AWO-Sozialberatung: Sorgen der Menschen ernst nehmen und über aktuelle Hilfen aufklären

Foto: Frank Bertram

Die Arbeiterwohlfahrt Einbeck (AWO) intensiviert ihre Sozialberatung. „Wir wollen den Menschen, die Sorgen haben, durch unsere Angebote helfen“, sagt Vorsitzender Rolf Hojnatzki. Julian Oppermann arbeitet seit 2015 in der AWO-Beratungsstelle an der Grimsehlstraße und führt dort zurzeit durchschnittlich zehn Gespräche am Tag, hilft den Menschen bei Problemen mit „dem Amt“, bei der Wohnungssuche oder hört einfach auch nur mal zu, wenn sich immer mehr Frauen und Männer zurzeit die Fragen stellen, ob sie Gas- und Stromrechnung noch bezahlen und die Wohnung halten können. 100 Neukontakte zählt der 37-Jährige in einem Jahr, der aus seinem Arbeitsalltag weiß: „Die Probleme sind in der Mittelschicht angekommen.“

Existenzängste gibt es bei immer mehr Menschen. „So war es noch nie“, sagt Rolf Hojnatzki und meint damit die vergangenen Jahrzehnte seiner Generation. Die Kosten für Waren und Energie steigen, hinzu kommt die Sorge vor der nicht mehr immer vorhandenen Verfügbarkeit alltäglicher Güter. Kann ich mir meine Wohnung noch leisten? Kann ich meine Zinsen noch bedienen, wenn ich ein Haus gebaut habe? Diese und weitere Fragen spürt die AWO in ihrer seit langem bestehenden sozialen Beratung immer stärker.

Mehrere Krisen wie die Folgen von Corona, die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und die steigende Inflation treffen aktuell zusammen: Die Ungewissheit, wie es weitergeht, und die Unsicherheit, wie hoch die Rechnungen bei Energiekosten sein und wie stark die Lebensmittelpreise noch steigen werden, verbinden sich nach den Erfahrungen der AWO bei vielen Menschen mit großer Unkenntnis, welche Unterstützungsmaßnahmen es für die Bürgerinnen und Bürger gibt. Strompreis- und Gaspreisbremse, Änderungen beim Wohngeld und bei Hartz IV, dem neuen Bürgergeld – darüber informiert die Sozialberatung ebenso wie über lokale Härtefallfonds.

Hier setzt die Sozialberatung von Julian Oppermann ein, der von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr in der AWO-Begegnungstätte an der Grimsehlstraße persönlich erreichbar ist. Für ein erstes Gespräch genüge es, einfach vorbei zu kommen, bewusst niedrigschwellig solle das Beratungsangebot sein, sagt Oppermann. Ansonsten vereinbart er auch Termine und ist telefonisch unter 05561 3199515 erreichbar (E-Mail: oppermann@awo-einbeck.de). Für alle Kontakte und Gespräche gilt selbstverständlich die Verschwiegenheit und Vertraulichkeit.

Schließlich können die Menschen bei Julian Oppermann Hilfe suchen, wenn sie ein Behördenschreiben nicht verstehen, wenn es Probleme bei Sozialleistungen oder Krankenversicherung gibt, wenn Rentenanträge gestellt werden sollen. Auch über Bewerbungsschreiben schaut der Sozialberater gerne mal drüber, versucht bei der Wohnungssuche zu helfen. Das sei aktuell allerdings nicht so einfach, der Wohnungsmarkt sei angespannt vor allem für alle, die sich keine hohe Miete leisten können. Oppermann vermittelt und begleitet bei Behördengängen, bei der AWO gibt es auch die Möglichkeit einer Postanschrift für diejenigen, die keine haben. Neben einer Kleiderkammer bietet die Arbeiterwohlfahrt jeden Werktag von 8 bis 10 Uhr ein kostenfreies Frühstück und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen. Beim Tagestreff, zu dem vor Corona zwischen 15 und 20 Gäste täglich kamen, verzeichnet die AWO seit dem Wiederanfang im Frühjahr dieses Jahres weniger Besucher und spürt die stärkeren Rückzüge ins Private bei vielen Menschen, psychische Probleme kommen oftmals hinzu, erzählt Julian Oppermann.

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AWO-Vorsitzender Rolf Hojnatzki (l.) und der Leiter von Sozialberatung und Tagestreff an der Grimsehlstraße in Einbeck, Julian Oppermann. Foto: Frank Bertram
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