Solidarität mit der Ukraine: „Stoppt den Krieg!“

Ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine gezeigt und sich für den Frieden eingesetzt haben heute mehr als 400 Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Einbeck (IGS) aus allen Jahrgängen. Bei einem vom Schülerrat initiierten Friedensmarsch riefen die Jugendlichen „Stoppt den Krieg! Recht auf Frieden!“, während sie von ihrer Schule in der Nordstadt den Hubeweg hinunter zum Marktplatz zogen. Mit dabei bei dem Friedensmarsch hatten sie gelbe und blaue Luftballons in den Farben der Ukraine sowie selbst angefertigte Transparente und Fähnchen.  „Putin, stopp den Krieg“, „No war“ oder „Wir wollen Frieden“ stand darauf.

Mit Transparenten und Luftballons protestierten die IGS-Schüler gegen den Krieg. Foto: Frank Bertram

„Wir als Schule wollen ein Zeichen setzen, dass wir gegen Krieg und Gewalt sind“, sagte Schülersprecher Kilian Hartmann aus der Klasse 9c beim Abschluss auf dem Marktplatz. „Uns allen geht die derzeitige Situation in der Ukraine nahe, täglich sterben dort Menschen, auch Kinder.“ Der IGS-Sprecher wünschte sich, dass sich noch viel mehr Menschen aktiv und und öffentlich gegen den Krieg einsetzen. „Wir sind uns bewusst, dass es nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland selbst für die Menschen derzeit schwierig ist, das russische Volk leidet auch unter den Folgen, was ihr Präsident tut.“

Der Friedensmarsch ging mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt zu Ende. Das Regionale Landesamt für Schule und Bildung in Braunschweig sowie das Kultusministerium hätten dieses schulische Vorhaben ausdrücklich unterstützt, freute sich IGS-Schulleiterin Sandra Friedrich.

Mit Transparenten und Luftballons protestierten die IGS-Schüler gegen den Krieg. Foto: Frank Bertram

Youtube-Video des Friedensmarschs der IGS Einbeck.

Twitter-Nachricht der Polizei zum IGS-Friedensmarsch.

Um ein weiteres Mal Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu bekunden und um dem eigenen Entsetzen und dem Gefühl der Ohnmacht etwas entgegen setzen zu können, rufen die demokratischen Parteien der Stadt und Einbeck Marketing zusammen mit den Kirchengemeinden der ACK und „Fridays for future“ für kommenden Sonnabend, 5. März, zu einem Friedensmarsch durch Einbeck auf. Beginn ist um 13 Uhr mit einem Friedensgebet in der Marktkirche. Anschließend wird es einen etwa einstündigen Marsch durch Einbeck geben. Die Route wird noch bekannt gegeben, teilte heute Pastorin Stefanie Deichmann mit. Was nicht möglich gewesen scheine im Europa des 21. Jahrhunderts, sei bittere Realität geworden. „Fassungslos verfolgen wir die schrecklichen Bilder von Flucht, Leid und Zerstörung. Fassungslos hören wir die Lügen, um die Aggression gegen die Ukraine zu rechtfertigen. Fassungslos hören wir die Drohungen, die sich gegen uns alle richten. Dazu wollen wir nicht schweigen, dagegen wollen wir uns in Bewegung setzen“, heißt es in der Mitteilung der Initiatoren.

Bereits am Mittwoch Abend hatten sich laut Polizei rund 300 Menschen auf dem Einbecker Marktplatz bei einer von der „Seebrücke Einbeck“ angemeldeten Versammlung getroffen, um gegen Putins Angriffskrieg auf die Ukraine zu protestieren. Dabei gab es eindrucksvolle Lichtstimmngen in gelb und blau auf der Marktkirchenfassade.

Facebook-Post von „Einbeck ist bunt“ zur Veranstaltung auf dem Marktplatz.

Der Landkreis Northeim und die Spitzen der Kreistagsfraktionen CDU, SPD, FDP/Die Unabhängigen und der Kreistagsgruppe Grüne-Linke haben am Donnerstag unterdessen das sofortige Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine gefordert und gemeinsam in einer Erklärung festgestellt:

Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Putins auf die Ukraine erklären wir unsere ganze Solidarität mit der Bevölkerung der Ukraine. Wir verurteilen die Invasion auf das Schärfste und sind zutiefst bestürzt. Der Angriff auf die Ukraine ist ein Angriff auf uns alle und den Frieden in Europa. Unser Mitgefühl gilt allen vom Konflikt betroffenen Menschen und in besonderer Weise allen Opfern und deren Familien. Wir verurteilen jede Form der Gewaltanwendung. Wir rufen zum sofortigen Ende der russischen Aggression und aller Kampfhandlungen auf. Die vollständige Souveränität der Ukraine muss respektiert und unverzüglich wiederhergestellt werden. Wir unterstützen alle diplomatischen Initiativen, die sich um den Frieden und um ein Ende des Kriegs bemühen. Wir sind dankbar für die überwältigende Mehrheit, mit der in der gestrigen UN-Vollversammlung der russische Einmarsch verurteilt wurde. Diese unterstreicht eindrucksvoll die Aussage von UN-Generalsekretär Antonio Guterres: „Die Menschen in der Ukraine brauchen dringend Frieden. Und die Menschen in der ganzen Welt fordern ihn“. Auch wir möchten weiterhin alle in Frieden leben, auch mit dem russischen Volk. Unsere russischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürger dürfen nicht in Generalverantwortung für das Handeln der russischen Regierung genommen werden. Aber die militärische Aggression des russischen Präsidenten Putin und den Überfall auf die Ukraine werden wir nie akzeptieren. Wir appellieren an die Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis Northeim, sich mit den Menschen in der Ukraine zu solidarisieren. Gemeinsam wollen wir uns für den Frieden in Europa sowie für unsere gemeinsamen Werte einsetzen. Wir stehen für Demokratie, Menschenrechte und Zusammenhalt. Wir werden alles in unserer Verantwortung Mögliche tun, um Unterbringung, Versorgung und Sicherheit der im Landkreis Northeim ankommenden ukrainischen Vertriebenen zu gewährleisten und rufen die Bevölkerung dazu auf, dem Landkreis Northeim Wohnraum dafür anzubieten.

Erklärung des Landkreises Northeim vom 3. März 2022

Auf der Internetseite des Landkreises ist inzwischen eine Infoseite für Hilfe für Menschen aus der Ukraine eingerichtet worden. Der Kreistag wird sich in seiner Sitzung am 11. März mit den Unterstützungsmöglichkeiten und den finanziellen Auswirkungen beschäftigen.

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