Volksbank schließt Filialen und führt ab Juli „Verwahrentgelt“ ein

Foto: Frank Bertram

Die Volksbank hat angekündigt, einige Filialen zu schließen und andere zu reduzieren, außerdem soll ab Juli wegen des anhaltenden Niedrigzinsniveaus ein so genanntes Verwahrentgelt eingeführt werden. Für die drei Volksbank-Vorstände Dieter Brinkmann, Dr. Jörg Hahne und Andreas Wobst sind die Maßnahmen nach eigenen Angaben wichtig, um weiterhin erfolgreich zu bleiben und für die Zukunft gut gerüstet zu sein. „Wir haben bereits in den letzten Wochen mit unseren Vertretern, Bürgermeistern und Ortsvorstehern über unsere Pläne gesprochen und ein sehr positives Feedback erhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Volksbank eG in Alfeld, Bad Gandersheim, Bockenem, Einbeck, Langelsheim, Leinebergland und Seesen.

Die Volksbank-SB-Filiale an der Altendorfer Straße in Einbeck wird geschlossen. Foto: Frank Bertram

Die Geschäftsstellen in Altgandersheim, Grünenplan und Wenzen werden geschlossen. Die Beraterin Anette Mauser der Geschäftsstellen Grünenplan und die Service-Beraterin der Geschäftsstelle Wenzen, Manuela Wolper, wechseln in die Geschäftsstellen Delligsen und Einbeck und sind dort weiterhin für die Kunden als Ansprechpartnerinnen tätig.

Die SB-Filialen Astfeld, Seesen-Kampstraße und Altendorfer Straße in Einbeck sowie der TAS-Tankstelle in Delligsen werden geschlossen. „Wir haben an allen drei Standorten die Geschäftsstellen Langelsheim, Seesen, Einbeck und die neue Geschäftsstelle in Delligsen in unmittelbarer Nähe, so dass wir diese Geldautomaten nicht mehr betreiben werden“, erklärte Vorstand Andreas Wobst. „Die immer rückläufigeren Umsätze der letzten Jahre an den betroffenen SB-Standorten haben letztlich zu dieser Entscheidung geführt.“

Die Volksbank eG plant außerdem, zum 1. August 2022 in den Geschäftsstellen in Halle, Harriehausen und Sievershausen noch ein Beraterzimmer und einen Geldautomat sowie einen Kontoauszugsdrucker anzubieten. Die Service-Beraterinnen Sabine Giesemann, Petra Bauch und Sabine Aßmann werden dann in die nahegelegenen Geschäftsstellen in Eschershausen, Bad Gandersheim und Einbeck wechseln und dort weiterhin im Service tätig sein. „Unsere Beraterinnen und Berater vereinbaren mit ihren Kundinnen und Kunden sehr gern weiterhin ihre Termine in den Geschäftsstellen Halle, Harriehausen und Sievershausen oder kommen direkt zu ihnen nach Hause, wenn es die Pandemie zulässt und die Kundinnen und Kunden es wünschen“, erklärt Dieter Brinkmann.

„Durch die Pandemie hat die Digitalisierung einen großen Schub bekommen, der ohne Corona wohl etwas länger gedauert hätte“, resümiert Wobst. „Wir merken, dass sich das Banking unserer Kundinnen und Kunden verändert hat.“ Vieles hat sich zur Telefonfiliale verlagert, bei der man zwischen 8 und 19 Uhr mit dem Telefonbanking sein Konto und sein Depot verwalten kann. Auch der Service-Bedarf in der Geschäftsstelle hat sich seit Beginn der Pandemie verändert. So ist die Nachfrage nach Onlinebanking und elektronischem Postfach stark gestiegen.

„Wir tragen dem Niedrigzinsniveau Rechnung und führen ab 1. Juli 2022 Verwahrentgelt ein“, erklärten Andreas Wobst, Dieter Brinkmann, Dr. Jörg Hahne. Doch hier sind sich die drei Vorstände einig: „Wir wollen unseren Mitgliedern, Kundinnen und Kunden das Verwahrentgelte gar nicht berechnen!“ Denn gleichzeitig führt die Volksbank eG bei ihren Girokontomodellen Freibeträge ein und stellt sich auch bei Spar- und Anlageprodukten neu auf. Dabei handelt es sich um Produkte, die teilweise über Freibeträge bzw. Staffelungen verfügen, mit denen sich die Berechnung des Verwahrentgelts verringern und bestenfalls sogar vermeiden lässt. „Hier ist eine gute und geschickte Verteilung des Geldes wichtig und dafür wollen wir möglichst mit all unseren betroffenen Mitgliedern, Kundinnen und Kunden sprechen.“ Dieter Brinkmann ist sicher, dass sich im persönlichen Gespräch interessante Möglichkeiten ergeben, um das eigene Geld bestenfalls verwahrentgeltfrei anzulegen und dabei die Kaufkraft zu erhalten. „Unsere Beraterinnen und Berater sind gut aufgestellt und hochqualifiziert, um gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden gute und ertragreiche Anlageprodukte individuell zusammenzustellen“, stimmt Dr. Hahne seinem Vorstandskollegen zu. Es wird auch Veränderungen bei den klassischen Sparprodukten geben und die Mitgliedschaft besonders hervorgehoben. „Zukünftig können bis zu sechs Anteile gezeichnet werden“, sagt Andreas Wobst. „Außerdem wird es ein Mitgliedersparbuch geben.“ Mit Einführung der neuen Produkte im Bereich Sparen und Anlegen wird auch das Hausbankmodell überarbeitet und angepasst. „Dazu werden wir rechtzeitig informieren.“

(Mit Pressemitteilung der Volksbank eG)

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