Frische Farbe fürs Eicke’sche Haus

Das Eicke’sche Haus in der Marktstraße in Einbeck erstrahlt wieder in frischer Farbe. In den vergangenen Wochen hat die Stiftung für das 1612 errichtete Fachwerkhaus mit seinen einzigartigen Holzschnitzereien an der Fassade eine Überholung der Farbe sowie weitere Sanierungsarbeiten durchführen lassen. „Die Handwerker haben sehr gute Arbeit geleistet“, dankte der Vorsitzende der Stiftung Eicke’sches Haus, Gerald Strohmeier. Die beauftragten Gewerke mussten eng und Hand in Hand zusammenarbeiten, um die einzelnen Arbeitsschritte optimal durchführen zu können. „Das hat gut geklappt“, freute sich Strohmeier. Insgesamt investierte die Stiftung rund 50.000 Euro in die Arbeiten, darunter sind 13.000 Euro Fördergelder.

Die Fenster des Eicke’schen Hauses bekommen Farbe. Foto: Gerald Strohmeier
Eine der 42 Brüstungsplatten, jetzt mit Pudergold als Schriftfarbe. Foto: Frank Bertram

Nach der 2006 abgeschlossenen grundlegenden Sanierung des vorher einsturzgefährdeten Eicke’schen Hauses war die Fassade mit ihren prägenden Holzbildtafeln und Figuren bereits 2014 einmal geölt und aufgefrischt worden, damals noch vom Hubsteiger aus. Jetzt war ein Gerüst notwendig, um die Arbeiten ausführen zu können. Experten haben stets ein wachsames Auge auf dem Fachwerkjuwel, um den richtigen Zeitpunkt für restauratorische Arbeiten nicht zu verpassen. „So können wir früh ausbessern, wenn es noch keine großen Holzschäden gibt“, ist Einbecks Denkmalpflegerin Krimhild Fricke froh, dass sich die Stiftung für ein solches engmaschiges Monitoring entschieden hat. Am Ende waren auch gar nicht so viele Stellen auszubessern wie gedacht, berichtete der beauftragte Restaurator Peter Furmanek (Hannover), der das Gebäude seit Jahren gut kennt. Ein paar Kittstellen mussten nachgearbeitet werden, einige Oberflächen waren verwittert. Seine Mitarbeiter und er haben dann mit Leinöl und Farbpigment die Holzbildtafeln und das Fachwerk einfarbig aufgefrischt, die Schriften sind allerdings jetzt mit Pudergold herausgearbeitet, vorher war es „nur“ Ocker.

Malermeister Jörg Hinkelmann mit seinen Mitarbeitern hat die Gefache und die Fenster sowie deren Winkelbänder gestrichen. Dachdecker Markus Stahlmann hat mit seinem Team vor allem die Bleiabdeckungen auf den Gesimsen erneuert, einige hatten sich bereits gelockert. Auch ein paar Sandsteinplatten auf dem Dach wurden ausgetauscht.

Neben dem eigentlichen Eicke’schen Haus wurde jetzt auch die Fassade des neun Jahre älteren, bereits 1603 errichteten verbundenen Nachbargebäudes Marktstraße 15 gestrichen. Nach einer farbrestauratorischen Voruntersuchung, bei der die ursprüngliche Farbigkeit ermittelt werden sollte, hat sich die Stiftung mit dem Restaurator und der Denkmalpflege jetzt für ein dunkelbraun für die Balken sowie für Rot und Ocker für die Fachwerkschnitzereien unter anderem des Torbogens und der Rosetten entschieden. Auch für die Fenster wurde der Rotton gewählt.

Ursprünglich waren die Arbeiten für zwei Wochen geplant, am Ende waren es vier. Gerald Strohmeier ist dann auch besonders froh für die abgeschlossenen Arbeiten und dankte den Mietern und Nachbarn, dass sie die Einschränkungen während der Gerüstzeiten ertragen hätten. Von den Kosten in Höhe von 50.000 Euro trägt die Sparkassenstiftung rund 8000 Euro (davon 2000 Euro direkt von der Sparkasse Einbeck), die Kultur- und Denkmalstiftung fördert mit 5000 Euro. Voraussichtlich in sieben Jahren ist die nächste Farbauffrischung für das Eicke’sche Haus notwendig.

Freuen sich über die abgeschlossenen Arbeiten (v.l.): Gerald Strohmeier (Stiftungsvorsitzender), Krimhild Fricke (Denkmalpflege Stadt Einbeck), Ulrich Scheele (Stiftung Eicke’sches Haus), Dachdeckermeister Markus Stahlmann, Malermeister Jörg Hinkelmann, Restaurator Peter Furmanek. Foto: Frank Bertram
Für mehrere Wochen war das Eicke’sche Haus in der Marktstraße eingerüstet. Archiv-Foto: Frank Bertram
Jetzt in Farbe: das Haus Marktstraße 15 neben dem Eicke’schen Haus. Foto: Frank Bertram
Rot und Ocker sind die Farben am Haus Marktstraße 15, hier der Torbogen. Foto: Frank Bertram
Sanierungsarbeiten am Eicke’schen Haus. Foto: Gerald Strohmeier

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