Rittergut Friedrichshausen: Sandsteindach saniert

Das mit Sollingsandstein gedeckte Dach des Herrenhauses von Gut Friedrichshausen bei Dassel ist aufwändig saniert worden. Nach fast 200 Jahren war die ursprüngliche Eindeckung des 1836 errichteten Gebäudes brüchig geworden, erste Sandsteinplatten fielen herunter. Die Sanierung geriet zur Herausforderung für Jobst und Dr. Bernd von Garmissen. Die beiden Vettern bewirtschaften das seit dem 13. Jahrhundert belegte Rittergut der Familie seit 2009. „Nur noch wenige Fachfirmen sind in der Lage, nach historischem Vorbild ein Sandsteindach denkmalgerecht zu erneuern“, berichtet Jobst von Garmissen. Außerdem stellte sich während der Arbeiten heraus, dass auch Balken des Dachstuhls erneuert werden mussten.

Freuen sich über die gelungene Sandsteindach-Sanierung (v.l.): Sandstein-Fachhandwerker Bernd Müller, KSN-Vorstand Bernd Sommer, KSN-Vorstandsstab Thomas Besser, Dr. Arne Butt von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, Jobst von Garmissen sowie Dietrich Burkart und Cornelius Mertens von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz . Foto: Frank Bertram

Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 500.000 Euro hat 25.000 Euro die Niedersächsische Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Kreis-Sparkasse Northeim übernommen. 120.000 Euro stammen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, weitere 100.000 Euro vom Land Niedersachsen. Den restlichen Betrag hat die Familie von Garmissen kreditfinanziert getragen.

Das einzige Handwerker-Angebot kam von der Firma Müller Bedachungen aus dem ostwestfälischen Nieheim. Das 300 Jahre alte Traditionsunternehmen konzentriert sich seit 30 Jahren auf Sandsteinplatten-Eindeckungen. In Spitzenzeiten waren 14 Mann auf der Baustelle in Friedrichshausen, um den Zeit- und Kostenplan zu halten. „Wir wurden dabei von mehreren Restauratoren-Zimmermeistern befreundeter Firmen unterstützt“, erzählt Bernd Müller. Auf die Firma war Jobst von Garmissen durch den befreundeten Fürsten von Corvey gekommen.

Insgesamt wurde eine Dachfläche von 620 Quadratmetern neu eingedeckt. Zuvor waren beim Dachstuhl die durch Feuchtigkeit zersetzten Rähmbalken aus Fichtenholz ausgetauscht worden. Außerdem erlaubte die Denkmalpflege, eine Membranfolie unter den Sandstein zu legen, die eine Luftzirkulation erlaubt. „Sandstein muss trocknen können“, sagt Müller.

Schwierig war auch, heutzutage geeignetes Baumaterial zu bekommen. So ist die Vorderseite aus zuvor abgenommenen und von anderen Standorten besorgten Sandsteinplatten wieder eingedeckt worden. Die Rückseite des Herrenhauses hat eine Eindeckung mit handgespaltenen neuen Sandsteinplatten erhalten, die erst seit kurzem von der Stadtoldendorfer Naturstein-Firma Helmer produziert werden.

Bernd Sommer, Vorstand der KSN, und Dr. Arne Butt, Referent für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, zeigten sich bei einem Ortstermin beeindruckt. „Bei unserer Förderung legen wir Augenmerk auf Projekte, die besondere Elemente der regionalen Baukultur erhalten. Der Gutsverwaltung ist es gelungen, ein bedeutendes Denkmal für die Zukunft zu sichern.“ Laut Landesdenkmalpfleger Kim Kappes ist das Sandsteindach auf dem Herrenhaus in Friedrichshausen die bislang größte Eindeckung dieser Art in Niedersachsen.

Wenn das neue Dach eine ähnliche Lebensdauer wie sein Vorgänger erreicht, müsste sich Familie von Garmissen erst wieder im 23. Jahrhundert damit beschäftigen.

Das Herrenhaus des Ritterguts Friedrichshausen mit der neuen Sandsteineindeckung. Foto: von Garmissen
Das neue Sandsteindach auf dem Herrenhaus in Friedrichshausen. Foto: von Garmissen
Herrenhaus von Gut Friedrichshausen. Foto: Frank Bertram
close

Du kannst hier einen Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.