Eigentlich sollte der Verkehr schon auf der neuen Brücke über den Mühlengraben fließen, deshalb hatte der Ortsrat Opperhausen-Osterbruch am Sonntag zum Brückenfest eingeladen. Doch ein paar Tage wird es noch dauern, bis die Baustelle der Vergangenheit angehören und der Verkehr (zumindest einspurig) über die neue Brücke im Verlauf der Kreisstraße 652 rollen wird. Dann wird eine lange dauernde Vollsperrung mitten im Ort zu Ende gehen. „Was lange währt, wird zwei Wochen später endlich gut“, wandelte Michael Mocha, Fachbereichsleiter Gebäude- und Verkehrsinfrastruktur beim Landkreis Northeim, den bekannten Spruch ab. „Ich danke Ihnen allen für Ihre Geduld während der Bauzeit.“ Ab 11. September soll der Asphalt gegossen werden, ab 23. September der Verkehr freigegeben werden können. Dann folgen nur noch Restarbeiten wie Gabionen zur Ufersicherung, kleinere Pflasterarbeiten und die Geländermontage.
Auch wenn der für den heutigen Montag vorgesehene Eröffnungstermin nicht eingehalten werden könne, „lassen wir uns den heutigen Tag nicht nehmen“, sagte Ortsbürgermeisterin Beatrix Tappe-Rostalski zu Beginn des Brückenfestes, das ursprünglich auch auf der neuen Brücke stattfinden sollte. Eine Verschiebung des Festes habe nicht zur Debatte gestanden, denn das Ende der Bauarbeiten sei ja absehbar. „Bald ist die Brücke wieder frei, und die Wege nach Osterbruch, Kreiensen und Bad Gandersheim werden einfacher und kürzer“, sagte Tappe-Rostalski. Sieben Jahre lang – wie im bekannten Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ – habe die Ortschaft mit Einschränkungen seit Juni 2018 leben müssen, zuletzt mit mehrmonatiger Vollsperrung. „Geduld war gefragt, Geduld ist eine Tugend und weiterhin gefragt, manchmal auch Nervenstärke – und nicht selten ein gewisser Humor“, sagte die Ortsbürgermeisterin. Das habe sich gelohnt. Denn eine Brücke sei mehr als Beton und Stahl. Sie verbinde Ober- und Unterdorf, Opperhausen und Osterbruch, sei für alle Pendler in Richtung Kreiensen unverzichtbar. Im Namen des Ortsrates dankte Beatrix Tappe-Rostalski den beteiligten Baufirmen, der Kreisverwaltung, den Grundstückseigentümern für die Ausweichstrecke und dem Ortsbeauftragten Karsten Wiegräfe, der an den Baubesprechungen teilgenommen und alle stetig mit Informationen versorgt und für eine „gute Chemie“ gesorgt habe.

Baustart war Mitte Juli 2024. Die Gesamtbaukosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro konnten laut Kreisverwaltung eingehalten werden, 60 Prozent zahlt das Land Niedersachsen. 2017 sei bei der Prüfung der Brücke nur noch eine Zustandsnote von 3,5 festgestellt worden, was einer 5 in der Schule entsprechen würde, sagte der beim Landkreis Northeim zuständige Fachbereichsleiter Michael Mocha. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer des 1939 errichteten Bauwerks sei erreicht gewesen, als erste Einschränkung wurden eine mittige Fahrbahneinengung und Tempo 30 eingerichtet. Mocha dankte den Grundeigentümern Manfred Nienstedt und Ralf Steinhoff, die ihre Flächen für den während der Bauarbeiten notwendigen Bypass an der Brückenbaustelle vorbei zur Verfügung gestellt haben. Besonders die Firma Nienstedt habe auf angemietete Flächen ausweichen müssen und damit besondere betriebliche Einschränkungen durch die Baustelle hinnehmen müssen. „Die Herren haben mit ihrer Zustimmung nicht nur für die Aufrechterhaltung der Rettungswege gesorgt, sondern ihrem Dorf damit auch einen großen Dienst erwiesen“, sagte Mocha.



