Zwischen Einbeck und Salzderhelden beginnen in diesen Tagen die Bauarbeiten für den SuedLink. Die insgesamt 700 Kilometer lange Stromleitung soll ab Ende 2028 als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Norddeutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg verbinden. Im Regelfall werden die SuedLink-Erdkabel in einen offenen Kabelgraben gelegt. Dort wo SuedLink Hindernisse wie Straßen und Gewässer kreuzt, kommen geschlossene Bauweisen zum Einsatz. An der Landesstraße 487 am westlichen Ortsrand von Salzderhelden wird die Straße unterquert. Dazu kommt ein besonderes Verfahren zum Einsatz: Die von TransnetBW beauftragten Unternehmen Strabag und Köster unterbohren den Bereich mit einer so genannten Horizontalspülbohrung (HDD-Bohrung).

Wie Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW mitteilte, beginnen in Südniedersachen die vorzeitigen Baumaßnahmen vor einem Planfeststellungsbeschluss, weil sie als Maßnahme nach §44c Abs. 1 des Energiewirtschaftsgesetzes gelte. Die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde habe ihre Genehmigung erteilt, weil der positive Planfeststellungsbeschluss für das gesamte Vorhaben ohnehin erwartbar, die Maßnahmen reversibel sei und die vorzeitige Umsetzung im öffentlichen Interesse stehe. Die vorbereitenden Maßnahmen für die HDD-Bohrung könnten daher starten. Dabei werden zunächst unter anderem Vermessungen vorgenommen, Zuwegungen vorbereitet und Baustellenflächen eingerichtet. Dann beginnt die so genannte Horizontalspülbohrung. Die Bauzeit dafür beträgt etwa zehn Monate, also bis September 2025. Mit diesem Verfahren wird der Bereich auf einer Länge von etwa 500 Metern unterbohrt und mit Kabelschutzrohren versehen, um später die Gleichstromkabel der SuedLink-Leitung hindurch zu ziehen. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt die Unterbohrung des Schriftzugs „Salzderhelden“ am Heldenberg. Da es sich hier um eine bedeutende archäologische Fundstelle handele, haben bereits umfangreiche archäologische Vorarbeiten stattgefunden, teilte TransnetBW mit. Auch die anstehenden Arbeiten werden von einem erfahrenen Archäologenteam begleitet. Erst nach Planfeststellung starten auch die Bauarbeiten für eine Kabelabschnittstation, die am Kleinen Heldenberg entstehen wird.
Die Übertragungsnetzbetreiberin TransnetBW hat die Tiefbauleistungen für die südniedersächsischen Baulose des Energiewende-Großprojekts SuedLink nach einer europaweiten Ausschreibung an die von den Bauunternehmen Köster und STRABAG gebildete ARGE SuedLink Südniedersachsen vergeben. Das erste Baulos erstreckt sich über knapp 55 Kilometer von Elze bis Einbeck-Strodthagen. Das zweite Baulos führt auf einer Länge von knapp 46 Kilometern durch die Landkreise Northeim und Göttingen bis zur Landesgrenze nach Hessen bei Neu-Eichenberg. Das Vergabevolumen für alle Arbeiten liegt bei mehreren hundert Millionen Euro. „Wir freuen uns zwei so erfahrene Partner an Bord zu haben und mit ihnen gemeinsam den Bau des SuedLink hier in Niedersachsen zu realisieren“, erklärte Alexander Böttger, verantwortlicher Bauoberleiter für die SuedLink-Baulose in Südniedersachsen.
Die Tiefbaumaßnahmen werden in den kommenden Monaten in der Regel nacheinander, teilweise aber auch parallel erfolgen. Dabei werden zunächst Leerrohre in offene Kabelgräben gelegt, die danach wieder verfüllt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die 525-Kilovolt-Erdkabel in die Leerrohre eingezogen. Dort, wo SuedLink Hindernisse wie Straßen und Gewässer kreuzt, kommen geschlossene Bauweisen zum Einsatz. Da diese Bauweisen aufwändig sind, hat TransnetBW bei der Bundesnetzagentur hierzu erste vorgezogene Baumaßnahmen beantragt, mit denen Anfang November bei Salzderhelden begonnen wird. Die Planfeststellungsbeschlüsse und die damit verbundene Möglichkeit, Arbeiten im gesamten Abschnitt durchzuführen, erwartet TransnetBW für den Bereich des zweiten Bauloses im Frühjahr 2025, für den Bereich des ersten Bauloses im Herbst 2025.
(Mit Pressemitteilung TransnetBW)

