Am Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) bleibt die Hochwasserlage in Einbeck weiter angespannt. Wie der gemeinsame Krisenstab von Kreisfeuerwehr, Stadt Einbeck und Hilfsorganisationen (DRK, Johanniter und THW) mitteilte, war die Nacht zu Montag ruhig, die Pegel waren relativ konstant, es gab nur vereinzelte Einsätze. Die Sandsack-Reserve wurde wieder aufgefüllt. Für die kommenden 24 Stunden sei keine Erhöhung der Abfluss-Menge aus dem Leinepolder geplant, so dass von ungefähr gleichbleibenden Pegeln auszugehen sei, teilte der Krisenstab mit. Durch Regenfälle könne es allerdings zu Steigerungen kommen. Eine Entwarnung könne weiterhin nicht gegeben werden.
Aktualisiert 25.12.2023, 10:30 Uhr
Die Behörden warnen eindringlich davor, Deichanlagen zu betreten: „Halten Sie Abstand zu Flüssen und Bächen und fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Immer wieder müssen die Feuerwehren, teils gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk, zu entsprechenden Einsätzen ausrücken und Personen retten. In Einbeck wurde den Rettungskräften bereits in der Nacht auf den 24. Dezember eine Person im Wasser gemeldet, die ihre Hunde retten wollte. Person und Hunde konnten durch die Feuerwehr gerettet werden.“
Die Feuerwehr hatte am Sonnabend Abend und in der Nacht zu Heiligabend diverse Keller ausgepumpt und mit Unterstützung durch THW und Johanniter gefährdete Gebäude und Infrastrukturen mit Sandsäcken gesichert. Laut Krisenstab wurden bis Sonntag 12.000 Sandsäcke befüllt. Auch zur klassischen Zeit der Heiligabend-Bescherung waren rund 50 Kräfte mit der Bewältigung von Hochwassereinsätzen im Landkreis Northeim beschäftigt.
Von Süden aus bleibt die Kernstadt eingeschränkt erreichbar, Reinserturm- und Walkemühlenweg sind gesperrt. Auch die Zufahrt aus Richtung Hullersen ist geschlossen. In der östlichen Kernstadt ist das Wasser noch nicht über die Ufer getreten. In den westlichen Ortsteilen (Holtensen, Hullersen, Juliusmühle) ist die Hochwasserlage derzeit gleichbleibend, in Hullersen wurden Straßen überspült. In den östlichen Ortsteilen (Volksen, Garlebsen, Ippensen, Olxheim, Haieshausen, Billerbeck, Greene und Kreiensen) sind diverse Straßen überflutet, einzelne Gebäude mussten mit Sandsäcken gesichert werden. Im Bereich Erzhausen sind Teile der Ortschaft überschwemmt, eine Erreichbarkeit ist nur über Freden gegeben.
Autofahrer werden weiter gebeten, nicht durch überflutete Straßen zu fahren. „Wir bitten dringend darum, vom so genannten Hochwassertourismus Abstand zu nehmen. Halten Sie Abstand zu Fließgewässern und betreten sie keine überfluteten Flächen. Am Samstag konnten wir Kanufahrer auf der Leine beobachten. Das ist nicht nur absolut lebensgefährlich, sondern bringt auch die Menschen, die die Verunglückten potentiell retten müssen, in große Gefahr“, mahnt Kreisbrandmeister Marko de Klein.
Landkreisweit sind bis zum Samstagabend rund 700 Kräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Technischem Hilfswerk, Polizei, Straßenmeistereien sowie den Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Einsatz gewesen. Sie alle kämpfen, im Falle von Einbeck seit Freitagmittag, gegen ergiebigen Dauerregen. „Bereits am Freitagmittag den Stab zusammengerufen zu haben, ist ein Zeitvorteil, der sich jetzt auszahlt“, erklärte Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Landkreisweit waren die Feuerwehren gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk damit beschäftigt, Gebäude, unter anderem eine Trafostation in Greene, vor den Fluten zu schützen. Vielerorts wurden Sandsäcke mit Lkw in die Fläche verteilt. Die Rettungsdienste, darunter die Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz, haben in verschiedenen Städten und Gemeinden die Einsatzkräfte verpflegt.
Kreisbrandmeister Marko de Klein und Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek danken nicht nur den zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräften, sondern auch vielen Bürgerinnen und Bürgern, die mit technischem Gerät, Snacks und heißen Getränken die Einsatzkräfte unterstützen. „Das ist ein großartiger Zusammenhalt, dafür danken wir herzlich.“
(Mit Presseinformationen Kreisfeuerwehr Northeim und Stadt Einbeck)



