Wahrzeichen des mittleren Leinetals: Burg Greene ist nach Sanierung wieder geöffnet

(c) Foto: Frank Bertram

Mit einem gut besuchten Fest an dem wohl letzten Spätsommertag dieses Jahres ist die Burg Greene nach ihrer Sanierung wiedereröffnet worden. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Geschichte der 1308 errichteten Burg zu informieren, die ab dem 17. Jahrhundert zur Ruine wurde. Mehr als ein Jahr hatten die Bauarbeiten an den Außenmauern gedauert, länger als ursprünglich gedacht, weil sich das Efeu deutlich tiefer in die Burgmauern gefressen hatte als vorher zu erkennen war. „Dieser Tag markiert einen wichtigen Moment nicht nur für Greene, sondern für die Region“, sagte Petra Bohnsack, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Einbeck. „Diese Burg, seit Jahrhunderten ein Symbol unserer Geschichte und Identität, erstrahlt wieder in altem Glanz – und das nicht zuletzt dank der großartigen Arbeit vieler Hände, die dieses Projekt begleitet haben“, dankte Bohnsack. Der markante Bergfried sei Wahreichen des mittleren Leinetals, habe überregionale Bedeutung, gelte die Greener Burg doch 1953 als Wiege der Gandersheimer Domfestspiele und war auch viele Jahre Gedenkstätte des Verbandes der Spätheimkehrer (mit den Schränken im Turm für jedes Bundesland, in dem Unterschriftenlisten für die Freilassung der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges bis 1961 aufbewahrt wurden). „Diese Burg ist nicht nur ein Monument der Vergangenheit, sondern vor allem ein lebendiger Teil unserer Gegenwart und Zukunft“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin, „es liegt an uns, sie mit Leben zu füllen.“

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Die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Bohnsack (l.) sprach zur Wiedereröffnung der Greener Burg. Foto: Frank Bertram

Rund eineinhalb Jahre konnte die Burg nicht wie üblich genutzt werden. Die Sanierungsarbeiten starteten im Januar 2023 und endeten Ende Juni 2024; unterbrochen wurden sie nur von einer dreimonatigen Winterpause. Die Burgmauern mit einer Gesamtfläche von rund 2100 Quadratmetern sind von Fachfirmen saniert worden. Damit die Burg wieder genutzt werden kann, hat zuletzt der Greener Spatenklub ehrenamtlich die Grünanlagen wieder in Ordnung gebracht, Rasen gemäht, Hecken geschnitten.

Insgesamt belaufen sich die Sanierungskosten auf rund 852.000 Euro und liegen damit rund 79.000 Euro unter den geplanten Kosten. „Das wünschen wir uns auch für andere Bauprojekte“, sagte Petra Bohnsack augenzwinkernd. Die stellvertretende Bürgermeisterin dankte allen an der Sanierung beteiligten Firmen unter der Projektleitung von Architekt Eberhard Tiemann (Dassel). In der Stadtverwaltung haben sich Christian Fricke (Gebäude- und Liegenschaftsmanagement) sowie Krimhild Fricke (Denkmalpflege) um das Projekt gekümmert und unter anderem Förderanträge gestellt. Die Sanierung erhält eine EU-Förderung von rund 620.000 Euro. Petra Bohnsack dankte in ihrer Eröffnungsrede ebenso den Anwohnern für die Geduld und das Verständnis während der Bauphase. Auch der Ortsrat des Fleckens Greene habe sich für das Projekt stark engagiert.

„Unsere Burg erstrahlt wieder in neuem Glanz, bereit für Feste, Kulturveranstaltungen und, wer weiß, vielleicht auch für die eine oder andere Überraschung“, sagte Petra Bohnsack. „Die Mauern stehen fest, der Turm trotzt dem Wind, und keine Ziege hat sich mehr unerlaubt Zutritt verschafft“, erzählte die Vize-Bürgermeisterin eine Anekdote aus der Bauphase, in der eines Tages eine in der Nachbarschaft ausgebüxte Ziege kurzerhand mitten auf der Baustelle stand. „Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin wirklich froh, dass man jetzt wieder die Greener Burg besuchen kann“, erzählte die im nahen Erzhausen lebende stellvertretende Bürgermeisterin. „Manchmal bin ich einfach abends auf dem Heimweg mit meinen Kindern nochmal kurz zur Burg rauf, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Wir haben wirklich eine schöne Heimat, und von hier oben sieht sie besonders schön aus.“

Den Mitgliedern des Fördervereins Greener Burg, des Heimatvereins Greene, der Feuerwehr und der Kirchengemeinde dankte die stellvertretende Bürgermeisterin für die Vorbereitungen und die Durchführung des Festes. An mehreren Ständen waren Informationen über die Geschichte der Burg zu erfahren, gab es Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst. Krimhild Fricke und Markus Wehmer führten zahlreiche Gruppen durch die Burganlage und erläuterten die Sanierungsmaßnahmen und historische Hintergründe. Der Tag auf dem Burghof startete mit einem gut besuchten Gottesdienst unter der Leitung von Pastor Sören Neuber-Tüngler.

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Petra Bohnsack, stellvertretende Bürgermeisterin, und Klaus-Reiner Schütte, stellvertretender Ortsbürgermeister des Flecken Greene, durchschnitten das symbolische Band, im Hintergrund (v.l.) Erhard Wünsche vom gleichnamigen Vermessungsbüro, Architekt Eberhard Tiemann, Krimhild Fricke und Markus Wehmer von der Denkmalpflege der Stadt Einbeck sowie der zuständige Fachbereichsleiter im Einbecker Rathaus, Jens Ellinghaus. Foto: Frank Bertram
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Der Bergfried (Turm) der Greener Burg ist Wahrzeichen des mittleren Leinetals. Foto: Frank Bertram
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Blick vom Burgturm auf Greene und das Leinetal. Foto: Frank Bertram
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Die frisch sanierten, hellen Mauern des Burghofes sind gut erkennbar. Foto: Frank Bertram
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Mit einem gut besuchten Gottesdienst startete die Wiedereröffnung der Greener Burg. Foto: Frank Bertram
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2100 Quadratmeter Fläche Burgmauer sind in den vergangenen Monaten saniert worden. Foto: Frank Bertram

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