Eine rund 200 Jahre Eiche ist in diesem Jahr die „Braut“ der Wertholzsubmission in Vogelbeck, der teuerste Holzstamm, auf den geboten wurde: Er erzielte 2169 Euro pro Festmeter, insgesamt fast 5000 Euro. „Die Honigfarbe des Holzes ist gut, die Rinde makellos“, sagt der zuständige Forstamtsleiter Jonas Fürchtenicht. Das sei besonders gefragt. In diesem Fall geht der fünf Meter lange, besonders gerade Stamm mit einem Durchmesser von 76 Zentimetern an ein Furnierwerk, das aus dem Holz beispielsweise hochwertige Holzverkleidungen in Autos oder Jachten produziert. „Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, bilanziert Fürchtenicht. Die mittlerweile 35. Northeimer Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission wurde wieder gemeinsam vom Forstamt Südniedersachsen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Holzlagerplatz Vogelbeck GbR und den Niedersächsischen Landesforsten ausgerichtet.

Auf dem Vogelbecker Holzlagerplatz der Waldbesitzer liegen in diesem Jahr 865 Festmeter (Fm) Wertholz (das sind 420 Stämme), auf die geboten werden konnte, mehr als im Vorjahr (830 Fm). Ein Festmeter ist ein Kubikmeter Holz ohne Rinde. Mit 467.000 Euro sind in diesem Jahr rund 29.000 Euro mehr umgesetzt worden als im Vorjahr. Und das bei einer nahezu stabil gebliebenen Zahl von Bietern und Käufern, auch wieder international, beispielsweise aus Dänemark. Insgesamt wurden mit 1669 Geboten 456 weniger als im Vorjahr abgegeben, im Durchschnitt waren es vier Gebote pro Stamm (Vorjahr: 5,5 Gebote).
Beim diesjährigen Bieterwettbewerb wurde mit 233 Festmetern deutlich mehr Esche angeboten als vor einem Jahr (123 Fm), die Nachfrage war hoch. Eiche war etwas schwächer vertreten, blieb mit 431 Fm in der Menge nahezu gleich (Vorjahr: 445 Fm). Kirschholz wurde stärker angeboten (30 Fm statt 17 Fm im Vorjahr) und auch von den Bietern angenommen. Der stärkste Eschenstamm war mit knapp zehn Festmetern nur mit zwei Kränen zu bewegen. Die teuerste Kirsche erzielte 877 Euro pro Festmeter, die teuerste Elsbeere 490 Euro/Fm. Überhaupt war das Sortiment in diesem Jahr wieder bunt und umfangreicher, von Hainbuche wurden beispielsweise 23 Festmeter angeboten (Vorjahr: 1 Fm). Während es in diesem Jahr Roteiche im Angebot gab, wurde im Gegensatz zum Vorjahr keine Douglasie angeboten.
Die Bäume wurden ab Herbst gefällt und per Lkw auf den Wertholzplatz nach Vogelbeck gefahren. Die Präsentation der Stämme dort ist sehr aufwändig: Jeder Stamm wird auf Unterlagehölzern so gelagert, dass er von den Holzkäufern von allen Seiten begutachtet werden kann, wenn diese mit ihren Gebotslisten zu Besuch kommen. In diesem Jahr kam gerade in der Besuchsphase der Bieter der Wintereinbruch hinzu, drei Mal habe man alle Stämme von Schnee befreien müssen, teilweise mit Laubbläsern, berichtete der zuständige Bezirksförster Brian Wüstefeld.
Der Holzlagerplatz Vogelbeck gehört mit einer Fläche von rund sechs Hektar und einer Lagerkapazität von etwa 3000 Festmetern Holz zu den größten Wertholzplätzen Deutschlands. Eigentümer ist die Holzlagerplatz Vogelbeck GbR mit den Gesellschaftern Forstbetriebsgemeinschaft Northeim und Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover. Eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Waldbesitzern.


