Aktualisiert: Hochspannungsleitung stürzt auf Kreisstraße und beschädigt mehrere Autos

Fotos: Vincent Sömmer/Kreisfeuerwehr

Eine im Rückbau befindliche Hochspannungsleitung ist am Freitag Abend auf die Kreisstraße 510 zwischen Einbeck und Dassensen gestürzt. Das berichtet die Kreisfeuerwehr Northeim. Die spannungsfreie Leitung habe dabei niemanden verletzt, aber nach ersten Informationen mehrere Autos beschädigt. 

Fotos: Vincent Sömmer/Kreisfeuerwehr
Auf die Straße zwischen Dassensen und Einbeck ist am Freitag eine spannungsfreie Stromleitung gestürzt. Fotos: Vincent Sömmer/Kreisfeuerwehr

Die um 21.26 Uhr alarmierte Feuerwehr aus Einbeck hat nach Mitteilung der Kreisfeuerwehr den Gefahrenbereich abgesperrt, die Polizei Einbeck hat sich mit der Unfallaufnahme befasst. Durch die Einsatzleitstelle des Landkreises Northeim wurde der Betreiber der Hochspannungsleitung informiert und zur Beseitigung der Gefahrenstelle hinzugezogen. Rund 15 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. 

Nachtrag 16.07.2024: Netzbetreiber Tennet äußerte sich heute auf meine am Sonnabend gestellte Anfrage zur Ursache und zu Sicherheitsvorkehrungen wie folgt: „Der Vorfall ereignete sich im Zuge der Demontage der 220.kV-Leitung Lehrte-Hardegsen, die nach der Inbetriebnahme der 380-kV-Neubauleitung Wahle–Mecklar obsolet ist. Konkret werden an betroffenen Masten aktuell die alten Leiterseile abgenommen. Diese Arbeiten werden durch Sperrung der Straße abgesichert, an wichtigen Verkehrsstrecken durch Sicherungsnetze abgesichert, die mittels Gerüste seitlich der Verkehrswege die Straßen schützen. Der betroffenen Seilabschnitt führt über die Bundesstraße 3 und einer direkt darüber gelegenen Brücke für eine Kreisstraße, die durch zwei seitliche Schutzgerüste an der B3 sowie während des Rückbaus mit Hilfe eines Mobilkrans und Laufrollen über der Kreisstraße geschützt wurde. Aufgrund der höhergelegen Kreisstraße und der örtlichen Einschränkungen wurde, anstatt eines Gerüstes, der Einsatz des Mobilkrans während der aktiven Rückbauarbeiten notwendig. Während der Stillstandzeiten werden die Leiterseile durch entsprechende Boden-Verankerungen gesichert. Die Ursache für den Vorfall wurde sehr schnell festgestellt: Eine für diese Verankerung erforderliche Apparatur ist wegen der zuletzt starken Regenfälle und des dann durchweichten Bodens abgesackt und rutschte von der zugehörigen Aufnahme. Auch für solch seltene Vorfälle werden Gerüste und Sicherungsnetze gespannt und schwer zugängliche Bereiche mit Sondermaßnahmen während der Arbeiten gesichert. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann menschliches und technisches Ermessen ein Risiko nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Glücklicherweise sind durch den Vorfall keine Personen zu Schaden gekommen. TenneT prüft nun intensiv die technischen Spezifikationen und untersucht den Vorfall. Die Abnahme der alten Leiterseile an diesem Mast wird Ende dieser Woche beendet sein, anschließend erfolgt die Demontage des Masten. Der Mastrückbau findet mittels Kran-Arbeiten statt. Ein solcher Kran ist auch bereits aufgestellt, der die eigentlichen Leiterseilarbeiten unterstützt und zusätzlich absichert. Der Abbau erfolgt stockweise (also Stockwerk für Stockwerk), die Maste werden direkt nach der Demontage noch vor Ort transportfähig zerlegt und von der Baustelle verbracht. Die Demontage eines ganzen Spannfeldes – ein Spannfeld umfasst alle Masten in einem geraden Verlauf, bis sich die Richtung der Leitung ändert, durchschnittlich hat ein Spannfeld eine Länge von 800m bis 2000m – inklusive Wegebau/-rückbau, Ein- und Abrüsten dauert je nach Länge nur drei bis vier Wochen. Generell soll die alte 220-kV-Leitung ab südlich des Abzweigs zum Pumpspeicherkraftwerk Einbeck bis Jahresende abgeschlossen sein.“

(c) Foto: Frank Bertram
Hochspannungsleitungen: Die Kreisstraße 510 führt über die B3, hier ist für den Leitungsrückbau ein Schutzgerüst aufgebaut. Foto: Frank Bertram