Ortsheimatpflege: Bewahrte Geschichte gibt den Dörfern das Gesicht von morgen

(c) Foto: Ortsheimatpflege Stadt Einbeck

Die Ortsheimatpflege stärker sichtbar machen, sie in die Gesamtgeschichte der Stadt Einbeck besser einbinden – das sind zentrale Anliegen des neuen Beauftragten für Ortsheimatpflege der Stadt Einbeck, Marco Strohmeier. „Nicht nur die Stadt selbst, sondern auch ihre Dörfer haben eine spannende und vielfältige Geschichte“, sagt er laut einer jetzt verbreiteten Pressemitteilung. Die Stadt Einbeck besteht aus der Kernstadt und 46 Ortschaften (44 Dörfer und zwei Flecken). Für die jeweiligen Ortschaften werden seit 1985 Ortsheimatpfleger bestellt, die sich um den Erhalt und die Pflege der Ortsgeschichte und Traditionen bemühen. Sie sind Ansprechpartner für historische Belange und Gegebenheiten in den jeweiligen Ortschaften. Eine Übersicht ist hier zu finden.

„Es ist schön, dass es Menschen gibt, die sich mit Engagement und Herzblut für ihre Ortschaft einsetzen, das kulturelle Erbe bewahren und das gemeinschaftliche Leben lebendig halten“, sagte Marco Strohmeier bei der jüngsten Versammlung der Ortsheimatpfleger. Erfreulich sei, dass für zahlreiche Ortschaften neue Ortsheimatpfleger gewonnen werden konnten. Dazu zählen Avendshausen, Bruchhof, Buensen, Erzhausen, Hallensen, Holtensen, Hullersen, Iber, Ritterode, Salzderhelden, Vogelbeck und Wenzen. Drei Ortschaften – Edemissen, Negenborn und Volksen – sind derzeit noch unbesetzt. Strohmeier machte deutlich, dass für das Ehrenamt des Ortsheimatpflegers keine wissenschaftliche Ausbildung erforderlich ist: „Wichtig ist, dass überhaupt gesammelt wird – sei es aus der Vergangenheit oder aus der Gegenwart. Jeder kann hier seinen eigenen Schwerpunkt setzen.“

Trotz personeller Veränderungen, insbesondere im Stadtmuseum, konnten die Ortsheimatpfleger ihre Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen schnell neu ordnen, heißt es in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit Dr. Imke Weichert vom Stadtmuseum sowie Susanne Gerdes und Christian Riemenschneider vom Stadtarchiv wurde die Arbeit weiterentwickelt. Erste Ergebnisse sind bereits im Stadtmuseum sichtbar: Eine Präsentationswand und der neue Ausstellungsteil „Treffpunkt Milchbock“ stellen die Ortschaften kurz vor.

Für das kommende Jahr formulierte Marco Strohmeier mehrere Ziele: Die Sichtbarkeit und Bedeutung der Ortsheimatpflege sollen weiter gesteigert werden – etwa durch Hinweise in Online-Enzyklopädien, eine stärkere Präsenz im Stadtmuseum sowie die Wiederaufnahme der Ausstellung von Bestallungsurkunden. Auch gemeinsame Exkursionen zu Sehenswürdigkeiten in den Ortschaften sowie eine intensivere Einbindung der Ortsheimatpfleger in touristische Konzepte sind für die Zukunft angedacht. Ein weiteres Anliegen ist der bewusste Umgang mit Ortsnamen. Diese würden im Alltag zunehmend verschwinden, was langfristig die Zuordnung historischer Dokumente erschwere. Strohmeier appellierte daher, Ortsbezeichnungen konsequent weiterzuführen.

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) kommt auch bei der Ortsheimatpflege in den Fokus. Gemeinsam mit seinem Vorgänger Willi Hoppe stellte Strohmeier bei der Versammlung praktische Beispiele vor, wie historische Bilder verbessert und alte Texte entziffert werden können. Hier sieht er großes Potenzial für die zukünftige Arbeit. In diesem Jahr soll es dazu einen Workshop zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz geben, um den Umgang mit historischen Bildern und Texten weiter zu vertiefen.

„Indem wir die Geschichten von gestern bewahren, geben wir unserem Ort das Gesicht von morgen. Unsere Arbeit sorgt dafür, dass aus einem bloßen Wohnort eine Heimat wird – ein Ort mit Gedächtnis und Charakter“, sagte Strohmeier.

(c) Foto: Ortsheimatpflege Stadt Einbeck
Der Beauftragte für Ortsheimatpflege der Stadt Einbeck, Marco Strohmeier, sein langjähriger Vorgänger Willi Hoppe, Museumsleiterin Dr. Imke Weichert und Dr. Christian Riemenschneider vom Stadtarchiv Einbeck. Foto: Ortsheimatpflege Stadt Einbeck

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