Goldmedaille für klimaneutrale Tennishalle von Blau-Weiß Einbeck

(c) Foto: Frank Bertram

Der Tennisverein Blau-Weiß Einbeck hat als erster Sportverein in Niedersachsen die Gold-Zertifizierung „Verein(t) klimaneutral“ des Landessportbundes (LSB) und des Umweltministeriums erhalten. Die Auszeichnung würdigt die umfassende energetische Sanierung der vereinseigenen Tennishalle. Blau-Weiß hat von einer Gasheizung auf eine klimaneutrale Wärmepumpenlösung mit Ökostrom umgestellt, auch die Warmwasserversorgung läuft über diese Technik. Die Gebäudehülle wurde zudem energetisch mit einem Vollwärmeverbundsystem saniert, das Dach gedämmt, neue Giebel in nachhaltiger Holzständer-Bauweise lassen durch neue Fenster mehr natürliches Licht in die Halle. Der jährliche CO2-Verbrauch wurde damit dank Ökostrom von rund 30 Tonnen pro Jahr auf Null gesenkt.

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Gold-Zertifizierung für Blau-Weiß Einbeck (v.l.): Umweltminister Christian Meyer, Vorsitzender Jochen Büscher, LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe. Foto: Frank Bertram

Blau-Weiß Einbeck verfügt jetzt über eine der nachhaltigsten Sportstätten der Region. Dazu gratulierte Umweltminister Christian Meyer (Grüne), der das Zertifikat gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des LSB, Reinhard Rawe, überreichte. „Das kann sich wirklich sehen lassen“, war Meyer nach einem Rundgang beeindruckt. Andere Vereine sollten von dem Blau-Weiß-Beispiel lernen, der Club habe eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in Sportvereinen auch für den Klimaschutz stecke, wünschte sich der Minister. „Das ist ein starkes Beispiel für den organisierten Sport in Niedersachsen“, sagte LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe.

Die alte Heizung in der Einbecker Tennishalle hat pro Saison Erdgas für etwa zehn Einfamilienhäuser verbraucht. In Zeiten der Energiekrise waren diese Kosten für Blau-Weiß Einbeck nicht länger tragbar, die hohen Gaspreise und die schlechte Dämmung ihrer mehr als 40 Jahre alten Tennishalle würden auf lange Sicht zur finanziellen Belastung für den Tennisverein. Der Vorstand suchte für eine energetische Sanierung nach Geldquellen, fand passende Förderprogramme. Und die Mitglieder packten selbst tatkräftig mit an. „Es hat sich gelohnt“, sagte Vorsitzender Jochen Büscher.

Zwei Jahre haben Planung und Anträge für Fördermittel gedauert. Insgesamt hat Blau-Weiß Fördermittel in Höhe von rund 743.000 Euro erhalten und konnte nach dem grünen Licht in der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr die größte Investition in der Vereinsgeschichte (nach dem Bau der Tennishalle) angehen. 538.462,65 Euro hat die N-Bank bewilligt, was 60 Prozent der Gesamtkosten entspricht. 200.000 Euro kommen vom Landessportbund, der die Sanierung mit Finanzhilfe des Landes Niedersachsen förderte. Die Sozial- und Sportstiftung des Landkreises Northeim unterstützte mit 5000 Euro. Der Verein beteiligte sich mit Eigenmitteln durch ein Darlehen der Sparkasse Einbeck in Höhe von 150.000 Euro – außerdem durch praktische Eigenleistungen der Mitglieder. Zwischen Mai und September vergangenen Jahres packten zehn Handwerksunternehmen an. Nach der ersten und vor der zweiten Wintersaison in der jetzt klimaneutralen Halle zieht Blau-Weiß eine positive Bilanz. „Klimaschutz und Vereinssport bilden bei uns ein starkes Doppel“, sagte Vorsitzender Jochen Büscher. Das Projekt stärke Einbeck als Tennisstadt, in der ganzjährig gespielt und trainiert werden kann.

„Die sanierte Halle ist ein Ort, an dem sportliche Leidenschaft auf Nachhaltigkeit trifft – und zugleich ein sichtbares Zeichen dafür, was ehrenamtlicher Einsatz in unserer Stadt bewegen kann“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe nannte die Vereine „Lernorte der Demokratie“, in denen unterschiedlichste Menschen zusammenkommen und gemeinsam und miteinander Sport treiben. Der LSB könne solche Projekte nur begleiten, wirklich durchführen und anpacken würden die Sportvereine vor Ort.

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Die Halle wird mit Wärmepumpen beheizt, die mit Ökostrom betrieben werden. Umweltminister Christian Meyer lässt sich die Anlage erläutern. Foto: Frank Bertram
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Alle Beteiligten freuten sich über ein erfolgreiches Projekt. Foto: Frank Bertram
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Die bogenförmigen Binder sind erhalten geblieben, das Dach wurde innen komplett gedämmt. Die Giebel haben neue Fenster erhalten. Foto: Frank Bertram

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