Warum das „Headbanger-Festival“ auf dem Flugplatz in Bad Gandersheim und nicht in Einbeck stattfindet

(c) Foto: Frank Bertram

Die Einbecker Brauhaus AG hat sich heute zu den Gründen näher geäußert, warum das für den 22. August geplante erste „Headbanger-Festival“ vom urspünglichen Standort Festplatz an der Twetge in Einbeck auf das Areal des Flugplatzes nach Bad Gandersheim umzieht. Das angekündigte musikalische Metal-Konzept und das internationale Line-up werden wie geplant umgesetzt, alle rund 2000 bislang verkauften Tickets behalten ihre Gültigkeit, der Vorverkauf läuft weiter. Ein kostenloser Bus-Shuttle mit zwei großen pendelnden Bussen wird eingerichtet. Mit der Stadt Bad Gandersheim um Bürgermeister Niklas Kielhorn an der Spitze und den Verantwortlichen des Flugplatzes Bad Gandersheim konnte die Brauerei als „Headbanger“-Veranstalter kurzfristig eine Ausweichlocation und hoch motivierte Partner finden. Die Brauerei dankt allen Beteiligten, die konstruktiv an einer tragfähigen Lösung mitgewirkt haben. Die VIP-Party werde jetzt in einem Hangar stattfinden. Für ausreichend Schatten- und Trinkwasser-Plätze werde gesorgt sein, kündigten die Veranstalter an. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens für den Einbeck-Standort seien nicht absehbare Hürden entstanden, die den Umzug notwendig gemacht hätten, um das Festival stattfinden zu lassen, erläuterte Brauhaus-Vorstand Marc Kerger. Man habe alles versucht, das Festival in Einbeck zu organisieren. „Der Umzug  ist nicht aus kommerziellem Interesse vollzogen worden, sondern war alternativlos.“ Im Gegenteil entstehen u.a. für den Shuttle, aber auch für Strom- und Wasseranschlüsse auf dem Flugplatzgelände zusätzliche Kosten.

Das Einbecker Brauhaus bedauert, dass die Festival-Premiere nicht in Einbeck stattfinden kann. „Wir verstehen die Enttäuschung. Auch für uns wäre eine Veranstaltung unmittelbar in Einbeck etwas Besonderes gewesen“, sagt Kerger. Nicht zuletzt deshalb habe man die Veranstaltung ja auch für den Festplatz geplant. „Gleichzeitig sind die Wege nach Bad Gandersheim überschaubar und mit dem Shuttle-Service möchten wir die Anreise so einfach wie möglich gestalten“, sagt Kerger. Nach der Ankündigung der Verlegung habe es böse und emotionale Reaktionen gegeben. Letztlich habe es aber bislang lediglich eine einzige Ticket-Stornierung gegeben, erzählen Marc Kerger und Tobias Langer von der Agentur Dluxe-Media.

Großveranstaltungen durchlaufen komplexe Prüfungs- und Abstimmungsprozesse, erläuterte der Brauhaus-Vorstand. „Wir respektieren die Verantwortung und die unterschiedlichen Aufgaben aller Beteiligten.“ Dabei gehe es unter anderem um Sicherheit, Verkehr, Lärmschutz, Flächenverfügbarkeit, Rettungswege und die Auswirkungen auf das Umfeld. „Warum aber bei unserer Veranstaltung ein Bauantrag und ein Schallschutzgutachten gefordert wurden, können wir nicht beantworten“, sagt Kerger. Vergleichbare Festivals seien so genannte „fliegende Bauten“ ohne Bauantrag, und auch für andere Veranstaltungen auf dem Festplatz seien bislang keine Gutachten für Lärmschutz bekannt. Marc Kerger: „Das angeforderte Schallschutzgutachten hat schließlich zu der gemeinsamen Entscheidung mit der Stadt geführt, dass wir unseren Gästen ein Hör-Erlebnis ermöglichen möchten, was dem Genre Metal gerecht wird, und daher haben wir uns um einem anderen Standort bemüht.“ Der in Einbeck geforderte dB-Wert, den Kerger nicht beziffern wollte, hätte für ein Metal-Festival keinen Sinn gemacht. „Ich weiß nicht, welche Auswirkungen unser Schallgutachten für andere Veranstaltungen in Einbeck haben wird.“ Die Stadt und die Brauerei als Veranstalter seien „nicht böse aufeinander“, sagt Kerger.

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Das Dosen-Bier zum Metal-Festival: Tobias Langer (l.) und Marc Kerger mit dem „Headbanger“, das es mit Alkohol (schwarze Dose) und ohne Alkohol (silberne Dose) gibt. Foto: Frank Bertram

Fragen & Antworten

Warum wurde das Headbanger Festival von Einbeck nach Bad Gandersheim verlegt?

Im Verlauf der konkreten Veranstaltungsplanung und des Genehmigungsverfahrens wurden die Anforderungen an Flächen, Bühnenaufbau, Sicherheit, Besucherführung, Parkplätze, Logistik und Schallschutz für den Veranstalter immer deutlicher. Für die Veranstaltung wurde ein Bauantrag und ein Schallschutzgutachten eingefordert, womit zu Beginn nicht gerechnet wurde, weil an dem Ort Festplatz an der Twetge bereits mehrere Festivals (u.a. Metal, Punk, Holy) stattgefunden haben. Die Entscheidung umzuziehen wurde daher vom Veranstalter mit Blick auf eine sichere, professionelle und für Gäste wie Künstler attraktive (laute) Durchführung getroffen.

Welche Auswirkungen hat die Verlegung für bereits gekaufte Tickets?

Alle bereits erworbenen Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Ticketinhaberinnen und Ticketinhaber müssen nichts weiter unternehmen. Aktuelle Informationen zur Anreise, zu Parkmöglichkeiten, zum Shuttle-Service und zum Ablauf werden über die offiziellen Kanäle des Festivals veröffentlicht.

Sind Lärm- oder Sicherheitsbedenken der Grund für die Verlegung?

Das angeforderte Schallschutzgutachten hat zu der gemeinsamen Entscheidung von Veranstalter und Stadt Einbeck geführt, um den Gästen ein Hör-Erlebnis zu ermöglichen, welches dem Genre Metal gerecht wird. 

Wie ist das Verhältnis zwischen dem Einbecker Brauhaus und der Stadt Einbeck?

Das Einbecker Brauhaus ist seit Jahrhunderten eng mit Einbeck verbunden und zählt zu den prägenden Unternehmen der Stadt. Diese Verbindung wird durch die Standortentscheidung für eine einzelne Veranstaltung nicht infrage gestellt. „Wir schätzen den Austausch mit der Stadt und möchten auch künftig gemeinsam daran arbeiten, Einbeck als Bierstadt, Wirtschaftsstandort und touristisches Ziel weiterzuentwickeln“, erklärte Brauhaus-Vorstand Marc Kerger.

Ist die Einbecker Brauerei noch immer Veranstalter und Organisator des Festivals?

Das Festival wurde vom Einbecker Brauhaus initiiert und ist eng mit dem Unternehmen und der (neuen) Marke „Headbanger“ (in der Dose) verbunden, dem ersten bundesweit vertriebenen Einbecker Bier. Daran ändert der Veranstaltungsort nichts. Das Einbecker Brauhaus bleibt Ideengeber, Veranstalter und prägender Partner des Festivals. Die Herkunft der Idee und die Verbindung zu Einbeck bleiben gemeinsam mit der Agentur Dluxe-Media als Partner weiterhin sichtbar.

Warum eignet sich der Flugplatz Bad Gandersheim?

Das Gelände bietet großzügige und flexibel nutzbare Flächen. Dadurch lassen sich Bühnen, Besucherbereiche, Gastronomie, Sicherheitszonen, Parkmöglichkeiten und logistische Abläufe sehr gut organisieren. Darüber hinaus gibt es nahezu keine Lautstärke-Beschränkungen. Zudem eröffnet der Standort Perspektiven für eine langfristige Entwicklung des Festivals. Der Brauerei als Veranstalter war wichtig, nicht nur eine kurzfristige Ausweichlösung zu finden, sondern einen Veranstaltungsort mit Zukunftspotenzial.

Soll das Headbanger Festival langfristig wachsen?

Ziel ist es, zunächst eine erfolgreiche, sichere und stimmungsvolle Premiere zu veranstalten. Der Flugplatz Bad Gandersheim bietet grundsätzlich Raum für eine langfristige Weiterentwicklung. Dabei gilt laut Einbecker Brauhaus: Qualität kommt vor Größe. Ein mögliches Wachstum muss organisatorisch, wirtschaftlich und im Hinblick auf Sicherheit und Akzeptanz verantwortungsvoll erfolgen.

Ist Bad Gandersheim lediglich eine Notlösung?

Nein. Auch wenn die Suche nach einem neuen Veranstaltungsort aus der veränderten Planungssituation entstanden ist, betrachten die Veranstalter den Flugplatz Bad Gandersheim keineswegs als Notlösung. Der Standort bietet viele Vorteile und ermöglicht es, das Festival mit hoher Qualität, ausreichend Platz und einer guten Infrastruktur umzusetzen.

Welche Rolle spielt Einbeck künftig für das Festival?

Einbeck bleibt die Heimat des Einbecker Brauhauses und damit ein wichtiger Ausgangspunkt der Veranstaltung. „Wir möchten die Verbindung zwischen Einbeck und dem Festival trotz des neuen Veranstaltungsortes erhalten“, sagt Brauhaus-Vorstand Marc Kerger. Dazu gehöre unter anderem der Shuttle-Service zwischen Einbeck und dem Festivalgelände. Darüber hinaus prüfe man, wie weitere Partner in Einbeck (Gastronomie, Hotellerie und weitere regionale Akteure) sinnvoll eingebunden bzw. eingeladen werden können.

Besteht die Chance, dass das Festival künftig wieder in Einbeck stattfindet?

Derzeit konzentrieren sich alle vollständig auf eine erfolgreiche Premiere am 22. August auf dem Flugplatz Bad Gandersheim. Über mögliche Veranstaltungsorte in späteren Jahren möchten die Veranstalter zum jetzigen Zeitpunkt nicht spekulieren. „Nach dem Festival werden wir die Erfahrungen gemeinsam auswerten und über die weitere Entwicklung entscheiden“, sagt Brauhaus-Chef Marc Kerger. „Generell sollten wir uns mit der Stadt Einbeck und den relevanten Unternehmen der Stadt an einen Tisch setzen und überlegen, in wie weit Veranstaltungen in der Zukunft gemeinsam erfolgreich durchführbar sein können.“

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Der Flugplatz in Bad Gandersheim bietet viel Platz für das „Headbanger-Festival“ am 22. August. Foto: Frank Bertram

Shuttle-Fahrplan zum Download

Es wird einen kostenlosen Shuttle-Service zwischen Einbeck, Bad Gandersheim und dem Festivalgelände geben. Damit möchten die Veranstalter insbesondere Gästen aus Einbeck und aus der Umgebung eine komfortable Anreise ermöglichen. „Wir verstehen den Unmut, dass wir umziehen mussten, aber es war nicht freiwillig und genau deshalb sehen wir uns auch verpflichtet gerade den Einbeckern einen guten Transfer zu ermöglichen“, heißt es vom Veranstalter.