Die Bauarbeiten für das neue Strahlentherapiezentrum für die Region liegen gut im Zeitplan. Heute war Richtfest auf der Baustelle unterhalb des Northeimer Krankenhauses unweit der B3. Im April 2025 sollen die ersten Patienten in dem Neubau ihre Behandlungen bekommen können, womit sich dann die Wege für viele Betroffene deutlich verkürzen werden. „Ich bin begeistert zu sehen, wie weit das Projekt gediehen ist“, sagte Prof. Dr. Stefan Rieken, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die UMG sei frisch wieder zertifiziert als Onkologisches Spitzenzentrum für Niedersachsen. Kooperationsprojekte wie das in Northeim seien dafür elementar. „Es geht darum, Spitzenmedizin in die Breite zu tragen – und das gelingt nur im Team.“ Rieken dankte allen, die das Millionen-Projekt unterstützen und vorantreiben. Die ersten Teile des neuen Strahlentherapie-Gerätes für Northeim seien in Göttingen bereits eingetroffen, berichtete er mit der ebenfalls beim Richtfest anwesenden Leitenden Physikerin Dr. Daniela Schmitt.


Mit dem Strahlentherapiezentrum entsteht ein modernes Praxisgebäude, in dem für die Bestrahlungen ein so modernes Gerät installiert wird wie es auch an der Universitätsmedizin in Göttingen zum Einsatz kommt. Investor und Bauherr des Neubaus ist die SKV Immomed GmbH (Bad Gandersheim) von Jörg Seraphin, Rainer Koch und Dr. Gisbert Vogt. Die UMG wird Mieterin sein. Insgesamt investieren Bauherr und UMG (Geräte, Einrichtung) deutlich mehr als zehn Millionen Euro für das neue Strahlentherapiezentrum. Etwa zehn neue, vor allem hochspezialisierte Arbeitsplätze werden geschaffen: Ärzte, medizinische Fachangestellte für Strahlentherapien und auch Physiker. Ende 2024 soll der Neubau fertig sein und an die Mieterin UMG zur Einrichtung der Technik übergeben werden. Spatenstich auf dem gut 9000 Quadratmeter großen Areal südlich des Albert-Schweitzer-Weges war im April.
Zimmermann Nils Schürer-Lange sprach den Richtspruch „Mit Gunst und Verlaub“ auf dem Gerüst: „Nach harten, arbeitsreichen Tagen, weht stolz der Richtkranz nun ins Land. Stolz und froh ist jeder heute, der tüchtig mit am Werk gebaut, es waren wackre Handwerksleute, die fest auf ihre Kunst vertraut. Drum wünsche ich so gut ich’s kann, so kräftig wie ein Zimmermann, mit stolz empor gehobenem Blick, dem Strahlentherapiezentrum heut viel Glück.“ Gott möge die Bauarbeiten vor aller Art von Schaden bewahren, sagte der Zimmerer in seinem traditionellen Richtspruch. „Drum lasst uns jetzt das Glas erheben, wir wollen bald den Tag erleben, wo stolz, dauerhaft und schön das vollendete Bauwerk wird wohl stehen.“ Nils Schürer-Lange erhob ein Schnapsglas mit original Einbecker Senfkorn, leerte es und zerschmetterte das Glas auf dem Boden. „Und ist das Glas wohl ausgeleert, weiter für mich nichts mehr wert, drum werfe ich es zum Boden nieder, zerschmettern braucht es keiner wieder. Doch Scherben bedeuten Glück und Segen, den Betreibern auf allen Wegen.“


