Frühjahrsempfang in Einbeck mit der „Heimat auf der Haut“

Foto: Frank Bertram

Erstmals gemeinsam haben die Einbeck Marketing GmbH und die Stadt Einbeck einen Frühjahrsempfang veranstaltet, eine Pandemie bedingte Fusion aus Neujahrs- und Sommerempfang. Vor rund 160 Gästen in der Multifunktionshalle am Kohnser Weg standen die Themen Blaudruck und Smart City im Mittelpunkt. Aber auch für den persönlichen Austausch, das netzwerken und die „Live-Begegnung“ biete der Empfang nach langer Pause wieder Gelegenheit, sagte Christoph Bajohr, Vorsitzender der Einbeck Marketing Initiativ-Gemeinschaft. Die Gläserne Eule für besonderes gesellschaftliches Engagement hat in diesem Jahr Rudi Reinert erhalten, der Eulenfest-Schlagerstar-Macher.

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Blaudruck-Kleidung? Dass und wie das geht, zeigten die Models beim Frühjahrsempfang. Foto: Frank Bertram

Im Blaudruckjahr 2022 zeigten Models in Jung und Älter, dass und wie sich blaubedruckte Bekleidung tragen lässt. „Wir entfachen eine Tradition neu“, sagte die Initiatorin des Blaudruckjahres, Patricia Magdalene Keil. „Heimat auf der Haut“ lasse sich tragen – das demonstrierten beim Frühjahrsempfang dann auch zwei Modenschauen. Wobei nicht nur der mehr als 380 Jahre alte Blaudruck modern interpretiert wurde, auch die Mode-Designerinnen (Michaela Detlof, Antje Sänger) für die Kleidung auf dem Laufsteg kommen frisch aus Einbeck und entfachen die jahrhundertealte Tradition mit neuem Geist. Die Modenschau mit Blaudruck wird noch einmal beim Fachwerk-Kultur-Sommer am 18/19. Juni auf dem Marktplatz zu sehen sein.

Youtube-Video mit einem kleinen Eindruck von der Blaudruck-Modenschau.
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Dieter van Acken aus Ahaus berichtete über das Thema „Smart City“ vor gut 160 Gästen des Frühjahrsempfangs in der Multifunktionshalle. Foto: Frank Bertram

Am Beispiel Ahaus in Nordrhein-Westfalen zeigte Dieter van Acken (Tobit.Software Labs), wie Chancen der Digitalisierung für eine lebenswerte Stadt, für eine smarte City genutzt werden können: Im Zentrum steht die Bürger-ID, tragende Elemente sind das Smartphone und QR-Codes an vielen Stellen, mit denen Bürger, Handel und Gastronomie vernetzte digitale Angebote austauschen. Dieter van Acken nannte zahlreiche Beispiele – vom rund um die Uhr geöffneten Supermarkt oder dem begehbaren Online-Shop bis zur kellnerlosen Bestellung im Restaurant oder in Drive-Inns – wie in Ahaus digitale Chancen genutzt werden. Die neue Smart-City-Koordinatorin bei der Stadt Einbeck, Rebecca Spaunhorst, nutzte beim Frühjahrsempfang die Chance für Gespräche mit einigen Vertretern der Stadtgesellschaft.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hatte zuvor erläutert, warum sich Einbeck für die Förderung als „Smart City“ beworben und letztlich den Zuschlag mit einer Förderung von 3,9 Millionen Euro für fünf Jahre erhalten habe. „Wie können wir Wege finden aus der Krise und neue Impulse für die Stadtentwicklung setzen mit Hilfe von Partizipation und Digitalisierungsprozessen“, beschrieb die Bürgermeisterin die Herausforderung. Die Pandemie habe gezeigt, dass Menschen in Krisenzeiten zusammenrücken, dass sie sich für Nachbarn und die Gesellschaft einsetzen. Hinzu sei ein großer Digitalisierungsschub gekommen. Daraus solle nun mit Hilfe vieler Menschen aus der gesamten Stadtgesellschaft eine neue Strategie entwickelt werden für Einbeck. „Mit der Etablierung einer mobilen Akzeptanzwerkstatt möchten wir unsere Lösungsansätze mit den Bürgern testen und niedrigschwellige Angebote machen zur Entwicklung digitaler Möglichkeiten für alle“, sagte Michalek. „Das sind ambitionierte Ziele, aber lassen Sie uns in diesen schweren Zeiten mit Optimismus nach vorne schauen. Ich bin überzeugt, wenn alle konstruktiv weiter zusammenarbeiten, dass wir viel mehr erreichen können als wir heute vielleicht denken.“

Christoph Bajohr, Vorsitzender der Einbeck Marketing Initiativ-Gemeinschaft, dem Mehrheitsgesellschafter der GmbH, freut sich schon darauf, wenn nach langer Corona-Pause die Marketinggesellschaft auch mal wieder mit Veranstaltungen in der City mehr Leben in die Stadt bringen könne. Für alle Branchen seien die vergangenen beiden Jahre riesige Herausforderungen gewesen. Respekt zollte Bajohr allen, die in der Krise neue Chancen erkannt und diese erfolgreich umgesetzt hätten. Er hofft, dass keine neuen Umsatzeinschränkungen durch Kaufkraft- und Kauflust-Verlust oder unterbrochene Lieferketten entstehen. Mögen sich mit Optimismus die Dinge so entwickeln, wie sich das alle wünschen, Gesundheit und Frieden für alle: „Das ist ein Leben ohne Corona und vor allem auch ohne Putin, den brauchen wir gar nicht mehr“, sagte Christoph Bajohr.

„Er ist geboren in Einbeck, aufgewachsen in Einbeck, wohnhaft in Einbeck, glücklich verheiratet in Einbeck, hat zwei Kinder in Einbeck, ist selbstständiger Händler in Einbeck und er kümmert sich um Einbeck seit 30 Jahren“, stellte Christoph Bajohr den Preisträger der Gläsernen Eule 2022 vor. Rudi Reinert sei aktives Mitglied der damaligen Werbegemeinschaft gewesen und jetzt in der Initiativ-Gemeinschaft, habe lange Jahre auch im Vorstand mitgearbeitet. Aber vor allem, sagte Bajohr, werde ihm die Gläserne Eule verliehen, weil Rudi Reinert seit vielen Jahren beim Eulenfest mit den Gaststars am Sonntag für so gute Stimmung und einen vollen Marktplatz sorge. Er habe maßgeblich dazu beigetragen, dass das Eulenfest in Niedersachsen und darüber hinaus den hohen Stellenwert und Bekanntheitsgrad genieße, den es seit Jahren habe. Helene Fischer sei erst bekannt geworden, nachdem sie in Einbeck gewesen sei, scherzte Bajohr, Rudi Reinert sei „der heimliche Entdecker, der Starmacher“. Andrea Berg habe in ihrem Buch über das Eulenfest und Rudi Reinert geschrieben. „Dein Engagement für und in Einbeck ist seit Jahrzehnten vorbildlich – und das alles ehrenamtlich und aus voller Überzeugung und mit großer Leidenschaft“, sagte Bajohr. Und der Preis sei nicht als einer „fürs Lebenswerk“ zu verstehen, Einbeck erwarte in den nächsten Jahren noch großen Spaß, und Rudi Reinert habe auch schon die nächsten Schlagerstars vorgebucht. „Rudi, Du hast es verdient, ausgezeichnet zu werden – nicht mit einer Goldenen Schallplatte, aber mit der Gläsernen Eule“, würdigte der Vorsitzende der Einbeck Marketing Initiativ-Gemeinschaft den Preisträger. „Mit deiner offenen und ehrlichen Art bist Du hier in Einbeck sehr beliebt. Rudi, mach weiter so, Einbeck braucht solche Typen wie dich.“ Rudi Reinert war überwältigt und gerührt von so viel Lob und dankte für den Preis, er sei gerne der Eulenfest-Schlagerstar-Macher: „Ich steh dazu, mir macht das Spaß.“

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Rudi Reinert (Mitte) erhielt die Gläserne Eule 2022 aus den Händen von Rebecca Siemoneit-Barum und Christoph Bajohr. Foto: Frank Bertram
Facebook-Post der Musikschule M1, die für die Musik beim Frühjahrsempfang sorgte.

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