Die Stiftung Eicke’sches Haus leitet den Generationenwechsel in Vorstand und Kuratorium ein: Wie das Kuratorium in seiner jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche beschlossen hat, soll Baudirektor Jens Ellinghaus zum 1. Januar 2026 neuer Vorsitzender des Vorstandes und damit Nachfolger von Gerald Strohmeier werden. Die Stiftung für das Fachwerk-Juwel in der Marktstraße wird es dann seit 25 Jahren geben.

Als damaliger Baudirektor leitete Gerald Strohmeier den Bauausschuss der Stiftung durch die höchst aufwendige und komplexe Phase der Sanierung bis zur Fertigstellung des Hauses im Jahr 2006. Bereits 2005 war Gerald Strohmeier als Nachfolger von Rainer Stanke in den Vorstand der Stiftung gewählt worden, deren Vorsitz er 2013 von Robert Stafflage übernahm. Sein außerordentliches Engagement setzte er auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand fort. Zum 31. Dezember 2025 scheidet er nun nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit aus dem Vorstand der Stiftung aus, bleibt ihr aber in der Funktion eines Mitglieds des Kuratoriums eng verbunden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Nachfolger als Vorsitzender wird Jens Ellinghaus, den das Kuratorium in seiner Sitzung am 3. September zum Vorsitzenden mit Wirkung zum 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2030 gewählt hat.
Nach 13 Jahren ehrenamtlicher und äußerst gewissenhafter Kassenführung übergibt auch Ulrich Scheele sein Amt zum Jahresende an einen Nachfolger aus den Reihen der Sparkasse. Auch er blieb der Stiftung noch lange nach seinem Eintritt in den Ruhestand treu. Seine einwandfreie Rechnungslegung und sorgfältige Dokumentation der Gremiensitzungen wurde nicht nur von den Wirtschaftsprüfern der Stiftung stets ohne jegliche Beanstandungen testiert, sondern fand auch bei der Stiftungsaufsicht hohe Anerkennung. Seine Funktion übernimmt ab dem 1. Januar 2026 Udo Mattern. Georg Folttmann, ebenfalls seit 2005 Mitglied des Vorstands, wurde für weitere fünf Jahre gewählt.
Aileen Ammermann begleitete die Stiftung seit ihrer Gründung als Mitglied des Kuratoriums. Sie schied 2025 auf eigenen Wunsch aus. Gerald Strohmeier erklärte sich bereit, ihren Sitz im Kuratorium zu übernehmen, sodass der Stiftung auch weiterhin seine Expertise im Allgemeinen und seine Kenntnisse der Bauhistorie des Eicke’schen Hauses im Besonderen zur Verfügung stehen. Ebenfalls seit dem ersten Tag dabei, verabschiedete sich Prof. Dr. Wolfgang König mit einer großzügigen Spende zugunsten der Stiftung aus dem Kuratorium. Er übergab sein Amt seiner Tochter, Rechtsanwältin Dr. Katrin König. Für den Einbecker Geschichtsverein, Zustifter der Stiftung, trat Dr. Elke Heege in Nachfolge von Hellmut Hainski in das Kuratorium ein. Dr. Andreas J. Büchting (stellvertretender Vorsitzender), Stefan Beumer, Kristiane Rüttgerodt sowie Annette Graf-Sturm bleiben dem Gremium weiterhin mit Rat und Tat verbunden.
Die Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Sabine Michalek, würdigte anlässlich der Kuratoriumssitzung die verstorbenen Kuratoren Helmut Hainski, Martin Wehner und Jürgen Renken sowie die nun scheidenden Vorstandsmitglieder. Ohne ihr nachhaltiges ehrenamtliches Wirken zum Wohle der Stiftung und damit letztlich zum Wohle unserer Stadt wären Herausforderungen wie der Erhalt des Eicke’schen Hauses nicht zu meistern, sagte sie.
Das Eicke’sche Haus sucht in seiner Gestaltung und Qualität national wie international seinesgleichen. Die in Eiche geschnitzten Bildtafeln und Ornamente spiegeln das Wissensgut sowie die humanistische Gedankenwelt eines gebildeten Bürgers der Renaissance. Dabei ist die Ausführung der monochromen Schnitzereien durch ihre besondere Tiefe einzigartig, wodurch die plastische Wirkung der Darstellungen immens gesteigert wird. 1999 stand dieses Kulturdenkmal kurz vor der vollständigen Zerstörung bzw. dem Einsturz. Da öffentliche Mittel für die Rettung und aufwendige Restaurierung nicht zur Verfügung standen, waren Privatinitiative und ehrenamtliches Engagement gefragt. So gründeten die vier Einbecker Familien Ammermann, Büchting, König und Rüttgerodt gemeinsam mit der Stadt und der Sparkasse Einbeck im Jahr 2001 die Stiftung Eicke’sches Haus.
