Einbecker Woche 9/2020

Was war?

Planung des Büros Planorama (Berlin) für den Neustädter Kirchplatz. (c) Planorama

So soll der neue Neustädter Kirchplatz aussehen: Der Bauausschuss des Einbecker Stadtrates hat sich in dieser Woche über die Gestaltung des Neustädter Kirchplatzes geeinigt, auf dem zurzeit bereits gebaut wird. Mehr dazu hier im Einbecker Politikblog. In gleicher Sitzung gemeinsam mit dem Finanzausschuss hat der Bauausschuss immer noch keine konkrete Empfehlung für die Zukunft der Strabs (Straßenausbaubeitragssatzung) ausgesprochen, nur dass sie erhalten bleiben soll. Abschließend entscheidet der Stadtrat. Auch dazu ist hier mehr im Einbecker Politikblog zu lesen. Aufmerksamkeit bekam der Neustädter Kirchplatz in dieser Woche ebenso durch archäologische Grabungen: Denn die Experten legten weitere Skelette des einstigen Friedhofs um die Kirche frei, die für Aufsehen sorgten.

Vor den Bauarbeiten auf dem Neustädter Kirchplatz: Archäologin Sabine Stoffner legt ein weiteres Skelett frei. Foto: Frank Bertram

„Einbecker Brauwasser“ abgefüllt: Vor 100 Jahren wurde das erste Einbecker Freibad eröffnet. Zu diesem Jubiläum haben die Stadtwerke in dieser Woche in der Einbecker Brauhaus AG Einbecker Trinkwasser abfüllen lassen – als „Einbecker Brauwasser“. Mehr dazu hier im Einbecker Bierblog. Ein Video gibt es hier.

Stadtwerke-Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Brauhaus-Technikchef bei der Abfüllung des „Einbecker Brauwasser“. Foto: Frank Bertram

Ausbildungsverbund Pflege gegründet: Die neue Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann wird im Landkreis Northeim durch den in dieser Woche gegründeten Ausbildungsverbund Pflege Leine-Solling organisiert. Zum Start sind 16 Einrichtungen mit dabei, außerdem die Berufsbildenden Schulen Einbeck des Schulträgers Landkreis Northeim. Der Ausbildungsverbund soll helfen, dass die Azubis in der dreijährigen Ausbildung in allen Bereichen der pflegerischen Versorgung Praxiseinsätze absolvieren können. Eine Unterscheidung zwischen Krankenpflege und Altenpflege gibt es in der Ausbildung nicht mehr. Die BBS Einbeck, die seit 20 Jahren Erfahrung in der schulischen Ausbildung von Pflegekräften hat, sieht sich jetzt in einer „Lotsenfunktion“, wie Schulleiter Renatus Döring sagte. Die Krankenhäuser in Northeim, Einbeck, Weende und auch das Landeskrankenhaus Moringen haben im Vorfeld der Gründung der BBS signalisiert, dass sie entweder noch dem Ausbildungsverbund beitreten wollen oder Einzel-Kooperationsverträge abschließen möchten, zumindest aber auch „fremde“ Azubis für Praxiseinsätze aufnehmen mögen, sagte Abteilungsleiterin Kathrin Düvel. Noch offene Fragen hoffen die Beteiligten in den nächsten Monaten bis zum Ausbildungsstart am 1. August 2020 zu klären. Bislang gibt es in der Region noch zu wenige Praxisplätze in der Pädiatrie (Kinderheilkunde). Die Stelle, die die Praxiseinsätze koordinieren soll, muss erst noch geschaffen und besetzt werden – ob in Vollzeit oder Teilzeit ist bislang offen. Auch Regelungen zur Kostenweiterleitung müssen noch getroffen werden. Hinzu kommen einheitliche Ausbildungsverträge und Formulare. Wer sich als Einrichtung dem Ausbildungsverbund anschließen möchte, kann sich an das Sekretariat der BBS Einbeck wenden: 05561 949350 oder sekretariat@bbs-einbeck.de

Sie haben in dieser Woche den Ausbildungsverbund Pflege Leine-Solling in der BBS Einbeck gegründet. Foto: Frank Bertram

Oldtimer gewonnen: In der PS-Halle in Einbeck haben die neun Gewinner der 25. Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe Gießen ihre Klassiker-Preise entgegen genommen. Das einzige Zweirad, ein Viktoria Moped, gewann Dieter de Jong aus Northeim. Für ihn ist es die erste Bekanntschaft mit einem Oldtimer, wie er glücklich sagte: „Ich habe das letzte Mal vor 40 Jahren auf einem Moped gesessen.“ Im Alltag fährt der Northeimer eher Kleinwagen. Unter dem Motto „Spenden & Gewinnen“ organisiert die Lebenshilfe Gießen seit einem Vierteljahrhundert eine nach ihren Angaben bundesweit einzigartige Aktion: Mit einer Spende von 5 Euro oder einem höheren Betrag nach Wahl winken den Teilnehmern attraktive Oldtimer- und Youngtimer-Preise – klassische Automobile und Motorräder, die allesamt für den guten Zweck zur Verfügung gestellt worden sind. Bei der 25. Oldtimer-Aktion 2019 sind insgesamt 1,34 Millionen Euro eingenommen worden, das Lebenshilfe-Projekten in Gießen zugute kommt. Die nächste Aktion ist bereits in Vorbereitung, mehr hier.

In der PS-Halle in Einbeck sind die Oldtimer an die neun Sieger übergeben worden. Foto: Frank Bertram

KWS bezieht Berlin-Standort: Der Einbecker Saatzüchter KWS hat seinen Standort in der Hauptstadt jetzt bezogen, bis dato gab es nur Übergangslösungen in der Leipziger Straße und der Stresemannstraße. Das „KWS Kontor“ in zentraler Lage an der Ecke Potsdamer Straße/ Bülowstraße in Berlin-Schöneberg bietet Raum für rund 350 Beschäftigte. „Wir bündeln in Berlin unsere weltweiten Verwaltungsdienstleistungen für mehr als 70 Länder“, sagt Vorstandsmitglied Eva Kienle, die den Aufbau der Berliner Organisation verantwortet. In Berlin werden Menschen über 40 unterschiedlicher Nationalitäten in den Bereichen Personal, Einkauf, Finanzen, Controlling, Recht und IT tätig sein. Die knapp 8500 Quadratmeter umfassenden Büroflächen sind Teil des Umbaus der ehemaligen Commerzbank-Zentrale. Unter dem Motto „Urbanität trifft Landwirtschaft“ hat KWS mit dem Berliner Architekturbüro Kinzo intensiv daran gearbeitet, eine moderne und zukunftsorientierte Arbeitswelt mit KWS-Identität aufzubauen. Im Ergebnis entstand auf fünf Etagen eine Mischung aus offen gestalteten Arbeitsplätzen, mehreren Flächen für kleine und größere Besprechungen sowie Gemeinschaftsbereichen. Höhepunkte des Gebäudes bilden die Dachterrasse und der Konferenzbereich.

Was wird?

Hospiz-Arbeit umstrukturiert: Nachdem sich die Hospizgruppe der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Einbeck nach mehr als 20 Jahren segensreicher Arbeit zum Jahresende aufgelöst hat, kümmert sich jetzt der Ambulante Hospizdienst Leine-Solling auch in Einbeck um die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen. Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde und des Diakonischen Werkes Leine-Solling (Träger des Hospizdienstes) haben erläutert, wie künftig die Hospiz-Arbeit für alle Menschen unabhängig von Konfession, Nationalität oder Religion strukuriert ist. Der Ambulante Hospizdienst des Kirchenkreises begleitet mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern Schwerkranke und ihre Angehörigen in der Zeit der Erkrankung, des Sterbens und der Trauer, sagt Annette Hartmann. Das kann im Krankenhaus oder Seniorenheim ebenso sein wie bei den Betroffenen zuhause. In Kürze startet ein neuer Hospizkursus, um weitere Ehrenamtliche für die Tätigkeit der Begleitung zu gewinnen. Dieser dauert drei Wochenenden und vier Abende. Potenzielle Mitarbeiter müssen zuhören können, auf die Patienten und ihre Wünsche sowie deren Angehörigen eingehen können – „sich auf das Leben anderer einstellen“, wie es Leiterin Annette Hartmann sagte. Für die Mitarbeiter werden Fortbildungen und Austausch untereinander angeboten. Der Ambulante Hospizdienst Leine-Solling ist erreichbar unter Telefon 05561 999872 (Anrufbeantworter) oder www.zwanzig-minuten.de

Marco Spindler, Annette Hartmann, Mingo Albrecht, Michael Büchting. Foto: Frank Bertram

Blitzer-Geschwindigkeitskontrollen: Nach Angaben des Landkreises Northeim finden in Einbeck in der kommenden Woche am Donnerstag (27. Februar) mobile Geschwindigkeitskontrollen statt. Der Blitzer-Anhänger „Alice“ soll von Freitag (28. Februar) bis Montag (2. März) im Raum Einbeck eingesetzt werden.

Wer wird was?

Haustechniker Siegfried Oetjen (l.), Technischer Leiter Daniel Hartje und Haustechniker Uwe Hundertmark (r.). Foto: EBS

Neuer Technischer Leiter im EBS: Daniel Hartje (29) ist neuer Technischer Leiter des Einbecker Bürgerspitals (EBS). Wie das Krankenhaus mitteilt, darf er in diesem Jahr 600.000 Euro für Investitionen nur für die Haustechnik tätigen. Hartje hat bislang am Uniklinikum Göttingen gearbeitet, schätzt im EBS die kurzen Wege. Als erste große Maßnahme nimmt er nun gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern die Erneuerung der medizinischen Druckluftversorgung vor – eine Investition, die beatmungspflichten Patienten zu Gute kommt. Weitere Projekte sind die Erweiterung der Brandmeldeanlage oder die Erneuerung der Aufzugtechnik. An diesen Projekten sehe man, dass die Entscheidungsträger maßgeblich an Langfristigkeit und Zukunftssicherheit der Klinik interessiert seien, sagte Hartje laut einer Pressemitteilung des EBS. Weiteres Projekt ist ein Gebäudeleittechnik-System. Damit kann dann alles, was elektrisch im EBS ist, gesteuert werden. Darüber hinaus beinhaltet das System die Möglichkeit, Schlüssel zu verwalten, die Lagerverwaltung sowie Störungen zu erfassen und abzuarbeiten.