Händel-Festspiele präsentieren in Einbeck eine „Oper im Taschenformat“ am 19. Mai in der PS-Halle

Einbeck darf sich auf eine „Oper im Taschenformat“ freuen: Für die Händel-Festspiele Göttingen hat das vierköpfige Ensemble „False Consonance“ Arien und Instrumentalstücke aus Händels Opern für ein kleines Ensemble arrangiert und bringt sie am Dienstag, 19. Mai, um 19.30 Uhr im PS-Speicher zur Aufführung. Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen stehen 2026 unter dem Motto „Verlockung“. An zwölf Festspieltagen rund um Christi Himmelfahrt und Pfingsten vom 14. bis 25. Mai lockt eines der weltweit ältesten Festivals für Barockmusik mit insgesamt 96 Veranstaltungen, zu denen rund 550 Künstlerinnen und Künstler in die Universitätsstadt an der Leine kommen. Der Vorverkauf der Tickets beginnt am 15. Februar.

Intendant Jochen Schäfsmeier erläuterte das Motto bei der Programmvorstellung heute so: „Verlockung wird bei den diesjährigen Festspielen in verschiedenen Formen thematisiert: Bei der Festspieloper Deidamia erscheint sie als menschlicher Konflikt um Liebe oder Ruhm, im Messiah als spirituelle Hoffnung und bei Igor Strawinskys ‚Die Geschichte vom Soldaten‘ als gefährliche Täuschung. So zeigen die drei Werke, wie unterschiedlich musikalische Verlockung zwischen Zerstörung, innerer Spannung und Sinnstiftung gestaltet sein kann.“

Ein besonderes Anliegen ist es Intendant Jochen Schäfsmeier, die Barockmusik auch in die Region zu tragen. Und so ist das Festival auch 2026 wieder mit sieben Konzerten außerhalb Göttingens vertreten.

Oper im Taschenformat – davon träumten Liebhaber, lange bevor es Tonträger gab, um sich über die Saisonpause zu retten oder an trüben Winterabenden für Unterhaltung zu sorgen. Bereits im 18. Jahrhundert gaben gewiefte Verleger Opernarrangements für reduzierte Besetzungen heraus. Auf diese Weise konnten Alcina, Rodelinda, Orlando & Co. in häuslichen Aufführungen lebendig werden – ganz ohne Orchester und Gesangssolisten. Mit Flöte, Violine, Viola da Gamba und Theorbe knüpfen die vier Musiker des Ensembles „False Consonance“ an diese Tradition an und setzen am 19. Mai in Einbeck die beliebtesten Arien und Instrumentalstücke zu einer fiktiven, abendfüllenden „Oper“ zusammen: Il Sassone. So werden Händels große Bühnenwerke auch im Kleinen erlebbar. Kostüme und Kulissen steuert im Handumdrehen die eigene Fantasie bei. Und der PS-Speicher in Einbeck bietet für dieses ungewöhnliche Vergnügen ein reizvolles Ambiente, kündigen die Veranstalter in einer Presseinformation an.

Mit außergewöhnlichen Konzertformaten blicken die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen über den Tellerrand der Barockmusik hinaus und machen so ein Angebot auch an diejenigen, die bislang noch nicht den Weg zu den Festspielen gefunden haben. Bei „Händel jazzt!“ trifft in diesem Jahr u.a. der Kasseler Saxophonist Ulli Orth auf den Lautenisten Andreas Düker. Im Sunrise-Konzert begrüßt die Gitarristin Carlotta Dalia am Pfingstmontagmorgen ab 5 Uhr die aufgehende Sonne. Und bei Lesung, Wein und Musik verbinden die Schauspielerin Andrea Strube und die finnische Akkordeonistin Heli Siekkinen Geschichten aus Tausendundeiner Nacht mit Weingenuss und Musik.

Auf der mobilen Bühne „Der rollende Georg“ ist in diesem Jahr das Schlagzeugensemble „Porter Percussion Duo“ in Göttingen und der Region unterwegs, am . Im reichhaltigen Kinderprogramm „Händel 4 Kids!“ dürfen eine Playmobil-Performance, ein Kindertag mit Schreibwettbewerb und die Familienfassung der Festspieloper nicht fehlen.

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(c) Foto: Jannis Dirksen
„False Consonance“ sind (v.l.) Johannes Festerling, Annie Gard, Theo Small, Thomas Fields. Foto: Jannis Dirksen