit lassen sich vorübergehende Lücken im Streckennetz nicht vermeiden, bittet die Stadtverwaltung um Verständnis.

Kreisvolkshochschule setzt Kurse fort, sofern das möglich ist: Die KVHS Northeim bittet noch um ein wenig Geduld, ob und wenn ja wie auf welche Art wieder Kurse stattfinden werden. Sie wird sich mit allen Beteiligten in Verbindung setzen und darüber informieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Kreisvolkshochschule arbeitet an einem Hygienekonzept: Oberstes Ziel ist, die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus so gering wie möglich zu halten und die Teilnehmer sowie die Kursleitungen zu schützen. Es gibt Kurse, bei denen das Abstandsgebot von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern nicht eingehalten werden kann oder bei denen der vorgeschriebene Abstand pädagogisch nicht geboten erscheint. Auch Kurse mit Bewegungsinhalten führen durch den vorgeschriebenen Abstand von zwei Metern zu Problemen, weil nicht genügend Räumlichkeiten und Flächen verfügbar sind. Unabhängig davon wird das Online-Angebot stetig ausgeweitet. So konnte das Abschlusskolloqium für den Lehrgang „Pädagogische Mitarbeiterin oder Mitarbeiter an Grundschulen“ online durchgeführt werden. Die Deutsch-Sprachberatung findet ab sofort telefonisch statt. Upul W. de Silva von der Kreisvolkshochschule ist dafür jeweils von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0178 1647 941 zu erreichen. Eine Ausweitung auf Videokonferenzen wird geprüft. Die Sommerakademie mit spannenden Angeboten soll dieses Jahr online stattfinden. Geplant sind viele kostenlose Schnupperkurse in Spanisch, Englisch, Russisch, Polnisch sowie Gesundheitskurse. Zu gegebener Zeit wird es dazu Informationen auf der Internetseite www.kvhs-northeim.de geben. Die Kreisvolkshochschule beantwortet Fragen und berät Interessierte unter 05551/708-8210 oder per E-Mail an info@kvhs-northeim.de.

Wer wird was?

Selbstanzeige von Itzehoer Landrat: Er war rund 100 Tage lang der Jurist im Einbecker Rathaus, das war kurz vor der Bürgermeisterwahl 2013. Torsten Wendt (50) ist inzwischen seit sieben Jahren Landrat des Landkreises Steinburg in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Und in dieser Woche hat sich der Jurist selbst anzeigt. Ein ungewöhnlicher Schritt. “Ich habe gegen mich bei der Innenministerin die Durchführung eines Disziplinarverfahrens beantragt, nachdem mir ein Kreistagssbgeordneter vorwarf es wäre ‘grenzwertig’ gewesen den Kreistag bei der Errichtung einer Notunterkunft im rbz nicht mit einbezogen zu haben”, schreibt Wendt auf seinem Facebook-Profil. Die Abkürzung rbz steht für Regionales Berufsbildungszentrum. Wer die (bis dato 58) Kommentare durchliest, fühlt seinen eigenen Eindruck als gelegentlicher Mitleser von auf Facebook publizierten Aktivitiäten des gebürtigen Alfelders bestätigt: Hier kommuniziert jemand offen und transparent, was den Vorwurf absurd erscheinen lässt. Wendt hat in der Corona-Pandemie in der Anfangszeit nahezu täglich mit eigener Videobotschaft bürgernah informiert. Und so sind die Kommentare auch ausschließlich (was selten genug bei Facebook ist) zustimmend und den Landrat unterstützend. Hintergrund: Ein SPD-Abgeordneter wirft dem Landrat ein “grenzwertiges” Verhalten beim Corona-Krisenmanagement vor. In dem rbz war eine Notunterkunft eingerichtet worden, die nicht benötigt wurde. Für einige Facebook-Kommentatoren ist der Fall ein Zeichen, dass der politische Krisenkonsens nun auch im Lokalen wieder vorbei ist und einige wieder lieber parteipolitische Süppchen kochen. Und heute viele schon immer besser wussten, wie Krisenmanagement geht.