Landkreis verschärft Corona-Quarantäneregeln nach Mutationsnachweis

Der Landkreis Northeim verschärft die bisherigen Quarantäneregeln, nachdem erstmals eine mutierte Variante des Corona-Virus im Kreisgebiet nachgewiesen worden ist. Die Kreisverwaltung meldete heute außerdem drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus und einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 40,8, der erstmals wieder unter dem angestrebten Grenzwert 50 liegt. Erste Impfungen in Seniorenheimen in Einbeck wird es laut Landkreis nicht vor dem 5. Februar geben.

Bisher galt für Menschen in Quarantäne, dass sie nach zehn Tagen auf eigenen Antrag aus der Quarantäne entlassen werden konnten, wenn ein negativer Corona-Test vorlag. Spätestens nach 14 Tagen und Symptomfreiheit von mindestens drei Tagen endete die häusliche Quarantäne bisher automatisch. Ab sofort beträgt die Dauer der Quarantäne in jedem Fall mindestens 14 Tage, eine vorzeitige Entlassung ist auch mit negativem Testergebnis nicht mehr möglich, heißt es in einer Pressemitteilung der Northeimer Kreisverwaltung.

„Wir reagieren damit auf die mutierte Variante des Coronavirus, die jetzt auch im Landkreis Northeim nachgewiesen wurde“, wird Amtsärztin Dr. Regine Pabst in der Mitteilung zitiert. So gebe es erste Anhaltspunkte dafür, dass die mutierte Variante weitaus ansteckender sei als das bisherige Virus. „Wir haben Infektionen im Umkreis der Infizierten unter Personen festgestellt, die wir bisher nicht dem unmittelbaren Kontakt zugerechnet hätten“, sagte Pabst. Neu sei deshalb auch, dass zum Ende der Quarantäne von den Betroffenen immer ein negatives Testergebnis vorzuweisen sei. Die Quarantäne ende damit nicht mehr automatisch durch Zeitablauf, sagte die Amtsärztin.

Testungen werden in Absprache mit den Gesundheitsdiensten im Testzentrum in Einbeck oder direkt bei den Gesundheitsdiensten in Northeim durchgeführt. Die Gesundheitsdienste sind täglich über die E-Mail gesundheitsdienste@landkreis-northeim.de erreichbar. Für Menschen, die aktuell an Corona erkrankt sind oder die als Kontaktperson in Quarantäne stehen, sind die Gesundheitsdienste telefonisch unter der Tel. 05551/708570 oder 05551/708580 erreichbar.

Infektionsgeschehen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind im Landkreis Northeim mittlerweile 1311 Corona-Infektionen bekannt geworden, sechs mehr als gestern. 1106 Menschen (+19) gelten mittlerweile als genesen, sodass die Infektionsquarantäne aufgehoben werden konnte. Aktuell sind im Landkreis Northeim damit 180 (-16) akut infizierte Menschen bekannt, die aus dem Raum Bad Gandersheim 9 (+1), Bodenfelde 15 (-3), Dassel 19 (-6), Einbeck 35 (-4), Hardegsen 11 (0), Kalefeld 9 (0), Katlenburg-Lindau 5 (0), Moringen 27 (-5), Nörten-Hardenberg 11 (+3), Northeim 30 (-2) und Uslar 9 (0) stammen.

Die Kreisverwaltung meldet heute drei weitere Fälle mit oder an dem Coronavirus verstorbener Menschen. Die Zahl der mit oder an dem Virus verstorbenen Frauen und Männer hat sich damit auf 25 erhöht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt im Landkreis Northeim aktuell bei 40,8. Somit liegt der Wert erstmals wieder unter 50. Die Corona-Regeln bleiben aber weiterhin bestehen.

Impfungen

Mit der ersten Impfdosis wurden bisher 2204 Personen (Stand: 27.1.2021) geimpft, das entspricht einer Impfquote von rund 1,7 Prozent für die Erstimpfungen.

Eine zweite Impfdosis haben bisher 226 Personen erhalten, das entspricht einer Impfquote für die Zweitimpfungen von rund 0,2 Prozent.

Erste Impfungen in Seniorenheimen im Stadtgebiet von Einbeck wird es nicht vor dem 5. Februar geben. „Wir rechnen aktuell damit, dass wir am 5. Februar eine neue Charge Impfstoff für die Erstimpfungen bekommen“, erklärte Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer heute auf meine Anfrage. Geplant sei dann, zum Ende der fünften und Beginn der sechsten Kalenderwoche mit Erstimpfungen im Seniorensitz Luhmühle in Einbeck-Greene zu beginnen.

Aktualisiert 19:00 Uhr (Mit Pressemitteilungen Landkreis Northeim)