Filmfestival #Remember im November

Mit einem Filmfestival „#Remember im November“ im Einbecker Welttheater-Kino wollen Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Schule Dassel gemeinsam mit vielen Unterstützern und Kooperationspartnern an den Holocaust erinnern. Gedenkkultur müsse nicht immer bedeutungsschwer und demütig sein, sagen sie, sondern könne auch an Orten der Unterhaltungskultur stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs „Total Recall“ haben sich ausgiebig mit Gedenken und Erinnern befasst und sind der Meinung, dass gerade die wirkmächtigen Bilder des Kinos nachhaltig dazu beitragen, ein Geschichtsbewusstsein zu entwickeln. Zu sehen sind vom 2. bis 30. November jeweils montags um 19.30 Uhr im Welttheater am Marktplatz insgesamt fünf verschiedene Filme.

Diese Filme werden jeweils durch einen kurzen Vortrag der Schüler eingeleitet; nach der Vorstellung soll es die Möglichkeit zur Diskussion geben. „Wir erhoffen uns, dass die Besucher angeregt durch die Filme ins Gespräch kommen und sich so eine lebendiges Erinnern einstellt“, erklärten die 13 Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs „Total Recall“, die alle den 13. Jahrgang der PGS besuchen. Sie werden die Diskussion anregen mit Fragen wie: Wie werden in dem Film Täter und Opfer und Gewalt dargestellt? In welchen zeithistorischen Zusammenhang ist der Film entstanden? Zeichnet der Film ein historisch genaues Bild? Darf ein Erinnerungsfilm unterhalten und Nazis lächerlich machen?

Für die Herausforderung, geeignete Filme zu finden hatten die Schüler renommierte Unterstützung durch Dr. Daniel Wildmann, Direktor des Leo Baeck Institut London und derzeit Moritz Stern Senior Research Fellow am Lichtenberg-Kolleg der Universität Göttingen. Unterstützung gab es auch von anderer Seite: während das Welttheater Einbeck seinen Saal zu Sonderkonditionen zur Verfügung stellt, konnten der Sülbecker „Esel“, die KZ-Gedenkstätte Moringen und der Förderverein Alte Synagoge in Einbeck als Kooperationspartner gewonnen werden. Die Finanzierung der außergewöhnlichen fünfteiligen Gedenkveranstaltung stellt die „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Northeim“ sicher. „Damit ist es uns möglich, das Filmfestival ohne Eintritt zu ermöglichen. Wir werden aber eine Filmdose aufstellen, in der Besucher eine Spende für einen wohltätigen Zweck lassen können“, sagte Kai Beddies, Sprecher der Schüler.

Das Welttheater in Einbeck bietet unter aktuellen Corona-Auflagen Platz für gut 100 Besucher. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Folgende Filme werden jeweils um 19.30 Uhr gezeigt, teilweise Orginal mit Untertitel:

  • 2. November: To be or not to be (1942), USA. Komödie. Regie: Ernst Lubitsch.
  • 9. November: Sterne (1959), DDR/Bulgarien. Drama. Regie: Konrad Wolf.
  • 16. November: Auf Wiedersehen, Kinder (1987), Frankreich. Drama. Regie: Louis Malle
  • 23. November: Unbeugsam – Defiance (2008), USA. Kriegsfilm. Regie: Edward Zwick.
  • 30. November: The Flat (2011), Israel. Dokumentarfilm. Regie: Arnon Goldfinger.
Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Schule Dassel haben im Seminarfach „Total Recall“ ein Filmfestival organisiert. Foto: Frank Bertram