Gut ein Jahr nach der Übernahme der historischen Walkemühle in Einbeck durch den Verein „Die Aktivitäter“ ist der erste Sanierungsabschnitt abgeschlossen. Zwar fehlen noch einige Bücherregale, aber das einstige Turbinenhaus ist mit ersten zusammengesammelten Sofas bereits zum gemütlichen Leseort, zur „Magischen Bibliothek“ geworden. Die Wände sind verputzt und grün gestrichen, der Parkettfußboden liegt auf der Dämmung des Turbinenzugangs, neue Fenster und ein gläsernes Türelement vermitteln einen komplett neuen Eindruck des etwa 50 Quadratmeter großen Raumes, der direkt am rauschenden Mühlenkanal liegt. Viel Eigenleistung hat ein kleines Team um Vorsitzende Katrin Liebscher seit November eingebracht. Sie ist zufrieden mit ihren aktiven „Aktivitätern“, mit dem bislang Erreichten. „Das hilft bei der weiteren Begeisterung für das gesamte Projekt Magische Mühle“, sagt sie. Denn zu der soll die Walkemühle werden. Jeden letzten Freitag im Monat, erstmals am 28. Juni, gibt es einen Tag der offenen Mühle.
„Die Aktivitäter“ haben sich zur Aufgabe gemacht, das mehr als 250 Jahre alte Fachwerkgebäude der Walkemühle am südlichen Stadtrand von Einbeck mit Leben zu füllen. Der Verein hat mit der fertig gestellten Bibliothek und dem schon gut nutzbaren Garten auf dem 2700 Quadratmeter großen Grundstück am Mühlenkanal eine Heimat gefunden. 36 Mitglieder hat der erst vor vier Jahren gegründete Verein, Tendenz steigend, berichtet Katrin Liebscher. Als nächsten Schritt haben sich „Die Aktivitäter“ vorgenommen, die Walkemühle mit einem neuen Wasseranschluss und damit auch mit einer Küche und WC-Anlage auszustatten.
Beim Bauabschnitt „Turbinenhaus“ haben die „Aktivitäter“ viel Kraft nicht allein in die Planung, sondern auch tatkräftig in die Vorarbeiten für die Handwerker gesteckt. Die Fensteröffnungen haben die Mitglieder ebenso vorbereitet wie die Kabelschächte für die Stromleitungen und die Wände verputzt und die Decke mit Fototapete vom Sternenhimmel versehen und grün gestrichen und mit goldfarbener Stuckleiste eingerahmt. Den Parkettfußboden hat Jens Liebscher, gelernter Tischler, komplett selbst verlegt, ebenso die Fensterbänke. Fünf Holzsprossenfenster mit festen Oberlichtern und ein großes Torelement sowie die Elektrik haben dann Fachfirmen erledigt. Insgesamt 28.000 Euro hat der Bauabschnitt gekostet, neben dem Eigenanteil des Vereins haben sich die Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim (14.000 Euro), die Bürgerstiftung Einbeck (3000 Euro) und die AKB-Stiftung (7000 Euro) beteiligt.
Die magische Bibliothek ist jetzt ein Gemeinschaftsraum und Treffpunkt des Vereins für Menschen aller Generationen. Beim jüngsten Kulturfestival „StadtpARTie“ haben sich zahlreiche Besucher bereits von dem ersten erfolgreichen Bauabschnitt überzeugen können, gerade rechtzeitig war alles fertig geworden. „Ja, jetzt kann ich mir vorstellen, was ihr hier vorhabt“ – das habe sie häufig gehört, erzählt die Vorsitzende. Im Mai hat zum ersten Mal das Treffen des Leseclubs „Zeilenschwärmer“ in der „Magischen Bibliothek“ stattgefunden. „Alle Teilnehmer haben sich richtig wohl gefühlt und freuen sich auf weitere Treffen in dieser passenden Umgebung“, sagt Katrin Liebscher.




