Im Industriegebiet am Butterberg in Einbeck haben SMA Altenso (Niestetal bei Kassel) und RheinEnergie (Köln) einen Batteriegroßspeicher offiziell in Betrieb genommen. Der Speicher mit einer Kapazität von 64 MWh könnte mehr als 32.000 Haushalte eine Stunde lang mit Strom versorgen. Durch die Zwischenspeicherung von überschüssigem Strom in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung und der Entladung in Zeiten höherer Nachfrage soll der Batteriespeicher dazu beitragen, erneuerbare Energien effizienter zu nutzen. „Das ist ein weiterer Baustein für das Energiesystem der Zukunft“, sagte Altenso-Geschäftsführer Burkhard Söhngen. Der Batteriegroßspeicher ermögliche es, erneuerbare Energie besser einzubinden. „Das ist ein starkes Signal aus Einbeck, so wird die Energiewende machbar“, sagte Söhngen und dankte seinem Partner RheinEnergie. „Die Energiewende ist nichts für Einzelkämpfer.“ Für RheinEnergie ist der Großspeicher in Einbeck das erste derartige Projekt, aber nicht das letzte, sagte Vorstand Stephan Segbers. Wichtig sei dafür eine stabile, verlässliche Regulatorik. „Wir brauchen mehr Flexibilität im System“, sagte der RheinEnergie-Vorstand. Das Projekt in Einbeck habe man ohne eine Förderung realisiert.

Auf dem 3000 Quadratmeter großen, ehemals städtischen Grundstück stehen jetzt acht Wechselrichter-Stationen, dazu kommen 16 Batteriecontainer. Verbunden ist der Batteriegroßspeicher mit einer nutzbaren Leistung von 24,5 MW und 64 MWh Kapazität mit der 700 Meter entfernten Mittelspannung-Umspannstation an der Kolberger Straße. Nachdem im Januar 2025 die Baugenehmigung vorlag, konnten die Tiefbauarbeiten im März vergangenen Jahres beginnen. Seit dem Jahreswechsel ist der Batteriespeicher am Netz, seit Mai auch im Betrieb. Auf dem Areal werden 28 Bäume gepflanzt, vor allem Obstbäume, außerdem 810 Sträucher.
Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek dankte bei der offiziellen Inbetriebnahme für die Investition in Einbeck, von einem zweistelligen Millionenbetrag ist die Rede. „Ich hatte mir den größer, voluminöser vorgestellt“, sagte Michalek, der Speicher sei ja „fast ein graziles Bauwerk“. Imgrunde fehle nur noch eine Photovoltaikanlage in der Nähe, dann seien neben der 380-kV-Höchstspannungsleitung, dem Windpark Holtensen-Hullersen und dem Suedlink alle Bestandteile der Energiewende in unmittelbarer Nähe versammelt. Wichtig seien Batteriegroßspeicher, um größere Puffer für eine Netzstabilität zu haben, das habe Netzbetreiber Avacon beim jüngsten Stromausfall im Raum Kreiensen gemerkt, sagte die Bürgermeisterin.



