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(c) Foto: Frank Bertram

Einbecker Woche 03/2026


Was war? Was wird? Wer wird was? Wer sagt was? Die „Einbecker Woche“ bietet den Überblick – als Rückblick und Ausblick für den Durchblick. Von Frank Bertram

Was war?

Es war eine diese heutzutage offenbar üblichen, schnell hyperventilierenden Debatten: Wegen Wintersturm-Warnungen des Wetterdienstes und dem Hinweis, den Schülertransport nicht sicherstellen zu können, fiel zunächst am vergangenen Freitag und dann auch nochmal am Montag der Unterricht aus (was die Kreisverwaltung frühzeitig jeweils am Donnerstag und Sonntag am Nachmittag bekannt gab). Über Pro und Contra des Schulausfall zu diskutieren ist müßig: Fällt die Schule aus, kommen die Argumente, dass früher ja alle barfuß Kilometer weit zur Schule gegangen seien. Hätte der zuständige Landkreis nicht abgesagt und dann wäre ein Schulbus im Schnee verunglückt, würden die gleichen Facebook-Leitartikler bemängeln, dass der Kreis die Schule hätte ausfallen lassen müssen. Wer diese Entscheidungen im Kreishaus zu treffen hat, ist nicht zu beneiden. Und sicher ist: Everybody’s darling wird er damit nicht. Wie man’s macht, ist’s verkehrt. Wobei die Frage erlaubt sein muss, warum bis heute immer noch keine gesetzliche Regelung existiert, die einen mühelosen Wechsel vom Präsenz- zum verpflichtenden Online-Unterricht an solchen Wettertagen erlaubt. Am Montag habe aber auch ich mich dann gewundert: Da postet die Kreisverwaltung über ihre Social-Media-Kanäle, dass der Unterricht am Dienstag wieder stattfindet! Ach was, möchte man mit Loriot sagen. Müssen etwa einige jetzt jeden Tag gesagt bekommen, dass die Schule nicht (!) ausfällt?
Und wieder ist eine Organisation weniger in Einbeck vor Ort präsent: Zum Jahreswechsel hat das Landvolk seine Geschäftsstelle nach Wiebrechtshausen bei Northeim aufs dortige Klostergut verlegt, seit 2017 war der Kreisbauernverband am Altendorfer Tor in Einbeck Ansprechpartner für die Landwirte. Man sollte es mit dem Lokalpatriotismus nicht zu weit treiben und selbstverständlich über den Kirchturm hinaus blicken – und natürlich sind die Räume im Molkehaus in Wiebrechtshausen schön und ausreichend groß, aber diejenigen Landwirte, die bislang vor oder nach einer Beratung am Altendorfer Tor zum Beispiel gleich noch in den umliegenden Supermärkten eingekauft haben, gehen dem Wirtschaftsstandort Einbeck jetzt verloren. Genügend ausreichend große und leer stehende Räume dürfte Einbeck auch zu bieten haben, die eine aktive Wirtschaftsförderung rechtzeitig anbieten könnte. Aber die kocht ja in Einbeck momentan auf Sparflamme, die Stelle war ausgeschrieben, Einbeck Marketing hatte sich zuletzt (auch mangels eigenem Personal) auf die kommunale Wirtschaftsförderung der Stadt Einbeck verlassen. Welches politische Gewicht eine Geschäftsstelle des Landvolks hat, kann jeder in den sozialen Netzwerken auf den zur Eröffnung erschienenen Fotos mit den Gästen beim Neujahrsempfang sehen.
Wesentlich mehr Menschen betreffen wird der Abzug einer weiteren Institution aus Einbeck bereits in wenigen Tagen, und nur wenige werden bisher davon erfahren haben: Ab Februar gibt es in Einbeck keinen Ärztlichen Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Feiertagen mehr, der früher "Sonntagsdienst" genannte Notdienst der niedergelassenen Ärzte wird ab 1. Februar von der Kassenärztlichen Vereinigung in Northeim konzentriert. Diese nicht unwichtige Veränderung ist bislang von den Kassenärzten so gut wie gar nicht (von einem dürren Aushang mal abgesehen) kommuniziert worden. Ob das in Hochzeiten der Erkältungskrankheiten und Infektionen ein glücklicher Zeitpunkt ist? Und so dürften dann in wenigen Tagen durchaus einige Patienten erst vor verschlossenen Türen der Notdienstpraxis am Einbecker Krankenhaus erfahren, dass sie nach Northeim fahren müssen. Die Notdienstpraxis der Ärzte darf dabei nicht mit der Notaufnahme der Klinik verwechselt werden, sie bleibt in Einbeck unverändert!
Die Lichterfahrten zu Weihnachten rund um Dassel und rund um Einbeck mit vielen geschmückten Treckern haben insgesamt einen Erlös von 22.000 Euro erbracht. Das haben die veranstaltenden Landwirte bekannt gegeben. Das Geld kommt der Kinderpalliativarbeit in Göttingen zugute.
Der Einbecker Seniorenrat hat sich nach seiner Neuwahl in dieser Woche konstituiert und seinen neuen Vorstand gewählt. An der Spitze steht jetzt Lothar Dolle. Mehr hier im Einbecker Politikblog.

Was wird?

„Fokus: Jahresenergie“ beim Kneipp-Gesundheits-Dienstag: Am Dienstag, 20. Januar, findet das Treffen um 16 Uhr im Haus der Sozialarbeit in den Räumen der AWO an der Grimsehlstraße 10 statt. Fit und voller Energie in das neue Jahr zu starten und mit Bewussheit, Vorstellungen und Visionen die eigene Handlungs- und Umsetzungskraft aktivieren - das ist das Ziel für die Anwendung kinesiologischer Techniken für einen 21-Tage-Prozess. Mit dem Fokus auf das Wesentliche werden gemeinsam Impulse erarbeitet für mehr Leichtigkeit, Lebenskraft und Lebensfreude im Alltag. Kursleiterin ist Dana Rudzki aus Heckenbeck. Die fünf Säulen der Kneipp‘schen Gesundheitslehre bieten in vielfältigen Lebensbereichen wertvolle Impulse zu einer ganzheitlich-gesunden Lebensführung; bei diesem Treffen werden die zwei Säulen der „Bewegung“ und der „Lebensharmonie“ besonders berücksichtigt. Das Angebot dauert etwa 90 Minuten. Mitzubringen sind etwas zu trinken, dicke Socken, bequeme Kleidung und eine Isomatte. Die Angebote sind für Mitglieder des Kneipp-Vereins kostenfrei. Gäste sind willkommen, Spenden zur Unterstützung des Kneipp-Vereins möglich.
„Lichterzauber“ am Aussichtsturm: Der Förderverein Kaiser-Friedrich-Turm beleuchtet am Sonnabend, 24. Januar, von 15.30 bis 20 Uhr den Aussichtsturm und die Umgebung im Einbecker Stadtwald. Dazu gibt’s wärmende Feuerschalen, Bratwurst, Glühwein und Kinderapfelpunsch. Bei entsprechender Witterung ist auch eine Turmbesteigung möglich. Der Förderverein bittet die Wanderer, auf jeden Fall Taschenlampen mitzubringen. Ein Turmtaxi für Menschen mit Behinderungen steht um 16 und 17.30 Uhr am Parkplatz an den Teichen bereit. Letzte Rückfahrt vom Turm ist um 19 Uhr.
Im „Esel“ in Sülbeck entführen der norwegische Komponist und Saxophonist Marius Neset und seine musikalischen Mitstreiter am Sonnabend, 24. Januar, um 20 Uhr das Publikum in die glitzernde, zuweilen schräge und manchmal melancholische Welt des Cabarets, dessen atemberaubend weit gefächerte Polystilistik und emotionale Kraft einen magischen Abend kreieren wird. Tickets können unter anderem online geordert werden hier.
Neuer monatlicher Spieleabend im Familienbüro: Ab 5. Februar findet jeden ersten Donnerstag im Monat von 18.30 bis 20 Uhr ein offener Spieleabend im Familienbüro am Hallenplan statt. Der Spieleabend richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Alter, Herkunft oder Sprachkenntnissen. Explizit eingeladen sind auch Menschen mit geringen Deutschkenntnissen. Der Abend bietet eine entspannte Möglichkeit, spielerisch Deutsch zu üben, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Spiele sind vor Ort vorhanden. Eigene Spiele dürfen jedoch gerne mitgebracht werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Angebot richtet sich an alle, die gerne spielen, neue Kontakte knüpfen oder ihre Deutschkenntnisse in lockerer Atmosphäre verbessern möchten.
Dritter Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) liegt öffentlich aus: Bis zum 6. Februar können alle relevanten Unterlagen zum dritten RROP-Entwurf online auf einer Beteiligungsplattform hier oder vor Ort im Kreishaus eingesehen werden. Bürger des Landkreises Northeim haben die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu den geänderten Teilen des RROP-Entwurfes abzugeben, die in den Dokumenten zum dritten Entwurf des RROP kenntlich gemacht sind. Das RROP legt Ziele und Grundsätze für die räumliche Entwicklung im Kreisgebiet für die nächsten Jahre fest. Im RROP werden beispielsweise Vorranggebiete für Windenergieanlagen festgelegt, Aussagen zu Wohn-, Gewerbe-, und Industrieflächen getroffen sowie Bereiche, in denen Natur und Landschaft, die Erholung oder die Landwirtschaft und der Wald Vorrang haben, festgelegt. Mehr hier.
Für mehrere Nebengewässer der Ilme im Landkreis Northeim hat der Kreistag die Überschwemmungsgebiete rechtsverbindlich festgelegt. Betroffen sind Allerbach, Bewer, Dieße, Krummes Wasser mit Hillebach, Rebbe, Spüligbach und Stroiter Bach. Ziel der Festsetzung ist es, Hochwasserschäden zu verringern oder möglichst ganz zu vermeiden. Gleichzeitig kommt der Landkreis Northeim damit seiner gesetzlichen Pflicht nach. Die genaue Abgrenzung der Überschwemmungsgebiete ist in Übersichts- und Detailkarten dargestellt. Die Verordnung sowie die zugehörigen Karten wurden im Amtsblatt vom 7. Januar veröffentlicht und sind unter landkreis-northeim.de/amtsblatt einsehbar.

Wer sagt was? Das Zitat der Woche

„Es war, und damit können wir uns rühmen, der erste Auftritt beider Bürgermeisterkandidaten im Jahr 2026."

Dirk Strohmeyer, stellvertretender Schatzmeister der Einbecker Schützengilde, über den Neujahrsempfang, an dem Antje Sölter und René Kopka teilnahmen
(c) Foto: Frank Bertram

Foto der Woche

Die Bürgermeisterin von Einbeck, Dr. Sabine Michalek, und ihr Amtskollege aus Einbecks Partnerstadt Thiais, Richard Dell’Agnola, sind gestern Abend mit dem 28. Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG ausgezeichnet worden; Dell'Agnola musste allerdings kurzfristig wegen eines beruflichen Termins mit dem Minister in Paris absagen, die Ehrung nahm sein Stellvertreter Dany Beucher in Vertretung entgegen. Die Bierordenverleihung in der Multifunktionshalle vor 250 Gästen hat erstmals zweisprachig stattgefunden. Die Einbecker Bürgermeisterin erhalte den Orden im Sinne der Freundschaft und der Völkerverständigung, sie habe sich stets für den Karneval, die Stadt, die Städtepartnerschaft und das Bier eingesetzt, hieß es. Auch Thiais‘ Bürgermeister Richard Dell’Agnola, der seit 1984 im Amt ist, liebe den Karneval und das Bier, in der französischen Partnerstadt Einbeck werde die Narrenzeit mit einem großen Umzug im März fröhlich gefeiert und der Winter ausgetrieben. Mit dem Bierorden werden seit 1994 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur geehrt, die Humor besitzen sowie Freude und Spaß am Leben ausstrahlen. Foto: Frank Bertram

Namen sind Nachrichten

Philipp Schlaffer, Axel Reitz.
(c) Stadt Einbeck
Unter dem Titel „Perspektivwechsel – Demokratie erleben und verstehen“ berichten die Aussteiger Philip Schlaffer und Axel Reitz am Donnerstag, 29. Januar, um 19 Uhr in der Multifunktionshalle über ihre Biografien, Radikalisierungsprozesse und ihren Ausstieg aus der rechtsextremen Szene. Das Publikum soll aktiv einbezogen werden: Fragen, Diskussionen und unterschiedliche Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung. Mehr hier.

+++ Blaulicht-Nachrichten +++

(c) Foto: Frank Bertram
Symbolfoto.
Was die Polizei berichtet:
Vergangenen Dienstag (13. Januar) gegen 6 Uhr beabsichtigte eine 40-jährige Einbeckerin mit ihrem Renault vom Altendorfer Tor nach links in die Barumstraße abzubiegen. Hierbei übersah sie die entgegen kommende 26-Jährige mit ihrem Skoda, und es kam zu einem Frontalzusammenstoß. Durch den Unfall wurden beide Fahrzeugführerinnen leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit. Die Schadenshöhe wird auf über 15.000 Euro geschätzt.

Wann und wo wird geblitzt?

(c) Foto: Frank Bertram
Symbolfoto.
Wann und wo finden im Raum Einbeck Geschwindigkeitskontrollen statt?
Dienstag, 20. Januar: Raum Kalefeld / Einbeck.
Die semistationäre Messanlage "Alice" wird voraussichtlich von Montag (19. Januar) bis Montag (26. Januar) im Raum Einbeck eingesetzt. Mehr hier.

Aktuelle Straßensperrungen und Baustellen im Raum Einbeck

(c) Foto: Frank Bertram
Symbolfoto.
Der Landkreis Northeim informiert auf seiner Website hier, wo Straßen gesperrt sind.
Haben Sie eine Baustelle oder Straßensperrung gesehen? Teilen Sie mir gerne mit, wo Sie eine bemerkt haben: newsletter@frank-bertram.info

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