„Kultur im Esel“: Besucher wieder zum Besuch bewegen

Wie alle Kulturveranstalter, spürt auch der Verein „Kultur im Esel“ eine Zurückhaltung bei den Menschen, nach langer Corona-Pause wieder Veranstaltungen zu besuchen. Sieben Konzerte musste der Verein im vergangenen Jahr absagen, bei den acht durchgeführten Abenden kamen mit durchschnittlich 67 Gästen nur halb so viele wie früher. „Wir wollen versuchen, die Besucher wieder zu gewinnen“, sagt Vorsitzender Jörg Bachmann und appelliert mit seinen Vorstandsmitgliedern Birgit Berger und Armin Klinke: „Herunter vom Sofa, hinein in den Konzertsaal.“ Natürlich machten es bevorstehende finanzielle Belastungen nicht leichter, wieder Kulturveranstaltungen zu besuchen, wissen die Macher des „Esel“. Doch Kultur und Musik seien ein wichtiger Wohlfühlfaktor im Leben – und für Musiker und Techniker eben auch notwendige Einnahmen. In diesem Jahr erhält der Verein noch eine Förderung des Programms „Neustart Kultur“. Etwa die Hälfte seines Budgets kann der Verein selbst erwirtschaften.

Armin Klinke, Birgit Berger und Jörg Bachmann im Innenhof des „Esel“ im Einbecker Ortsteil Sülbeck. Foto: Frank Bertram

Sieben Veranstaltungen stehen bei „Kultur im Esel“ in den nächsten Monaten im Sülbecker Saal an. Wobei das Konzert mit der Sängerin mit äthiopischen Wurzeln, Feven Yoseph, und ihrer Band „Gun Gun“ am 2. September noch Open Air im Innenhof des alten Dorfgasthauses geplant wird. Am 8. Oktober spielt der portugiesische Pianist und Sänger Júlio Resende mit seiner Formation im „Esel“-Saal seinen „Fado-Jazz“. Kulturfreunde kennen ihn vielleicht noch von seinem Konzert in der Einbecker Tangobrücke. In Erinnerung an die Schauspielerin und Sängerin Lotti Huber (1912-1998) bringt der „Esel“ einen Hommage-Abend „Diese Zitrone hatte noch viel Saft“ auf die Bühne. Lotti Huber war als Charlotte Goldmann und Tochter großbürgerlicher jüdischer Eltern im KZ Moringen inhaftiert. Die KZ-Gedenkstätte Moringen wird einige Dokumente aus der Zeit präsentieren, DT-Schauspielerin Andrea Strube (Göttingen) liest.

Mit dem Konzert des Muriel-Grossmann-Quartett beteiligt sich „Kultur im Esel“ am 5. November am 45. Jazzfestival Göttingen. Der norwegische Pianist Helge Lien ist mit seinem avantgardistischen Jazz-Trio am 19. November zu Gast in Sülbeck. Für 2023 stehen bereits das spanische Daniel-García-Trio am 22. Januar und ein Abend mit bayerischen Original Georg Ringsgwandl am 26. Februar auf dem Programm.

Im Herbst ist eine Abendveranstaltung mit Holocaust-Zeitzeugin Rozette Kats in Bad Gandersheim geplant: Am 4. Oktober um 18 Uhr berichtet die Niederländerin im Kaisersaal aus ihrem Leben. Den Holocaust hat sie überlebt, weil sie von Adoptiveltern versteckt wurde. Außerdem ist Kats vom 4. bis 7. Oktober im Schulzentrum Bad Gandersheim und in der Goetheschule Einbeck bei Schülerinnen und Schülern zu Besuch.

Zum fünften Mal bietet der Verein „Kultur im Esel“ eine Fahrt nach Auschwitz an, diese wird vom 22. bis 26. Oktober stattfinden. Neben Besuchen in den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau stehen ein Besuch Krakaus und des Schindler-Museums auf dem Besuchsprogramm. Weitere Infos und Anmeldungen unter 05561 82562. Weitere Informationen zu den Konzerten und Karten im Vorverkauf unter www.kultur-im-esel.de.

Spielt am 19. November im „Esel“: das norwegische Helge-Lien-Trio. Foto: CF Wesenberg

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