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Entscheidung erst im Frühjahr: Noch kein Votum der Mitglieder der Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft

Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt, aber eine Entscheidung über die künftige Rolle des Vereins Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft haben die Mitglieder bei ihrem Treffen am Donnerstag Abend noch nicht getroffen. Während in der Tagesordnung noch vom „Votum der Mitglieder“ die Rede war, gab es nach dem Sachstandsbericht des Vorstandes über die nach dem knappen Ratsbeschluss von September laufende Umsetzung der organisatorischen Bündelung der Aktivitäten von Einbeck Marketing und den Bereichen Tourismus und Wirtschaftsförderung der Stadt Einbeck einige Fragen und lediglich ein dünnes Meinungsbild der wenigen erschienenen Mitglieder. Eine Abstimmung kündigten Vorsitzender Christoph Bajohr und Schatzmeister Stefan Beumer frühestens für das Frühjahr an, bis dahin soll vom Finanzamt eine belastbare Aussage zur Umsatzsteuer vorliegen. Auch eine Satzungsänderung wird noch notwendig sein für den Verein InitiativGemeinschaft. Der erste Entwurf eines Gesellschaftsvertrages der neuen, 100-prozentig städtischen GmbH liegt allen 110 Mitgliedern seit der Versammlung vor oder ist im Nachgang allen Mitgliedern per Mail zugeschickt worden.

Offiziell erfuhren die rund 25 anwesenden Mitglieder am Donnerstag erstmals seit der jüngsten Mitgliederversammlung im Juli vom Stand der Dinge bei der vom Stadtrat beschlossenen Bündelung in einer städtischen GmbH. Einige seien mit der Thematik eng befasst, andere blickten inzwischen nicht mehr durch, man wolle deshalb versuchen, etwas Klarheit zu schaffen, sagte Vorsitzender Christoph Bajohr. Die Kräfte zu bündeln sei breiter Konsens, und man werde weiter überzeugen, dass man auf dem richtigen, wenn auch inzwischen langen Weg sei. In dem nach dem Ratsbeschluss formierten Lenkungsausschuss, der sich mittlerweile vier Mal getroffen habe, sei die Diskussion konstruktiv und gar nicht kontrovers, sagte Bajohr. Dabei sind Mitglieder des Stadtrat-Finanzausschusses, der Verwaltung, des Personalrates, der Einbeck Marketing GmbH, der InitiativGemeinschaft und der KWS. Aktuell geht darum zu klären mit dem Finanzamt, dass die neue GmbH eine umsatzsteuerliche Organschaft mit der Stadt begründen muss, ansonsten würde bei allen Zahlungen (finanziellen Leistungsbeziehungen) die Mehrwertsteuer fällig, erläuterte Schatzmeister Stefan Beumer. Die neue GmbH werde Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband, alle heute bei der Stadt beschäftigten Mitarbeiter sollen voraussichtlich an die neue GmbH gestellt werden. Thematisch bearbeitet die GmbH ein breites Feld: Tourismusmarketing und -entwicklung, Tourist-Information, Wirtschaftsförderung, Standortmarketing und Kommunikation sowie die Durchführung, Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen und Messen als Dienstleister im Rahmen der Kultur.

Die InitiativGemeinschaft soll als Verein bestehen bleiben, die zu erhöhenden Mitgliederbeiträge wie gehabt erheben und einen Betrag fest jedes Jahr an die neue GmbH überweisen (wie heute bereits an die Einbeck Marketing GmbH), sagte Beumer. Die 51 Prozent Gesellschaftsanteile der InitiativGemeinschaft müssten noch an die Stadt übertragen werden, dafür ist ein Beschluss der Mitglieder notwendig. In der neuen GmbH habe die private Wirtschaft kein Mitbestimmungsrecht, sagte Bajohr, aber man wünsche sich natürlich ein starkes Mitspracherecht bei themenbezogenen Entscheidungen. Laut vorliegendem Gesellschaftsvertrag-Entwurf der neuen GmbH soll diese einen oder mehrere Geschäftsführer haben, außerdem einen siebenköpfigen Aufsichtsrat, vier Mitglieder davon sollen von der Stadt berufen werden. Inhaltlich sollen sich die Mitglieder der InitiativGemeinschaft über mehrere sechsköpfige thematische Fachbeiräte der GmbH in die Arbeit einbringen können, die von der Geschäftsführung berufen werden sollen. Wo die neue GmbH ihre Büroräume haben soll, ist noch offen. „Ich kann die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass diese Hochzeit zwischen den beiden Partnern Stadt Einbeck und der Wirtschaft zum gewünschten Erfolg führt“, sagte Vorsitzender Christoph Bajohr. „Dafür müssen wir unsere gegenseitigen Interessen gut verstehen, akzeptieren und auch berücksichtigen.“ Ob die neue GmbH gelinge und zu einem Erfolgsmodell werde, hänge maßgebend vom Geschick der handelnden Personen und Führungen ab, sagte Bajohr. „Will man wirklich zusammenführen, was eigentlich ja zusammen gehört, und ist man bereit, Zugeständnisse zu Kompromissen und lösungsorientiert zu agieren, wenn man im Team motiviert zusammenarbeitet, auch bei unterschiedlichen Interessenlagen.“ Es gehe ausschließlich um die Sache, die vielfältige Weiterentwicklung in den genannten Bereichen mit allen Beteiligten. Diese Signale benötige auch er, um allen Mitgliedern dann die entsprechende Beschlussvorlage zur Gesellschaftsanteilübertragung zu unterbreiten, sagte der Vorsitzende der InitiativGemeinschaft. „Wir haben nicht mehr viel Zeit zu verlieren.“

Einbeck-Marketing-Geschäftsführer Kay Weseloh kündigte für 2026 aus den Erfahrungen der diesjährigen Veranstaltungen einige Veränderungen an. Bei den Oldtimertagen sollen Rallye und Korso wieder durch die City über den Marktplatz laufen, wobei die Oldtimer länger in der Tiedexer Straße zu sehen sein sollen, indem sie dort in einer „Schaumeile“ eine Weile stehen bleiben sollen zum Betrachten und ins Gespräch kommen mit den Fahrern. Beim 50. Eulenfest soll es mehr Walkacts und Musiker geben, unter anderem in der Marktstraße. Der Trödelmarkt in der Altendorfer Straße sei organisatorisch aufwändig gewesen, habe aber nicht funktioniert und soll deshalb nicht wieder stattfinden. Für die „Landmeile“ soll nach mehreren Namenswechseln ein griffigerer Titel dauerhaft gefunden werden. Bei den Verkaufsoffenen Sonntagen sollen wieder vier Termine angestrebt werden, zumindest sollte es aber zwei Sonntage (Frühjahrsmarkt, Eulenfest) geben, kündigte Kay Weseloh an. Zulässig seien die Verkaufsoffenen Sonntage nur noch im Gebiet der Veranstaltung, in der Regel also im Altstadtbereich ohne die Märkte außerhalb des Wallgürtels. Er sei in Gesprächen mit der Gewerkschaft Verdi.

Komplett neu ist 2026 das in Kooperation mit der Einbecker Brauhaus AG und Dluxe Media durchgeführte „Headbanger Festival“ am 22. August mit internationalen Heavy-Metal-Rockbands aus Brasilien, Finnland, USA und Japan auf dem Festplatz an der Multifunktionshalle. Bei dieser Veranstaltung werde die Brauerei auch ihr neues Headbanger-Bier präsentieren – das erste, das bundesweit vertrieben werde, sagte Weseloh. Die Einbecker Brauhaus AG hat für kommende Woche zu einer Pressekonferenz eingeladen, bei der es mehr Informationen zum Festival geben soll.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied in der Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft e.V., die 51-prozentiger Gesellschafterin der Einbeck Marketing GmbH ist. 49 Prozent hält die Stadt Einbeck.

Wiedergewählter Vorstand der InitiativGemeinschaft (v.l.): Stefan Beumer, Anika Falke, Christian Haegner, Christoph Bajohr, Kristiane Rüttgerodt; es fehlt Rudolf Reinert. Foto: Frank Bertram
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