Die Einbecker Brauhaus AG korrigiert ihre Ergebnisprognose: Wie das Unternehmen heute mitteilte, gehe man jetzt für das Geschäftsjahr 2026 von einem ausgeglichenen bis leicht positiven Jahresergebnis im unteren sechsstelligen Bereich aus. Bei der Hauptversammlung im Juni hatte Vorstand Marc Kerger noch ein negatives Ergebnis im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich prognostiziert. Im Vergleich zur sehr konservativen Planung entwickele sich der Gesamtabsatz im Geschäftsjahr 2026 positiv. Der Biermarkt bleibe jedoch schwierig. Die Einbecker Brauhaus AG hat nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt auf dem Weg aus der Branchen-Krise geschafft, die im vergangenen Jahr eingeleiteten Transformationsmaßnahmen zeigten Wirkung. Damit sei das erste Etappenziel der Transformation erreicht.

„Wir haben im vergangenen Jahr sehr konsequent damit begonnen, das Einbecker Brauhaus neu aufzustellen. Die jetzt vorliegenden Halbjahreszahlen zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen“, sagte Marc Kerger, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. „Nach der existenzbedrohenden Situation im vergangenen Jahr ist es uns gelungen, das Unternehmen zunächst zu stabilisieren. Dieses erste Etappenziel ist erreicht. Wir haben damit aber ausdrücklich noch nicht das Ziel erreicht, sondern eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die notwendige Transformation konsequent fortzusetzen.“
Durch einen gesunkenen Absatz in Verbindung mit einem veränderten Produktmix haben sich nach Unternehmensangaben die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4,6 Prozent auf 16,5 Millionen Euro reduziert, sie lagen jedoch 2,7 Prozent über der Planung für das Geschäftsjahr 2026. Der Materialaufwand hat laut Einbecker Brauhaus überproportional abgenommen, die im vierten Quartal 2025 gestarteten Transformationsmaßnahmen wirkten sich zunehmend kostensenkend aus. Dadurch habe man das Ergebnis gegenüber der Vorjahresperiode verbessern können: In der Berichtsperiode wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 60.000 Euro erwirtschaftet, im Vorjahr war es noch ein Verlust von 854.000 Euro.
Für das Einbecker Brauhaus ist nach eigener Darstellung damit eine wichtige Zwischenetappe erreicht – die Grundlage für die nächste Phase der Transformation. Mit Beginn der zweiten Amtszeit des Vorstands im Oktober 2026 soll die Transformation mit unverändert hohem Tempo fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei eine weitere Bereinigung und Fokussierung des Portfolios, zusätzliche Kostensenkungen sowie die weitere Anpassung und Optimierung der Organisation. Dabei gehe es neben der weiteren Größe der Organisation vor allem um Kompetenzen, Strukturen, Verantwortlichkeiten und die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens, heißt es in einer Mitteilung.
Auch die finanzielle Situation hat sich nach Unternehmensangaben stabilisiert. Die Verbindlichkeiten gingen um 961.000 Euro auf 6,608 Millionen Euro zurück. Der Liquiditätsrahmen war im Berichtszeitraum jederzeit ausreichend dimensioniert. „Unsere Liquidität ist heute so solide wie seit vielen Jahren nicht mehr. Auch von Seiten unserer Finanzierungspartner wird die Entwicklung positiv bewertet“, erklärte Marc Kerger. „Das ist ein wichtiger Erfolg für das gesamte Unternehmen und bestätigt uns darin, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Gerade weil wir jetzt wieder mehr Stabilität haben, dürfen wir nicht nachlassen.“
„Wir haben mit der ersten Phase der Transformation ein wichtiges Fundament geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, dieses Fundament zu nutzen und die Veränderungen konsequent weiterzuführen“, betont Marc Kerger. „Wir werden unser Portfolio weiter schärfen, Kosten weiter reduzieren und unsere Organisation an die Anforderungen eines veränderten Marktes anpassen. Dazu gehören auch Fragen nach Kompetenzen, Verantwortlichkeiten und dem Mindset, mit dem wir künftig arbeiten müssen.“
Die Herausforderungen für die Einbecker Brauhaus AG bleiben dabei erheblich. Der deutsche Biermarkt steht weiterhin unter hohem Wettbewerbs- und Preisdruck. Gleichzeitig belasten steigende beziehungsweise volatile Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik die Branche. Hinzu kommen Veränderungen im Konsumverhalten und der anhaltende Trend zu alkoholfreien beziehungsweise alkoholreduzierten Getränken.
„Wir freuen uns über das Erreichte, aber es gibt keinen Grund, uns zurückzulehnen“, fasst Marc Kerger zusammen. „Die Stabilisierung ist ein wichtiges, zunächst temporäres Etappenziel. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, die Einbecker Brauhaus AG nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen. Dafür müssen wir die aktuelle Situation nutzen und die Transformation in der zweiten Phase mit Hochdruck weiter vorantreiben.“
