Metropolregion übergibt Ladesysteme: Weiteres Kapitel E-Mobilitätsgeschichte jetzt im PS-Speicher

(c) Foto: Frank Bertram

Ein Stück Technikgeschichte aus der Metropolregion ist ab sofort in der Sammlung Kleinwagen des PS-Speicher in Einbeck erlebbar: Vier Ladestecksysteme und ein E-Roller stehen für eine Phase, in der Elektromobilität in Kommunen erstmals praktisch erprobt wurde. Sie stammen aus Projekten des „Schaufensters Elektromobilität“ der 2010-er Jahre, mit denen die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg den Einsatz von E-Fahrzeugen in Fuhrparks, den Aufbau von Ladeinfrastruktur und die Aufklärung im Alltag voran gebracht hat. Die Metropolregion hat die Exponate als Zeugnisse der frühen Phase der modernen Elektromobilität an das Einbecker Oldtimermuseum übergeben. Ein besonderer Dank galt dabei dem Kommunalen Bauhof Einbeck, der den Transport der Exponate von Hannover nach Einbeck übernommen hatte.

Besucher des Einbecker PS-Speichers wissen, dass Elektromobilität keine moderne Technologie ist, sondern schon zu Beginn des Verbrennermotors vor mehr als einem Jahrhundert mit Benzin und Diesel konkurrierte. Im Oldtimermuseum gibt es eine komplette Halle am Altendorfer Tor (Kleinwagensammlung) mit Autos, die mit Batterie betrieben werden. „Größtenteils sind sie fahrbereit“, sagt PS-Speicher-Vorstand Jan Kalbfleisch. „Elektromobilität ist älter als viele vermuten: Um 1900 spielte sie eine größere Rolle als der Verbrennungsmotor. Genau deshalb zeigen wir im PS-Speicher viele historische Elektrofahrzeuge. Die Ladesysteme der Metropolregion ergänzen diese Technikgeschichte nun ideal und machen den Übergang zur modernen Elektromobilität sichtbar.“

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Eine Halle voller Elektromobile aus den vergangenen 100 Jahren gibt es im PS-Speicher. Foto: Frank Bertram

Die Metropolregion hat jetzt eine Ausstellungswand übergeben, welche die gezeigte E-Automobilgeschichte erweitert. Zu sehen sind verschiedene Ladekabel und Steckerverbindungen aus der Frühphase der modernen Elektromobilität. In den 2010-er Jahren herrschte viel Unsicherheit hinsichtlich des Umstiegs auf Elektromobilität. Bedenken bei der Reichweite und der vorgehaltenen Ladeinfrastruktur sorgten vielerorts für Zurückhaltung. Mit dieser Ausstellungswand ist die Metropolregion ab 2013 auf zahlreichen Veranstaltungen unterwegs gewesen, um die Unterschiede der Lademöglichkeiten zu erläutern – vom Schuko-Stecker über die CEE-Dose bis zur japanischen Nissan-Variante der Schnellladung. „Sie sind heute bereits ein Stück Geschichte“, sagt der Geschäftsführer der Metropolregion, Christoph Meineke. „Danke für die neue Heimat für diese historische Artefakte.“

Der PS-Speicher steuert für die kleine Ausstellungserweiterung einen VW E-up bei, der einst für die Stadt Einbeck und zuletzt für das Oldtimermuseum regelmäßig unterwegs war. Seit dem Jahr 2013 betreibt der Verein Kommunen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig- Göttingen-Wolfsburg mit 300 Fahrzeugen eine der größten kommunalen E-Fahrzeugflotten in Europa. „Da konnte man erkennen, wer sich etwas traut“, sagt der Mitinitiator der Flotte-electric-Projekte und ehemalige Metropolregion-Geschäftsführer Raimund Nowak (Uelzen). Einbeck sei schon früh dabei gewesen, erinnert er sich. „Das Schaufenster hat Kommunen den Einstieg in die Elektromobilität ermöglicht – von der
Fahrzeugbeschaffung bis zum Betrieb im Alltag. Viele der damals eingesetzten E-Fahrzeuge sind bis heute Teil der kommunalen Fuhrparks“, weiß Nowak. Er betont, dass die Aufklärung eine Schlüsselrolle bei der Akzeptanz der E-Mobilität im Straßenverkehr spielte.

Anklang fand die E-Mobilitäts-Initiative bei der Stadt Einbeck. „Direkt nach der Eröffnung des PS-Speichers Mitte 2014 haben wir in Zusammenarbeit mit der Metropolregion den Schritt in die Elektromobilität gewagt. Wir haben E-Fahrzeuge geleast, eigene Ladesäulen installiert und die Technologie intensiv im Dienstalltag getestet. Zunächst mit den ersten e-Ups, dann mit dem ID.3 und auch durch den Einsatz hybrider Fahrzeuge. Heute blicken wir zuversichtlich auf die nächste Generation und streben perspektivisch einen kompletten Umstieg auf die Elektromobilität an, um einen nachhaltigen Beitrag für unsere Zukunft zu leisten“, sagt Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ wurden vor dem Museum vor mehr als zehn Jahren zwei der ersten Ladesäulen in der Metropolregion installiert. Die Stadt Einbeck hat längst eigene Lademöglichkeiten am Rathaus. „Unsere Mitarbeiter sind begeistert“, sagt die Bürgermeisterin.

Aufgebaut wurde die Flotte durch eine Entwicklungsinitiative der Bundesregierung unter dem Titel „Schaufenster Elektromobilität“. Mit einem Volumen von rund 38 Millionen Euro waren die einzelnen Projekte rund um die Flotte-electric die bislang bedeutsamsten der Metropolregion. Zurzeit sind noch 76 E-Fahrzeuge in 16 Kommunen im Einsatz, unter anderem in Moringen. Das Projekt unterstützte Kommunen beim Umstieg auf elektrische Fuhrparks, indem es die Fahrzeugbeschaffung und Fördermittelbeantragung übernahm. Dadurch konnten Kommunen niedrigschwellig Erfahrungen mit E-Mobilität sammeln und Bürokratie abbauen. Der Umstieg auf E-Fahrzeuge brachte zudem erhebliche Kostenvorteile: Neben niedrigeren Energie- und Wartungsausgaben profitieren die Kommunen auch von einer verlängerten Steuerbefreiung für E-Autos bis 2035.

„Die Elektromobilität ist für die Metropolregion auch als Standortfaktor von entscheidender Bedeutung. Deshalb haben wir frühzeitig mit dem Schaufenster Elektromobilität flächendeckend E-Fahrzeuge in den Kommunen ausgerollt – sowohl als Experimentierfeld und Reallabor als auch, um die Elektromobilität nachhaltig zu verankern. Im nächsten Schritt werden wir uns insbesondere dem Thema autonomem Fahren widmen“, kündigt Metropolregion-Geschäftsführer Christoph Meineke an.

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH vernetzt Menschen und Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen mit ihrem Können und Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen – metropolregional, national und international. Sie entwickelt und ermöglicht Projekte in den Handlungsfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. Dabei umfasst sie rund 3,9 Millionen Einwohner auf einem Drittel der Fläche Niedersachsens.

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Frühphase der modernen Elektromobilität fürs Museum (v.l.): Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (Vorstandsmitglied des Vereins Kommunen und Aufsichtsratsmitglied der Metropolregion), Christoph Meineke, Geschäftsführer der Metropolregion, Raimund Nowak, ehemaliger Geschäftsführer der Metropolregion und Mitinitiator der Flotte-electric-Projekte, Jan Kalbfleisch, Vorstand PS-Speicher, und Jörg Weber, Ausstellungsleiter PS-Speicher. Foto: Frank Bertram