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Neujahrsempfang in Einbeck: Dem Negativen ein Stoppschild entgegen halten

(c) Foto: Frank Bertram

Dem Negativen gedanklich ein Stoppschild entgegen zu halten – dafür plädierte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek beim Neujahrsempfang von Stadt Einbeck und Einbeck Marketing. Man könne nicht negativ denken und Positives erwarten. „Lassen Sie uns 2025 zu einem Jahr des Aufbruchs und des Erfolgs machen – für unsere Stadt und für jeden einzelnen von uns“, appellierte Michalek. Rund 250 Gäste aus Handel, Industrie, Dienstleistung, Verwaltung, Politik und Gesellschaft nahmen an der Veranstaltung in der Multifunktionshalle teil. Die Gläserne Eule 2025 für besonderes Engagment für den Standort Einbeck erhielt Christiane Folttmann.

Aus den Händen von Christoph Bajohr erhielt Christiane Folttmann die Gläserne Eule 2025. Foto: Frank Bertram

Der Vorsitzende der Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft, Christoph Bajohr, dankte allen Förderern und Unterstützern des Stadt- und Standortmarketings in Einbeck aus Handel, Handwerk, Industrie, Gastronomie und freien Berufen. Einbeck Marketing stelle sich 2025 neuen Herausforderungen, arbeite nicht nur an neuen, zeitgemäßen Veranstaltungsformaten. Die noch stärkere Verzahnung der Gesellschaft mit der Stadt Einbeck für noch bessere Ergebnisse zeichne sich als eines der wichtigsten Ziele in diesem Jahr ab, sagte Bajohr. Mit dem neuen KWS-Elitespeicher habe man in Einbeck jetzt gewissermaßen zwei Elitespeicher in der Stadt, denn neben der Saatgut-Schatzkammer gebe es ja auch die Schatzkammer von Oldtimern im PS-Speicher. Bajohr dankte beiden Unternehmungen für ihr herausragendes Engagement für Einbeck. Im Sinne eines positiv verstandenen Elite-Standorts möchte der Vorsitzende der InitiativGemeinschaft in einigen Bereichen noch einige Spitzenpositionen erleben. „Denn nur, wenn wir uns weiter positiv hervorheben und differenziert besondere Leistungen anbieten, werden wir stärker wahrgenommen und höher geschätzt“, sagte Bajohr. Einbeck sei auf einem gutem Weg, habe viel schon erreicht. Mehr gehe natürlich immer. „Lassen Sie uns weiter miteinander die Kräfte bündeln und unsere Stärken gut vermarkten, lassen Sie uns schneller gemeinsam unsere Defizite beseitigen, dazu brauchen wir Visionäre, Gestalter, Akteure, wenig Bedenkenträger und vielleicht auch ein paar Eliten.“

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek machte beim Neujahrsempfang auf den stetigen Wandel, den Fortschritt bei der Digitalisierung auch im Rathaus und eine noch schneller und entschlossener notwendige Transformation der Gesellschaft aufmerksam, das Paradoxe sei dabei jedoch: „Je schneller wir uns verändern müssen, um so mehr sehnt sich ein Großteil der Menschen vor allem nach Stabilität und nach Planbarkeit.“ Das was gut und stabil sei, sei allerdings gar nicht wenig. Die soziale Marktwirtschaft biete Perspektive. Der Staat sollte jedoch Unternehmern innerhalb des Rechtsrahmens wieder mehr Freiheit ermöglichen und Reglementierungen auf das unbedingt Notwendige beschränken, forderte Michalek. Sie verstehe die berechtigte Kritik an überbordender Bürokratie und mangelnder Flexibilität. „Mit Selbstmitleid oder Dauerfrust bringen wir jedoch nichts voran“, sagte die Bürgermeisterin. „Deshalb müssen wir weniger jammern und mehr machen, vor allem besser machen.“ Es sei auch die Bereitschaft zur Leistung, die Einbeck stark gemacht habe. Erfolg sei immer eine Teamleistung – „sich nicht nur zu fragen, was bekomme ich und was steht mir zu, sondern was trage ich zu unserem gemeinsamen Wohlstand in unserem Land bei.“

Neben der Leistungsbereitschaft betonte Dr. Sabine Michalek einen notwendigen respektvollen Umgang miteinander. „In einer Zeit, in der die öffentliche Debatte oft von Lautstärke und Polarisierung geprägt ist, sollten wir uns bewusst für eine respektvolle Sprache und einen wertschätzenden Umgang miteinander entscheiden“, sagte die Bürgermeisterin. „Worte haben Macht, sie können Brücken bauen, aber auch Gräben vertiefen.“ Gesellschaftlicher Zusammenhalt sollte das Fundament sein, auf dem Einbeck seine Zukunft aufbaue. „Gerade in herausfordernden Zeiten brauchen wir ein starkes Miteinander, ein Einbeck, in dem wir aufeinander acht geben, in dem niemand zurückgelassen wird und in dem Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.“ Die Bürgermeisterin legte den Zuhörenden beim Neujahrsempfang zwei Termine ans Herz. „Gehen Sie am 23. Februar zur Bundestagswahl und nutzen sie ihr Wahlrecht klug.“ Am 15. März stelle eine Koordinierungsgruppe im Alten Rathaus den Einbecker Aktionsplan zur Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft vor. Jeder könne sich informieren und sich aktiv einbringen.

Erstmals an eine Frau wurde in diesem Jahr die Gläserne Eule verliehen. „Das wird ja auch mal Zeit“, sagte Christoph Bajohr. Die Ehrung wird jährlich beim Neujahrsempfang Persönlichkeiten aus Einbeck verliehen, die sich in besonderem Maße über die berufliche Tätigkeit hinaus um den Standort Einbeck verdient gemacht haben und sich besonders engagieren. Die Gläserne Eule 2025 erhielt Christiane Folttmann, heute Referentin der Geschäftsleitung und Prokuristin bei der Lebenshilfe Einbeck, die seit 1997 mit ihrer Familie in Einbeck lebt. „Sie identifiziert sich mit unserem Standort in besonderer Weise“, würdigte Bajohr. Von 2015 bis 2022 war Folttmann bei der Einbeck Marketing GmbH beschäftigt, kümmerte sich vor allem um die Standortentwicklung – „unsere wichtigste Kraft im Hause“ neben den Geschäftsführern. Als Einbeck Marketing im vergangenen Jahr nach dem Weggang der Geschäftsführer dringend auf der Nachfolgesuche war, hatte sich Christiane Folttmann spontan bereit erklärt, neben ihrem Job bei der Lebenshilfe für ein halbes Jahr bis Ende 2024 die Funktion bei Einbeck Marketing zu übernehmen – und das „absolut ohne jede Vergütung, weil es ihr ein persönliches Anliegen war“, sagte Bajohr. Sie habe gerne den Weg zu einem Neustart 2025 unterstützen wollen, sagte Christian Folttmann zu ihrer Motivation. Ehrenamtliches Engagement sollte zum Leben dazu gehören – und es sei auch „ganz reizvoll, wenn man sich in Abständen mal selbst überrascht mit neuen Aktivitäten“, sagte sie.

Die Preisträgerin hatte als Geschäftsführerin von Einbeck Marketing im Dezember die gläserne Figur noch in Auftrag gegeben – nicht wissend, dass sie selbst die Preisträgerin sein würde. Im Aufsichtsrat im November habe sie Vorschläge für potenzielle Preisträger der Gläsernen Eule gemacht, erzählte Christiane Folttmann. Die seien offenbar alle ignoriert worden, sagte sie augenzwinkernd. Weiblich und unter 60, das sei ja auch wirklich innovativ… Folttmann stellte bei ihren Dankesworten neben ihrer Tätigkeit bei Einbeck Marketing vor allem ihr Engagement bei der Lebenshilfe in den Mittelpunkt. 2007 sei sie von Dr. Curt Quensell, einem der Gründer der Lebenshilfe Einbeck, in den Vorstand gebeten worden. In den folgenden Jahren war sie im ehrenamtlichen Vorstand der Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene tätig, die besondere Bedürfnisse haben und Rahmenbedingungen benötigen, die sie sich selbst nicht schaffen können und wobei sie Unterstützung brauchen. „Ich freue mich sehr, dass die Verleihung der Gläsernen Eule auch eine soziale Einrichtung wie die Lebenshilfe in den Fokus rückt“, sagte Folttmann. „Wir als Lebenshilfe und Pädagogisch-therapeutisches Förderzentrum PTZ möchten gerne noch stärker in der Stadtgesellschaft wahrgenommen werden.“ Sie machte auf das bevorstehende Benefizkonzert des Polizeiorchesters Niedersachsen zugunsten der Lebenshilfe am 26. Februar in der PS-Halle aufmerksam.

Benedikt Handel (Teejit GmbH, Eichstätt) zeigte beim Neujahrsempfang in seinem Impulsvortrag die aktuellen Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) – wie einfach es ist, Bilder und Texte zu generieren oder auch mit einer nur kurzen Audionachricht von Moderator Eberhard Schmah von diesem dank KI eine längere, täuschend echt klingende Sprachnachricht abspielen zu lassen.

Einen tänzerischen Vorgeschmack auf die vierte EIN-Tanz-Veranstaltung am 14./15. Juni bot die Gruppe von Jugendlichen aus Multifunktionshalle und Jugendkirche Marie um Tanz- und Bewegungspädagoge Harm Bremeyer. Die Bigband der Mendelssohn-Musikschule begleitete den Neujahrsempfang musikalisch.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied im Verein Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft, der Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) der GmbH ist.

Gelungener EIN-Tanz: die Gruppe um Tanz- und Bewegungspädagoge Harm Bremeyer gab beim Neujahrsempfang einen Vorgeschmack auf ihre im Juni anstehenden Veranstaltungen. Foto: Frank Bertram
Moderator Eberhard Schmah mit KI-Referent Benedikt Handel (r.). Foto: Frank Bertram
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