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Rotary-Lehrkräftepreis in Einbeck zum dritten Mal für hervorragende pädagogische Leistungen verliehen

(c) Foto: Frank Bertram

Preisträgerinnen und Jurymitglieder. Foto: Frank Bertram

Der Rotary-Club Einbeck-Northeim hat zum dritten Mal Lehrerinnen und Lehrer aus dem Landkreis Northeim für hervorragende pädagogische Leistungen mit dem Lehrkräftepreis ausgezeichnet. Charlotte Schabsky von der Grundschule Bad Gandersheim erhielt im Forum der BBS in Einbeck den mit 1500 Euro dotierten Hauptpreis, den mit 1000 Euro ausgelobten Sonderpreis „Werteerziehung“ bekam Rona Gashi vom Gymnasium Corvinianum Northeim. Das Preisgeld geht jeweils an die Fördervereine in den Schulen. Insgesamt waren mit 97 Vorschlägen deutlich mehr als vor zwei Jahren bei der Jury eingegangen. Neun Lehrerinnen und Lehrer waren am Ende nominiert worden (fünf für den Hauptpreis, vier für den Sonderpreis) und wurden bei der Veranstaltung gewürdigt. Die Rotarier möchten mit dem Lehrkräftepreis gute pädagogische Arbeit im Landkreis Northeim sichtbar machen, loben und anerkennen.

Die Preisträger des Rotary-Lehrkräftepreises (v.l.) Annemarie Schmidt-Hurtienne, Ina Böttger, Katja Wiebersiek, Charlotte Schabsky, Rona Gashi, Elena Haag, Lena Michel, Juliane Schnapperelle und Felix Schubert mit Organisator Renatus Döring (l.). Foto: Frank Bertram

„Es braucht Menschen, die sich mit Herz und Haltung engagieren“, sagte Stefan Neukirchner, Leiter des Fachbereichs Schule und Kultur beim Landkreis Northeim stellvertretend für die terminlich verhinderte Schirmherrin Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Er dankte den Lehrkräften für die Kreativität und die Geduld, junge Menschen zu begleiten. Der Preis des Rotary-Club sei eine Wertschätzung für eine Arbeit, die oft zu wenig wertgeschätzt werde, sagte er. Es werde gute Arbeit geleistet, diese finde aber nicht die richtige Beachtung in der Öffentlichkeit, ergänzte Rotary-Organisator Renatus Döring in seinem Grußwort. Durch die leider oftmals negative Berichterstattung in den Medien bilde sich ein Image in der Öffentlichkeit. Der Lehrkräftepreis, der alle zwei Jahre vergeben wird, wolle gute Arbeit sichtbar machen. Döring dankte allen Einreichern von Vorschlägen mit oftmals ausführlichen Begründungen.

Charlotte Schabsky von der Grundschule Bad Gandersheim (2.v.r.) gewann den Hauptpreis, die Jury-Mitglieder Katrin Lüdeke, Sabine Emmendörffer-Bülau und Katrin Michaelis (v.l.) gratulieren, rechts Organisator Renatus Döring. Foto: Frank Bertram

Den Hauptpreis gewann Charlotte Schabsky von der Grundschule Bad Gandersheim. Sie sei „lösungsorientiert statt problemfasziniert“, sie unterrichte Kinder nicht nur, sondern begleite sie, hieß es zur Begründung. Dabei komme häufig Waschbär Gerda als Plüschfigur ins Spiel. Indem sie für jedes Kind einen eigenen Lernweg aufzeige, entstehe gemeinsam eine Lernkultur. Lernen dürfe durchaus auch emotional getragen sein. Auf den zweiten Platz kamen jeweils Elena Haag (Gymnasium Uslar), Lena Michel (Gymnasium Corvinianum Northeim), Juliane Schnapperelle (Gymnasium Uslar), Katja Wiebersiek (Schule am Sultmer / Grundschule).

Der Sonderpreis „Werteerziehung“ wurde an Rona Gashi vom Gymnasium Corvinianum Northeim verliehen. Sie fordere die Jugendlichen auf, in einer Diskussion die eigene Meinung respektvoll zu vertreten und dabei immer auch den Standpunkt des anderen zu betrachten, lautete die Jury-Begründung. Sie vermittle dadurch Respekt, Empathie und Verantwortungsbewusstsein – Werte, die Gashi auch selbst vorlebe und mit denen sie Schüler bestärke, dies auch zu tun. Rona Gashi streite nicht, sie kläre auf. Jede Meinung zähle innerhalb des demokratischen Spektrums. Auf den zweiten Platz kamen jeweils Ina Böttger (BBS Einbeck), Felix Schubert (Gymnasium Uslar), Annemarie Schmidt-Hurtienne (Martin-Luther-Schule Northeim / Grundschule).

Sonderpreis-Gewinnerin Rona Gashi vom Corvinianum Northeim mit Jury-Mitglied Beate Oppermann. Foto: Frank Bertram

Die siebenköpfige Jury besteht aus Sabine Emmendörffer-Bülau (Schulleiterin der Grundschule Drüber), Wiebke Ruf (Lehrerin am Corvinianum Northeim und Fachleiterin für das Fach Englisch am Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Göttingen / Lehrkräfteausbildung), Sandra Friedrichs (Schulleiterin der IGS Einbeck), Sylvia Gerl (Präsidentin des Rotary-Clubs Einbeck-Northeim, Geschäftsführerin der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC) in Northeim), Katrin Lüdeke (Lehrerin an der BBS Einbeck und Fachleiterin für besondere Aufgaben am Studienseminar für das Lehramt an berufsbildenden Schulen in Göttingen / Lehrkräfteausbildung), Katrin Michaelis (BBS Einbeck, Leitung Unterrichtsentwicklung, Teamleitung IT-Berufe) und Beate Oppermann, (Personalleiterin der Oppermann Automotive GmbH Einbeck).

Dr. Christian Michaelis, seit drei Monaten Professor für Didaktik des nachhaltigen Lehrens und Lernens in Wirtschaft, Technik und Haushalt an der Universität Leipzig, zeigte in seinem kurzweiligen Vortrag anhand von drei Filmen (Club der toten Dichter 1989, School of Rock 2003, Fack Ju Göhte (2013/17) und den Lehrerpersönlichkeiten in den Hauptrollen unterschiedliche Wege und Zugänge für den Lehrerberuf unter dem Titel „Der Hollywood-Code: Was die pädagogische Wissenschaft von Hollywoods besten Lehrern lernen kann – und was nicht“. Eine berufliche Orientierung sei durchaus an den Filmen möglich, er habe beispielsweise schon immer gerne Lehrerfilme angesehen, sagte Michaelis augenzwinkernd. „Über Enthusiasmus sollten Lehrer verfügen.“ Ansonsten könnten aber die Zugänge und die Motivation unterschiedlich sein, es gebe Quer- und Direkteinsteiger neben dem klassischen Studienweg. Manche seien Lehrer geworden, weil sie Zeit für Familie oder berufliche Sicherheit priorisiert hätten, andere um die Zukunft von jungen Menschen zu gestalten.

Prof. Dr. Christian Michaelis von der Universität Leipzig sprach über „Der Hollywood-Code: Was die pädagogische Wissenschaft von Hollywoods besten Lehrern lernen kann – und was nicht.“ Foto: Frank Bertram
Lehrkräftepreis-Organisator Renatus Döring begrüßte die Teilnehmer der Preisverleihung. Foto: Frank Bertram

Welches Ziel wird mit dem Rotary Lehrkräftepreis verfolgt?

Mit dem Rotary-Lehrkräftepreis soll gute Unterrichtsarbeit sichtbar gemacht werden. Aus der Sicht von Schülern ist die Lehrerin oder der Lehrer unglaublich wichtig für den eigenen Lernerfolg. Von ihm oder ihr hängt es ab, ob Schüler mit Freude lernen, ob sie sich angenommen und gut begleitet fühlen und dadurch gern zur Schule gehen. Lehrkräfte leisten einen erheblichen Beitrag für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und haben damit eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Der Rotary-Club Einbeck-Northeim möchte als Serviceclub, der gesellschaftliche Verantwortung zeigt, die Bedeutung von Lehrerinnen und Lehrern unterstreichen und exemplarisch besondere Leistungen auszeichnen. Jede Preisträgerin und jeder Preisträger kann Beispiel und Inspiration sein, kann bewirken, dass gute Ideen an anderen Orten weitergedacht werden und rückt vor allem wertvolle pädagogische Arbeit in das Sichtfeld gesellschaftlichen Interesses.

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