„Gegraben, geborgen, gezeichnet“ – unter diesem Titel ist aktuell eine Ausstellung zum Thema Kunst und Archäologie in Göttingen zu sehen. In der Ausstellung werden archäologische Fundstücke aus Einbeck gezeigt, darunter Keramikfunde aus Rotenkirchen sowie Funde vom Neustädter Kirchplatz. Zudem präsentiert Flavio Apel mehrere Zeichnungen mit direktem Einbeck-Bezug, darunter eine Darstellung einer Landschaft bei Einbeck. Die Schau verbindet archäologische Funde mit künstlerischen Zeichnungen und untersucht, wie wissenschaftliche Dokumentation und bildnerische Interpretation einander ergänzen.
In fünf Vitrinen und rund 20 Bleistiftzeichnungen werden ausgewählte Objekte aus archäologischen Grabungen und die darauf basierenden Arbeiten des deutsch-italienischen Künstlers Flavio Apel präsentiert. Unter den Exponaten befinden sich auch Fundstücke aus Einbeck. Die Keramikfunde aus Rotenkirchen geben Einblick in mittelalterliche Gebrauchskeramik, und die Grabung auf dem Neustädter Kirchplatz in Einbeck wirft die Frage auf, ob menschliche Überreste öffentlich gezeigt werden sollten. Apel hat sich zwei Jahre lang mit archäologischen Themen beschäftigt und darauf aufbauend eine neue Bildserie entwickelt, die sowohl konkrete Fundstücke als auch die dahinter liegenden Arbeitsprozesse aufgreift. Die Zeichnungen reichen von präzisen Darstellungen einzelner Objekte bis zu Szenen, die archäologische Arbeit neu darstellen. In dem Bild „geborgen“ ist eine Landschaft bei Einbeck zu sehen, in der ein Archäologe den Boden aufspaltet; aus dem entstandenen Spalt treten Fundstücke und Texte hervor und verweben sich zu einem neuen Bildraum. Andere Arbeiten konzentrieren sich auf die Formensprache der Objekte selbst, darunter eine neu interpretierte Darstellung eines Buchbeschlags. Die größte Zeichnung der Ausstellung misst 100 mal 70 Zentimeter und zeigt die Düstere Straße 1 in Göttingen. Für dieses Werk benötigte Apel über 340 Arbeitsstunden.
Die Ausstellung ist das erste große Kooperationsprojekt zwischen der Galerie Ahlers und Streichardt & Wedekind Archäologie (SWA). Die Präsentation möchte nicht nur Ergebnisse zeigen, sondern Perspektiven eröffnen: Was bleibt, was wandelt sich, und wie verändert künstlerische Interpretation die Wahrnehmung von Vergangenheit?
Als Veranstaltungsangebot ist für den 24. Januar 2026 ein Kunst- und Archäologietag geplant: Unter dem Motto „Spurensuche – kreativ in die Vergangenheit“ sind Besucher eingeladen, aktiv zu werden und archäologische und künstlerische Arbeitsweisen praktisch zu erleben.
Die Ausstellung „Kunst und Archäologie – gegraben, geborgen, gezeichnet“ in der Galerie Ahlers in der Düsteren Straße 21 in Göttingen ist bis zum 24. Januar 2026 zu sehen. Die Galerie ist von Mittwoch bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie am Sonnabend von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.kunst-und-archaeologie.com sowie unter www.galerieahlers.de


